Das 612-PS-Monster bekommt eine Farbe, die es für den Carrera GT nie offiziell gab

Neupreis: 452.690 Euro. Zehn Zylinder, 5,7 Liter Hubraum, 612 PS. Insgesamt 1.282 gebaute Exemplare zwischen 2003 und 2006. Der einst von Walter Röhrl abgestimmte Porsche Carrera GT ist längst zum Mythos gereift. (Einige Stimmen behaupten, nur Walter könnte den Wagen überhaupt beherrschen.)  Für einen Sammler in den USA hat Porsche Classic nun einen Carrera GT grundlegend überarbeitet. Allerdings ist das beinahe verharmlosend ausgedrückt: Das Fahrzeug wurde in einen Neuwagen-Zustand gebracht.

Als Basis für das spektakuläre Projekt diente ein Fahrzeug aus Privatbesitz. Der Wunsch des Sammlers war ein vollständiger und dazu individueller Neuaufbau des Wagens in einer Manufakturqualität, wie sie nur von Porsche selbst geleistet werden kann. Dazu wurde der Wagen vollständig in seine Einzelteile zerlegt, jedes Bauteil eingehend geprüft und wenn nötig aufgearbeitet oder ersetzt. 

Neben einer kompletten Revision von Motor, Getriebe und Fahrwerkskomponenten erhielt der Carrera GT auch eine neue Lackierung. In Abstimmung mit Porsche Classic entschied sich der Besitzer für Oak Green Metallic – eine Farbe, die erstmals in den 1970er-Jahren (vor allem beim 911 Turbo) auftauchte, für den Carrera GT aber nie zur Verfügung stand.

Dazu passend wurden die Fünfspeichen-Magnesiumräder gestaltet. Ziel war es, die Farbgebung der Räder an die legendären Rennsporträder von BBS anzulehnen – mit in Gold lackiertem Felgenstern und poliertem Felgenring. Wie eine Material-Expertise im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach jedoch ergab, würde das Polieren des Felgenrings zu einer Gefügeveränderung im Material und damit zu einer möglicherweise gefährlichen Schwächung des Werkstoffs führen. Also musste eine andere Verfahrenstechnik zum Einsatz kommen, um dem Felgenring den gewünschten metallischen Hochglanz zu verleihen.

Die Lösung dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung lieferte schließlich das Edelmetall Silber. Der Auftrag der Silberschicht erfolgte dabei in einem neuartigen, im Serienfahrzeugbau bis dahin noch nicht angewandten Verfahren, das zu einem mit Chrom vergleichbaren Oberflächenfinish führt.

Das Gold des Felgensterns findet sich aber auch an anderen Stellen wieder. Etwa beim Porsche-Schriftzug auf den Bremssätteln, im Motorraum bei den Ansauggehäusen oder auch im Innenraum, wo die obere Markierung in der Mitte des Lenkrads ein einzelner Goldstreifen ziert, der an beiden Seiten von einem Streifen in Oak Green flankiert wird und so für eine dezente, individuelle Note sorgt.

Doch damit hatten sich die Arbeiten an diesem besonderen Carrera GT bei weitem nicht erschöpft. „Zum Beispiel neigt die Beschichtung älterer Kohlefaserteile zum Vergilben und Verblassen, so dass wir allein 350 Stunden mit dem Handschleifen und Wiederbeschichten aller Kohlefaserbauteile inklusive des Monocoques aufgewandt hatten“, erklärt Uwe Makrutzki, Leiter der Porsche-Classic-Werksrestaurierung in Stuttgart.

 

Bildergalerie: Porsche Carrera GT recommissioned