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Vergessene Studien: NSU Ro 80 Pininfarina (1971)

Nicht jedes Design kann von Italienern verbessert werden

1971 NSU Ro 80 Pininfarina

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

22. Apr. 2019 um 14:27 Uhr

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Name: NSU Ro 80 2 Porte +2 / NSU Ro 80 Pininfarina

Premiere: Turiner Autosalon 1971

Daten: unbekannt, vermutlich Zweischeiben-Wankelmotor wie Ro 80

Hintergrund:

Es gibt Formen, die kann man nicht verbessern. Mit diesem Slogan bewarb VW einst den Käfer. Auch für ein anderes Auto gilt der Satz: Mehr als 50 Jahre nach seiner Premiere im Jahr 1967 wirkt der NSU Ro 80 zeitlos. Umso erstaunlicher wirkt da der Umstand, dass sich Pininfarina schon 1971 daran machte, einen potenziellen Nachfolger des Ro 80 zu entwerfen.

Weitere vergessene Studien:

Vergessene Studien: Porsche 989

Vergessene Studien: VW Auto 2000 (1981)

Das Ergebnis wurde auf dem Autosalon Turin vorgestellt die Studie Ro 80 2 Porte +2. Noch heute, wo sich der Wagen im Besitz von Audi befindet, erstaunt seine doch ziemlich bizarre Optik. Pininfarina, bekannt für seine Ferrari-Entwürfe, muss damals einen schlechten Tag gehabt haben. Genauer gesagt, Paolo Martin, aus dessen Feder auch so tolle Sachen wie das Fat 130 Coupé, der Peugeot 104 oder der megaflache Ferrari 512S Modulo stammen. 

Warum gab es dicke Lüftungsschlitze in der C-Säule, die auch noch gespiegelt wurden, obwohl der Wankelmotor vorne untergebracht war? Warum musste die dunklere Fläche in der Seite den Verkauf des Daches widerspiegeln. Heutzutage fallen auch die kantige Form und die dicken Stoßstangen aus PU-Schaum mit Breitband-Scheinwerfern auf, doch das war 1971 durchaus in Mode.

Die technischen Daten waren weitestgehend vom Ro 80 übernommen. Eine Besonderheit stellten die hinteren Türen dar, die gegenläufig, also an der C-Säule, angeschlagen waren. Diese im Volksmund als Selbstmördertüren bekannten Türen sind in Deutschland seit 1961 grundsätzlich verboten, weil sie bei unbeabsichtigtem Öffnen während der Fahrt nicht durch den Fahrtwind zugedrückt, sondern schlagartig aufgerissen werden. Aus diesem Grund wurden die hinteren Türen des Ro 80 2 Porte +2 von den vorderen ein Stück überlappt, sodass sie nur bei offenen Vordertüren geöffnet werden konnten. (Daher auch der Name "2 Türen +2") Kurioserweise griff ausgerechnet ein Wankelauto diese Idee über 30 Jahre später in abgewandelter Forn wieder auf: der Mazda RX-8.

Eine weitere Besonderheit stellte das Dach dar, das zu einem großen Teil nach hinten geklappt und auf der Kofferraumklappe abgelegt werden konnte. Diese Konstruktion war ein Vorläufer der heute üblichen Klappdächer. Zur Verbesserung des Seitenaufprallschutzes wurden die Türen speziell verstärkt. 1971 gehörte NSU aber schon zu Audi, wo man nicht mehr viel Zukunft im unrentablen Ro 80 sah. Schon deswegen kam eine Neuentwicklung nicht in Frage. Selbst angedachte Facelifts unterblieben bis auf größere Rückleuchten im Jahr 1975.

Bildergalerie: NSU Ro 80 Pininfarina (1971)

1971 NSU Ro 80 Pininfarina

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1971 NSU Ro 80 Pininfarina

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