SUV auf Fiesta-Basis tritt mit viel Platz gegen den VW T-Cross an

Bei diesem Namen kommt man nicht umhin, in die Vergangenheit zu blicken: Zwischen 1997 und 2001 baute Ford den Puma, ein kleines Coupé auf Fiesta-Basis. (Manch einer wird sich noch an die Werbung mit Steve McQueen erinnern.) Mehr als 20 Jahre später haben sich die Zeiten grundlegend gewandelt: Jeder fünfte in Europa verkaufte Ford ist ein SUV. Und so gibt es ab Anfang 2020 wieder einen Ford Puma, nun aber als kleines SUV der Liga Seat Arona und VW T-Cross. Wir konnten bereits einen ausführlichen Blick auf den neuen Puma werfen, der im rumänischen Craiova vom Band laufen wird.

Das Erste, was ins Auge sticht, ist die ausdrucksstarke Frontpartie mit ihrem ausgeformten Bereich entlang der Scheinwerfer. Ein Touch von Porsche umweht den neuen Ford Puma mit seiner relativ flach stehenden A-Säule und der nach hinten abfallenden Dachlinie. "Anti-Wedge-Design" nennen es die Verantwortlichen, also ein "Anti-Keil-Design". Wie dem auch sei, wer mag, kann am Heck gewisse Ähnlichkeiten zum Porsche Macan vor dessen Facelift entdecken. Auffallend hier: Der Modellname prangt dort in großen Buchstaben, leider fehlt ein praktischer Griff. Und noch eine, vielleicht zu hochgestochene Parallele gibt es: Die LED-Tagfahrleuchten sollen an den Ford GT erinnern.

Bildergalerie: Ford Puma (2019): Neue Bilder

Einsortiert wird der Ford Puma der Neuzeit zwischen dem Ecosport und dem Kuga. Basis für den 4,18 Meter langen Wagen ist die Fiesta-Plattform, aber mit breiterer Spur (1,56 Meter) und größeren Rädern. In der Tat: Unser Fotofahrzeug, eine ST-Line, steht auf 19-Zöllern! Besagte ST-Line gibt es ab Februar 2020, bestellbar sind zunächst Titanium, Titanium X und ST-Line X. Beide X-Varianten bieten ab Werk 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Wenden wir uns dem Innenraum zu: Vieles ist aus dem Fiesta bekannt, doch Ford hat sich beim Puma um ein nobleres Ambiente bemüht. Armauflagen aus Leder in den Türverkleidungen, ein Massagesitz für den Fahrer und ein 12,3-Zoll-Digitalcockpit mit Puma-Logo, das in der ST-Line und bei ST-Line X serienmäßig ist. Auch typisch Fiesta ist das relativ knapp bemessene Platzangebot, im Fond wird für meine 1,88 Meter Länge der Fußraum knapp. Im Vergleich zum Fiesta sitzt man übrigens um 30 Millimeter höher. Die Zuladung beträgt bei voller Besetzung mit fünf Personen von 75 Kilogramm Gewicht 210 Kilogramm.

Ford Puma 2019

Richtig geklotzt hat Ford hingegen beim Kofferraum des Puma. Er stellt bereits im Normalzustand ein Ladevolumen von bis zu 456 Litern bereit. Werden die Lehnen der zweiten Sitzreihe eingeklappt, nimmt der Gepäckraum dank seines ebenen Ladebodens selbst Kisten und Kartons mit den Abmessungen 112 x 97 x 45 Zentimeter auf. Hinzu kommt die serienmäßige Ford MegaBox, ein sehr flexibel nutzbares Unterflurfach mit einem Volumen von bis zu 80 Litern. Wird es zur vollen Ausschöpfung der Ladehöhe genutzt, kann der neue Puma auch zwei aufrechtstehende Golfbags transportieren. Zugleich bietet sich die Ford MegaBox etwa für schmutzige Sportgeräte oder Stiefel an, denn sie hat einen weiteren Vorteil: Sie ist vollständig mit Kunststoff verkleidet und besitzt eine Ablauf-Schraube. Dadurch lässt sich die Ford MegaBox nach der Nutzung sehr leicht mit Wasser reinigen, das anschließend einfach abfließen kann. Ideal für Hundebesitzer, um ihren Liebling nach einer Outdoor-Runde zu säubern. Passend zum Thema Hund gibt es übrigens je nach Ausstattung auch abnehmbare Sitzbezüge.

