Wir erzählen die Geschichte des Lunar Roving Vehicle

20. Juli 1969: Um 20:17:40 UTC landet die Apollo-Mondlandefähre, bekannt als "Eagle", auf der Mondoberfläche. Im Inneren bereiten sich die Astronauten Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin darauf vor, das zu erforschen, was Aldrin später die "prächtige Trostlosigkeit" der Mondoberfläche nennen würde. Armstrong ist der erste Mann an der Ausstiegsluke und wird sich so für immer in der Geschichte der Menschheit verankern, als die erste Person, die einen Fuß auf den Mond setzte. Genau fünfzig Jahre sind seit diesem historischen Abend vergangen, und obwohl wir seit der Abreise von Apollo 17 Ende 1972 noch nicht auf den Mond zurückgekehrt sind, geht die Weltraumforschung auf der Internationalen Raumstation ISS unvermindert weiter.

So wundersam diese erste Mondlandung auch war, die Ankunft des Lunar Roving Vehicle (kurz LRV) gab den Astronauten die Möglichkeit, die Mondoberfläche weit über die Apollo-Landeplätze hinaus zu erkunden. Die erste LRV schloss sich 1971 der Besatzung der Apollo 15 an, hinzu kamen zwei weitere Flüge ins All mit Apollo 16 und der bislang letzten Mondmission Apollo 17. Wie sahen die ersten Weltraumautos aus?

Ein komplett nackter Rahmen, aber trotzdem kein Ariel Atom

Das LRV war technisch gesehen ein Auto, da es vier Räder und zwei Sitze hatte. Kotflügel über den Rädern hinderten den Staub daran, aufzuwirbeln und den Astronauten die Sicht zu nehmen, so dass das LRV insgesamt ein eher autogerechtes Aussehen hatten. Ansonsten war es radikal anders, angefangen beim freiliegenden Aluminiumrahmen. Die Aufhängungen sind Doppelquerlenker. Es gab auch kein Cockpit oder sogar traditionelle Bedienelemente wie Pedale und ein Lenkrad. Stattdessen nutzten die Insassen einen T-förmigen Hebel vor den beiden mit Nylon bezogenen Sitzen zum Beschleunigen, Bremsen und Lenken.

Rover lunare, la prima e unica auto sulla Luna

Anstelle von konventionellen Reifen gab es vier "Reifen" aus Aluminium-Drahtgeflecht mit Laufflächen aus V-förmig angeordneten Titanblöcken; diese geniale Lösung von Ferenc Pavlics garantierte die Absorption der Rauheit des Mondbodens und eine Art Schweben auf den staubigen Flächen unseres Satelliten. Um nicht von den Sitzen gefegt zu werden, verankerten sich die Astronauten mit Klettbändern am Auto.

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1 PS Leistung

Vier Gleichstrom-Elektromotoren, die jeweils in der Nabe jedes Rades untergebracht sind und eine Leistung von 0,25 PS haben, sorgten für (Allrad-)Traktion. Die Gesamtleistung des Mondwagens beträgt somit 1 PS, während die Höchstgeschwindigkeit auf 14 km/h begrenzt ist. Die Bewegung auf die Räder wird durch ein Zykloidengetriebe im Verhältnis 80:1 übertragen.

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Die für eine maximale Reichweite von 90 Kilometer benötigte Energie wurde in zwei nicht wiederaufladbaren Zink-Silber-Batterien mit einem Gesamtgewicht von 54 Kilogramm gespeichert. Die Gesamtkapazität der Batterien betrug 242 Ah bei 36 Volt oder 8,7 kWh. Eine weitere Besonderheit bei den vier einzeln angetriebenen Rädern ist, dass sich alle vier drehen konnten. Möglich machten es vier 0,1 PS starke Elektromotoren, die einen Wenderadius von nur drei Meter garantierten.

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Etwas länger als ein "Cinquecento"

Um zu verstehen, wie kompakt der Mondwagen ist, der auf maximale Leichtigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit ausgelegt war, hilft die Länge von 3,1 Meter, etwas mehr als der legendäre Fiat 500 der damaligen Zeit. Dazu kam ein Radstand von 2,3 Meter. Der LRV wog nur 210 Kilogramm (im Vergleich zu 500 Kilogramm für den oben genannten Fiat) und konnte mehr als 490 Kilogramm Fracht transportieren. Die Astronauten fuhren den Mondrover auf eine Distanz, die den Sicherheitsabstand, der im Falle einer Panne zu Fuß zurückgelegt werden kann, nicht überschritt und bewegten sich bei den Apollo 15, 16 und 17-Missionen (Juli 1971 - Dezember 1972) maximal 7,6 km vom LEM (Lunar Excursion Module) entfernt.

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Die Astronauten fuhren den Mondrover manuell, aber ein Trägheitsnavigator und ein Bordcomputer teilten dem Piloten und seinem Passagier immer die Position der Basis mit dem LEM und den genauen Rückweg mit. Die einzigen Nachteile für die LRVs entstanden durch den Mondstaub, der die Kühler der Batterien behinderte, und den Bruch von zwei Kotflügeln, die provisorisch auf dem Mond repariert wurden.

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59 Millionen Euro für ein Exemplar

Der Bau des Lunar Roving Vehicle wurde von der NASA Boeing und General Motors anvertraut und belief sich damals sich auf 38 Millionen Dollar, was heute etwa 265 Millionen Dollar entspricht (236 Millionen Euro zum aktuellen Wechselkurs). Damit haben die vier gebauten Einheiten jeweils rund 59 Millionen Euro gekostet. Die drei auf dem Mond gelandeten LRVs blieben am Ende der Missionen dort oben, nachdem sie insgesamt 91,7 Kilometer zurückgelegt hatten, und selbst die jüngsten Fotos, die im Mondorbit aufgenommen wurden, bestätigen ihre Anwesenheit unweit des Landeplatzes der LEM.

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Unter anderem wurde die an der Vorderseite der LRV für Apollo 17 positionierte Kamera verwendet, um den inzwischen berühmten Neustart und Aufstieg des letzten Mondmoduls der NASA zu filmen. Da es die LRV in Taurus-Littrow - dem Standort der Mission der Apollo 17 - noch gibt und die Batterien noch etwas Saft enthalten, gibt keinen Grund zu glauben, dass sie heute nicht mehr bewegt werden könnten. Das gilt für alle LRVs, die auf der Mondoberfläche ruhen und geduldig darauf warten, dass jemand sie nach Hause fährt.

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Fotos und Video: NASA

Bildergalerie: Lunar Roving Vehicle: Das Mondauto der NASA