Ford entwickelt Sitz, der aussieht, als säße keiner drin
Die Innovation hilft beim Test von Lichtsignalen für autonome Fahrzeuge
Ein Kopfnicken, ein freundlicher Wink – solche Gesten tragen im Straßenverkehr zur Verständigung bei. Aber autonome Fahrzeuge können nicht winken. Wie also werden diese Autos ohne Fahrer am Steuer mit Fußgängern, Radfahrern oder menschlichen Autofahrern kommunizieren? Ford hat getestet, ob Lichtsignale verstanden werden.
Ford ließ einen Transit Connect mit menschlichem Fahrer durch die Straßen fahren. Damit die anderen Verkehrsteilnehmer glaubten, es mit einem autonomen Auto zu tun zu haben, versteckte sich der Fahrer im so genannten „Human Car“-Sitz. Nach dem schwitzenden Autositz-Testroboter Robutt kann Ford damit eine weitere Innovation vorweisen, die schmunzeln lässt: den Autositz, der aussieht, als säße keiner drin:
Der Fahrer bediente eine am Fahrzeugdach montierte Lichtleiste, die mit verschiedenfarbigen Lichtern anzeigte, ob der Transporter gerade vorwärts anfuhr oder zum Beispiel einen Passanten die Straße queren ließ.Die Tarnung war erfolgreich: 60 Prozent der 173 befragten Passanten hielten den Transit Connect für ein autonomes Fahrzeug. Im Zuge der beobachteten Reaktionen von weiteren 1.600 Menschen stellte sich Türkis, das auffälliger als Weiß und weniger mit Rot zu verwechseln war, als bevorzugte Signalfarbe heraus.
Die Tests wurden in Deutschland gemeinsam mit der Technischen Universität Chemnitz durchgeführt und ergänzen Forschungsprojekte in den USA. Ford will bis 2021 ein selbstfahrendes Fahrzeug für Nordamerika entwickeln. Nach Tests autonomer Prototypen in Detroit, Pittsburg und Miami testete die Marke kürzlich in Zusammenarbeit mit Argo AI ein autonomes Auto in der US-Hauptstadt Washington D.C.. In China arbeitet Ford mit dem Suchmaschinenbetreiber Baidu zusammen, um Ende 2019 mit der Erprobung autonomer Autos in Peking und anderen Städten zu beginnen.
Bildergalerie: Ford testet Lichtsignale für autonome Fahrzeuge
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