Der Laderaumboden lässt sich problemlos mit einer Hand in der Höhe verstellen. Dabei stehen drei Optionen zur Wahl: Die unterste Einstellung schließt die Ford MegaBox mit ein und maximiert auf diese Weise das Stauvolumen. Die höhere Position ermöglicht die Nutzung der Ford MegaBox, bildet zugleich aber auch eine ebene Ladefläche, wenn die Lehnen der Rücksitze umgeklappt werden. Wird der flexible Laderaumboden ganz entfernt, kann er ebenso sicher wie praktisch in einer Halterung hinter den Rücklehnen verstaut werden. Dann entfaltet der neue Puma das volle Stauvolumen von bis zu 456 Litern als Fünfsitzer.

Erstmals in diesem Fahrzeugsegment kommt auf Wunsch eine sensorgesteuerte Heckklappe zum Einsatz. Und noch eine innovative Lösung zeichnet die Kofferraumklappe aus: Sie dient als Halterung für die Gepäckabdeckung, die auf diese Weise nach dem Öffnen nicht mehr im Weg steht und einen ungehinderten Zugang zum Laderaum ermöglicht. Wird die Heckklappe geschlossen, schmiegt sich die Gepäckraumabdeckung auch sperrigen Gegenständen problemlos an. Assistenzsysteme gibt es im Ford Puma ähnlich wie schon im Fiesta in rauhen Mengen, erwähnenswert sind der Ausweich-Assistent und eine Falschfahrer-Warnfunktion, sobald man falsch abbiegt.

Ford Puma 2019

Kommen wir zu den Antrieben des neuen Ford Puma: Er geht als erstes Fahrzeug mit EcoBoost-Hybrid-Technologie an den Start, der Ford Fiesta und der Ford Focus folgen voraussichtlich Mitte 2020. Beim Ford EcoBoost-Hybrid-Antrieb handelt es sich um 48-Volt-Mild-Hybrid-Technologie, das heißt: Ein riemengetriebener Starter-Generator (Belt-driven Integrated Starter/Generator, BISG) ersetzt die konventionelle Lichtmaschine. Der BISG rekuperiert kinetische Energie, die andernfalls als Reibung an den Bremsen ungenutzt verloren ginge, und speist damit eine luftgekühlte 48 Volt-Lithium-Ionen-Batterie. Der BISG ist in den Nebenaggregate-Strang integriert und unterstützt den 1,0 Liter-EcoBoost-Dreizylinder bei geringeren Drehzahlen als Elektromotor mit zusätzlichem Drehmoment.

Bezogen auf den neuen Ford Puma bedeutet dies: Das EcoBoost Hybrid-System ergänzt und verstärkt den 1,0 Liter großen EcoBoost-Dreizylinder-Turbobenziner um einen integrierten, riemengetriebenen Starter-Generator mit einer Leistung von 11,5 kW (16 PS). Der sich selbst regulierende Ford EcoBoost Hybrid-Antrieb entwickelt im neuen Puma 155 PS. Ebenfalls bereits zum Marktstart verfügbar sein wird der bekannte 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder-Benziner ohne Hybrid-Technologie und einer Leistung von 125 PS. Beide Varianten sind mit einer  Zylinderabschaltung ausgerüstet. Außer den beiden Benziner-Varianten, die bereits zur Markteinführung des neuen Puma verfügbar sind, wird Ford zu einem späteren Zeitpunkt auch einen 1,5-Liter-EcoBlue-Turbodiesel mit einer Leistung von ebenfalls 125 PS anbieten. Alle drei Motorisierungen sind nach Euro 6d-TEMP eingestuft und haben ab Werk ein automatisches Start-Stopp-System sowie ein präzises 6-Gang-Schaltgetriebe an Bord. Ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für den Puma 1.0 EcoBoost mit 125 PS wird ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt lieferbar sein. Ein Allradantrieb ist für den Puma hingegen nicht geplant.

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