Die Degradierung von MLB zu MQB hätte wohl eine knappe Milliarde gespart

Audi hat erst kürzlich die komplette A4-Familie aufgefrischt, aber zu Hause in Ingolstadt arbeitet man natürlich schon fleißig an der nächsten Generation des meistverkauften Autos der Firmengeschichte. Etwa jeder fünfte neu ausgelieferte Audi ist derzeit ein A4, der Erfolgsdruck bezüglich des Nachfolgers ist entsprechend hoch. Alles begann vor einem Vierteljahrhundert als der erste A4 den Audi 80 ablöste. Bis heute hat man mehr als 7,5 Millionen Exemplare verkauft. Die nächste Generation wird wohl 2022 oder 2023 auf den Markt kommen. 

Das Automobile Magazine hat nun neue, sehr interessante Nachrichten zu eben diesem Modell. Demnach soll der nächste A4 weiterhin die MLB-Plattform mit längs eingebauten Motoren nutzen. Allerdings hätte es wohl auch ganz anders kommen können. Dem Bericht zufolge hat man bei Audi nämlich ernsthaft darüber nachgedacht, das Auto auf den omnipräsenten MQB-Baukasten "herabzustufen", um Geld zu sparen.

Der Wechsel von der anspruchsvolleren MLB-Plattform zum eher herkömmlichen MQB-Unterbau mit seinen quer eingebauten Motoren hätte dem Unternehmen wohl über den Modellzyklus von etwa sieben Jahren Einsparungen von mehr als einer Milliarde Euro eingebracht. Der Volkswagen-Konzern wollte aufgrund der unendlichen Dieselgate-Geschichte dringend Geld einsparen, aber offenbar gab es Bedenken, dass ein MQB-A4 das Premium-Image der Marke beschädigen könnte. 

Die nächste A4-Generation wird unter dem Codenamen B10 laufen und soll wohl expressiver gestylt sein. Offenbar wird es einen kurzen vorderen Überhang geben wie beim aktuellen Auto, aber mit "mehr Fleisch zwischen Stoßfänger und Windschutzscheibe", wie es ein Mitglied von Audis Produktstrategie-Kommittee ausdrückte. Das dynamischere Exterieur soll den A4 an einen "kürzeren und sportlicheren A6" erinnern lassen. Angeblich ist das Aussehen des neuen Autos so beeindruckend, dass es intern für "Standing Ovations" gesorgt hat.

Dem Bericht zufolge sehen die Dinge für die A4-basierten Modelle A5, A5 Sportback und A5 Cabriolet hingegen weit weniger gut aus. Möglicherweise könnten die drei zusammen mit dem größeren A7 Sportback geopfert werden. So könnte es sein, dass A5 und A7 zu einem MLB-basierten Fünftürer vereint werden, aber zu diesem Zeitpunkt ist noch nichts offiziell. Geht es nach dem gleichen Bericht, ist auch die Zukunft des A8 ungewiss. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass Audi sein Kronjuwel eliminiert. Ungenannte Quellen, die das Automobile Magazine aufgetan hat, sagen, dass ein neues Flaggschiff, vorläufig als A9 bezeichnet, auf der Agenda stehe. Er soll auf einer elektrischen Plattform stehen und auch ein e-tron "Grand Coupé"-Derivativ erhalten.

Quelle: Automobile

Bildergalerie: Audi A4 2019 Model Line