Jetzt gibt es richtige Bilder von der 965 PS starken Genf-Neuheit

Der Sportwagenspezialist Puritalia aus Neapel ist vielleicht manchem noch vom Puritalia 427 aus dem Jahr 2012 bekannt. Auf dem Genfer Autosalon 2019 zeigt die Marke eine Berlinetta mit fast 1.000 PS. Nach dem Teaser vom 18. Februar folgen nun richtige Bilder und mehr Informationen.

Anders als ursprünglich angekündigt, handelt es sich bei dem Antrieb um einen Plug-in-Hybrid, nicht einen normalen Hybrid. Das Purhydrive-System kombiniert einen V8-Benziner vorne und einen Elektromotor an der Hinterachse zu einer Systemleistung von 965 PS und 1.248 Newtonmeter Drehmoment. Der Verbrenner ist ein längs eingebauter 5,0-Liter-V8 mit Ti-VCT-Ventilsteuerung und Kompressor, der 750 PS und 878 Newtonmeter Drehmoment bringt. Er wurde eigens für die Berlinetta von einem US-amerikanischen Zulieferer entwickelt. Wenn der Käufer es will, kann dessen Name eigens auf dem Aluminium-Block verewigt werden. Die Kraftübertragung übernimmt ein automatisiertes Schaltgetriebe mit sieben Gängen und Lenkrad-Paddles. Das Auto hält nur die Abgasnorm Euro 6b ein. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 335 km/h, der Normsprint dauert 2,7 Sekunden.

Der nur 25 Kilo schwere Elektromotor kommt vom britischen Spezialisten Yasa und erzeugt 370 Newtonmeter sowie eine Peak-Leistung von 215 PS. Er treibt direkt (das heißt ohne Umweg über das Getriebe) die Hinterachse an. Die Akkus arbeiten mit Lithium-Eisenphosphat-Chemie und einer Spannung von 700 Volt. Sie sind in zwei Paketen unter dem Kofferraum sowie hinter den Sitzen untergebracht und speichern 5,2 kWh elektrische Energie. Die elektrische Reichweite liegt bei 20 Kilometer -- für ein heutiges Plug-in-Auto nicht gerade viel. Das Aufladen mit dem mitgelieferten Ladegerät dauert drei Stunden.

Das Hybridsystem wird durch eine besondere Software mit Künstlicher Intelligenz gesteuert. Um die optimale Hybridstrategie zu ermitteln, wird der Stil des Fahrers erkannt. Außerdem fließen Echtzeitdaten zu Verkehr, Wetter und Straßenführung (Steigungen, Gefälle, Kurven) ein. Aus der Vielzahl der Daten wird in der Cloud auf einem Server die effizienteste Energienutzung berechnet; das Ergebnis wird dann zurück ins Auto übertragen.

Außerdem kann der Fahrer zwischen den Modi Sport, Corsa und e-Power wählen. Im Corsa-Modus soll auch der Sound der Abgasanlage (Originalbezeichnung: "Puritalia Orchestra") besonders beeindrucken. Außerdem gibt es einen eMozione-Schalter, mit dem das Drehmoment des Elektromotors für 45 Sekunden auf 370 Newtonmeter angehoben werden kann.

Der zweitürige Wagen erinnert mit seiner Front ein wenig an klassische Jaguar-Modelle. Er ist 4,50 Meter lang und hat einen Radstand von 2,71 Meter. Das Leergewicht wird mit 1,4 Tonnen angegeben. Das Chassis des Gran Turismo besteht aus Carbon und Aluminium, die Karosserie aus Carbon. Der V8 liegt vorne, das Getriebe ist hinten angeordnet, es handelt sich also um ein Transaxle-Layout. Die Gewichtsverteilung soll durch die Positionierung des V8 vorne und aller Elektro-Komponenten sowie des Getriebes hinten ein Verhältnis von 50 zu 50 (vorn/hinten) erreichen. Innen hat das Auto viel Leder, ein 12,3-Zoll-Display statt konventioneller Instrumente und in der Cockpit-Mitte einen vertikalen Bildschirm im Tesla-Stil:

Puritalia Automobili Berlinetta

Verzögert wird mit Brembo-Festsattelbremsen vorne und hinten. Vorne messen die Bremsscheiben 
380 mal 32 Millimeter, die Sättel haben sechs Kolben. Hinten sind die Scheiben 380 mal 28 Millimeter groß, die Sättel haben 4 Kolben. Serienmäßig werden gelochte, automatisch belüftete Stahlscheiben (optional: Carbon-Keramik-Scheiben) eingebaut.

Das Auto wird per Hand nach den Vorstellungen des Kunden gefertigt. Nur 150 Stück sollen gebaut werden. Und die wenigen Autos sollen nicht einfach verkauft wie bei normalen Modellen, sondern man vertraut sie ausgesuchten "Botschaftern" an, die das Auto auch wirklich schätzen, so Puritalia. Im Prinzip gehen viele Luxushersteller so vor: Man will sich die Kunden aussuchen, vermutlich soll nicht jeder Neureiche so ein Fahrzeug besitzen und das Image der Marke womöglich mit schlechten Manieren beschädigen. Die Preise beginnen bei 553.350 Euro.

Quelle: Puritalia

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