Vor 50 Jahren kam die Citroën Dyane auf den Markt

Potentielle Nachfolger eines Kultautos haben es immer schwer. Obwohl gut gemeint, bleibt von ihnen in der Rückschau meist nur eine Fußnote übrig. So auch bei der Citroën Dyane, deren Produktion vor 50 Jahren startete. Dabei war die Idee für die Dyane gar nicht verkehrt. Zum einen war der Citroën 2CV, die berühmte "Ente", anno 1967 schon fast 20 Jahre alt. Eine Modernisierung tat also not, zumal mit dem Renault 4 seit geraumer Zeit ein starker Konkurrent auf dem Markt war. Zum anderen wollte man die entstandene Lücke zum Ami 6 füllen.

Warum eigentlich "Dyane"? Die Wurzeln des Namens lagen beim Autohersteller Panhard, der ebenfalls 1967 mit Citroën fusionierte. Dort gab es unter anderem einen ,Dyna". Bei Panhard (schon seit 1955 hielt Citroën dort 25 Prozent der Anteile) erfolgte die meiste Entwicklungsarbeit für die Dyane. Von einem Nachfolger für die ,Ente" sprach man offiziell nicht, doch spätestens der Blick auf das Design der Dyane ließ die Gerüchte ins Kraut schießen. Kaum länger als die ,Ente", wirkte die Dyane glatter und moderner, ohne die gewohnte Formgebung komplett über Bord zu werfen.

Zwar waren Heckklappe und Frontscheibe größer als bei der "Ente", doch das Chassis übernahm die Dyane. Auch motorenseitig waren beide Fahrzeuge dicht beieinander, nämlich mit einem luftgekühlten Zweizylinder-Boxer. Die nur kurz angebotene Basis-Dyane holte 18 PS aus 425 Kubikzentimeter Hubraum, darüber gab es 24, 28 und 32 PS. Mehr als 602 Kubik schnatterten aber nie unter der Haube. 16 Jahre lang, bis 1983, baute Citroën die Dyane in über 1,4 Millionen Exemplaren, darunter auch in Jugoslawien und dem Iran. Eine ordentliche Zahl, aber kein gigantischer Erfolg. Woran lag es? Zwar dachten viele Enten-Fahrer wegen der vorderen Scheibenbremsen über einen Umstieg nach. Doch im Zuge der 1968er-Bewegung wurde die "Ente" plötzlich als Statement beliebt und schon 1970 gab es auch den 2CV mit dem Dyane-Block und 28 PS. Hinzu kommt: Wer wirklich aufsteigen wollte, bekam im Renault 4 einen Vierzylinder für sein Geld.

Richtig beliebt wurde hingegen die 1978 als Nachfolger der Kasten-Ente eingeführte Acadiane, die bis 1987 über 250.000-mal gebaut wurde. Außerdem bildete die Dyane die Grundlage für ein ganz besonderes Auto: den aufs Wesentliche reduzierten Strandflitzer Mehari. In Deutschland wurden übrigens exakt 22.367 Citroën Dyane verkauft. Heute sind sie selten und teuer: Rund 6.500 Euro kostet ein gutes Exemplar mit TÜV inzwischen.

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