Das 1922 präsentierte Auto war besonders bedienungsfreundlich

Anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums erinnert die Marke Citroën an die legendären Autos aus der Modellgeschichte. Nach dem allerersten Serien-Citroën, dem Typ A 10 HP aus dem Jahr 1919, folgt nun der Citroën 5 HP aus den 20er-Jahren. Der Wagen war ein entscheidender Schritt zur Demokratisierung des Automobils.

Der Citroën 5 HP – auch Citroën 5 CV oder Citroën Typ C genannt – wurde 1922 auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt. Das von Edmond Moyet konstruierte Modell kam mit seiner Sparsamkeit, seiner leichten Bedienung und der einfachen Wartung insbesondere bei Frauen und jungen Fahrern sehr gut an. Mit der Entwicklung des Citroën 5 HP erfüllte der Designer zudem die Erwartungen vieler Gewerbetreibender und schuf das erste wirklich volkstümliche Auto für jedermann.

"Sogar für drei überdurchschnittlich korpulente Personen sehr bequem"

Der Vierzylinder-Ottomotor mit einem Hubraum von 856 ccm verfügte über 11 PS und verbrauchte nur fünf Liter Sprit auf 100 km. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 60 km/h. Der „Trèfle“, die bekannteste Version, ist vielen Citroën-Fans wegen seines spitz zulaufenden Hecks und dem dort untergebrachten, einzelnen, mittig platzierten Rücksitz bis heute in Erinnerung. „Dank optimaler Raumanordnung sind die Sitze sogar für drei überdurchschnittlich korpulente Personen sehr bequem“, so der Prospekt von damals.

Citroën 5 HP von 1922

Da der 5 HP zur Markteinführung mit einer markanten, hellgelben Lackierung angeboten wurde, bekam er schnell den Spitznamen „kleine Zitrone“. Die ansprechende Karosseriefarbe und die einfache Handhabung verhalfen dem Citroën 5 HP und der Marke Citroën zu großer Popularität. Zwischen 1922 und 1926 wurde der Wagen insgesamt 80.759 Mal gebaut. Anekdote am Rande: Opel fand den 5 HP so gut, dass man den Wagen kurzerhand kopierte. Heraus kamen der grün lackierte "Laubfrosch" und geflügelte Wort "Dasselbe in Grün".

Neben dem 5 HP brachte Citroën ab 1921 auch die B-Reihe: Als direkter Nachfolger des Citroën Typ A übernahm der B2 dessen Serienausstattung. Mit einem stärkeren Motor und einem Dreigang-Getriebe wurde das Auto ab Juni 1921 zum Erfolgsmodell. Mit B2-Motoren ausgestattet waren auch die Citroën-Halbkettenfahrzeuge, die durch die Sahara-Durchquerung 1922/1923 berühmt wurden. Darüber hinaus dienten Chassis und Mechanik des B2 als Grundlage der Lieferwagen „Boulangère“ (mit festem Verdeck) und „Normande“ (mit Klappverdeck). Mit dem ab 1924 gebauten Nachfolgemodell B10 setzte Citroën dann erstmals auf die Ganzstahlkarosserie. Als letztes Fahrzeug der B-Reihe wurde der B14 im Oktober 1928 durch den C4 ersetzt.

Bildergalerie: Citroën 5 HP von 1922