So soll sich der CO2-Fußabdruck deutlich verkleinern

Mercedes will für die Produktion des EQC künftig Windenergie verwenden, die ab 2020 aus der Förderung herausfällt. Als erster Großkunde will der Hersteller so dazu beitragen, dass die Windräder weiter betrieben werden. Mit dem grünen Strom soll sich der CO2-Fußabdruck des Elektro-SUVs deutlich verkleinern, so der Hersteller.

Wenn man die CO2-Gesamtbilanz von Elektroautos betrachtet (von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung des Autos bis hin zur Verwertung), dann fällt auf, dass sich bei der Produktion höhere CO2-Emissionen ergeben als bei einem konventionell angetriebenen Auto ergeben. Das hat gerade auch wieder eine ADAC-Untersuchung bestätigt.

Unter anderem auf Grund der aufwendigen Batterieproduktion fallen bei der E-Auto-Produktion etwa 51 Prozent der CO2-Emissionen des gesamten Lebenszyklus an, so Mercedes. Auf die Produktion der Zellen und der dafür nötigen Rohstoffe hat Mercedes derzeit keinen Einfluss, da sie aus Asien importiert werden. Doch bei den Werken will man tun, was möglich ist.

Ein erster Schritt ist, dass für die Produktion des EQC im Werk Bremen sowie für die Batteriefertigung (aus importierten Batteriezellen) im sächsischen Kamenz grünen Windstrom verwenden will. Den sollen norddeutsche Windräder erzeugen. Da deren Förderung nach 2020 ausläuft, droht diesen Windrädern wegen mangelnder Rentabilität die Stilllegung. Mercedes nimmt den Betreibern den Windstrom ab und trägt damit dazu bei, dass sie weiter betrieben werden. Außerdem wird der EQC in Bremen vor der Übergabe an Selbstabholer mit Solarenergie aufgeladen, was bei der CO2-Gesamtbilanz aber kaum ins Gewicht fallen dürfte.

Auch in der Nutzungsphase des Elektroautos entstehen laut Mercedes noch etwa 49 Prozent der CO2-Gesamtemissionen. Daher ist es entscheidend, wie der Strom zum Fahren produziert wird. Mercedes rechnet es am Beispiel EQC vor und legt dabei eine Gesamt-Laufleistung von 200.000 Kilometer zugrunde:

Mercedes EQC (Umweltbilanz)

Mit konventionellem EU-Strom liegt danach die insgesamt vom EQC emittierte CO2-Menge bei 32,4 Tonnen, mit regenerativem Strom sind es nur 17,1 Tonnen. Mit der Nutzung sauberen Stroms zum Laden kann der CO2-Fußabdruck danach nahezu halbiert werden.

Allgemein will Mercedes die Produktion aller europäischen Werke bis zum Jahr 2022 CO2-neutral machen. Bis 2039 ist dann sogar eine komplett CO2-neutrale Neuwagenflotte geplant. Das hat der Hersteller in seiner "Ambition 2039"-Plan festgelegt.

Bildergalerie: Mercedes EQC (Umweltbilanz)