Update: Neue Bilder von dem Allradfahrzeug

Vor etwa einem Jahr, im Sommer 2018 testeten wir ein leichtes Elektrofahrzeug für die ruppigen Pisten der Entwicklungsländer, aber auch für Straßenkehrer und Stadtgärtner. Nun ist auf der IAA 2019 (12. bis 22. September) ein Nachfolgemodell des Evum aCar zu sehen, und zwar im Rahmen der Sonderausstellung New Mobility World.

Der Hersteller Evum Motors ist ein Start-up-Unternehmen aus dem Dunstkreis der Technischen Universität München. Das aCar ist ein robustes Leichtfahrzeug mit Allrad- und Elektroantrieb. Der Allradantrieb erschließt Einsatzbereiche, die über das normale Straßennetz hinausreichen. Wegen des emissionsfreien Elektroantriebs ist das Wägelchen außerdem sogar für geschlossene Räume (zum Beispiel Lager- oder Fabrikhallen) geeignet. Die stattliche Nutzlast von einer Tonne macht den Kleinlaster zum Arbeitstier. Die Karosserie ist modular aufgebaut. So sind kastenartige Aufbauten möglich, aber auch offene Ladeflächen, Kipper und mehr. 

Ursprünglich konzipierten die Evum-Gründer Sascha Koberstaedt und Martin Šoltés das aCar als robustes Allzweckfahrzeug für Entwicklungs- und Schwellenländer. Nun peilen sie einen Einsatz in Europa an. Gedacht ist an eine Verwendung in Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie, für den kommunalen Einsatz, aber auch für die Freizeit. Das robuste und wendige aCar soll die wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Lösung für unterschiedlichste Aufgaben sein. Statt mit 400-Volt-Akku wie die meisten normalen Elektroautos arbeitet die Batterie mit nur 48 Volt, was die Technik leichter beherrschbar macht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h, die Batterie ermöglicht Fahrten von bis zu 200 Kilometer mit einer Ladung.

Bildergalerie: aCar Mobility Test

Ausgehend von der 2017 vorgestellten Studie der TU München wurde nun die Gesamtkonstruktion überarbeitet. Dabei ist so gut wie keine Schraube gleichgeblieben. Denn das neue aCar ist nun als Nutzfahrzeug bis 3,5 Tonnen (Fahrzeugklasse N1) zugelassen -- bisher war es ein Elektro-Leichtfahrzeug (vermutlich Klasse L6e). Die höhere Fahrzeugklasse erlaubt eine robustere Konstruktion. Außerdem sind so neue Erweiterungen möglich wie ein „Kommunaldreieck“ zur Aufnahme von Anbauteilen wie Kehrmaschine oder Räumschild.

Fahrzeuge der Klasse N1 können mit dem normalen PKW-Führerschein gefahren werden. Außerdem gelten für N1-Fahrzeuge die Elektro-Kaufprämien der Bundesregierung und zukünftig auch die angekündigten Sonderabschreibungen. 

Außerdem erhielt das aCar ein neues Design. Noch gibt es davon nur eine Skizze, doch am Montag, dem 10. September wird das Design enthüllt, dann sehen wir mehr.

Parallel zur Präsentation auf der IAA baut die Evum Motors im niederbayerischen Bayerbach bei Ergoldsbach bereits die Produktion auf. Der Beginn der Serienproduktion ist für Anfang 2020 geplant. Über die Evum-Homepage kann man das Fahrzeug bereits reservieren. Preise wurden noch nicht bekannt gegeben.

Bildergalerie: Evum aCar N1 (Elektro-Kleinlaster, 2019)