Vergessen Sie den Rapid. Das hier ist ein deutlich wertigerer Kompaktwagen

Der Weg zur offiziellen Premiere war relativ kurz, wenn man bedenkt, dass die ersten Meldungen zum Rapid-Nachfolger erst im Juli diesen Jahres aufploppten. Es folgte der übliche Wust an Erlkönigbildern, offiziellen Teasern und ersten rudimentären technischen Informationen (Skoda ist mittlerweile führend, was die Salamitaktik betrifft) und schwups, schon ist der neue Scala da. Für die statische Präsentation des Kompaktmodells karrte der Hersteller den üblichen Journalisten-Tross übrigens ins israelische Tel Aviv. Angeblich weil der technisch so stark aufgebrezelte Scala und die aufstrebende Tech-Metropole so gut zusammenpassen. Machen Sie daraus, was Sie wollen. 

Wir widmen uns lieber den harten Scala-Fakten. Obwohl er auf der MQB-A0-Plattform sitzt, die sonst eher für die Konzern-Kleinwagen wie VW Polo, Seat Ibiza, Audi A1 und Co reserviert ist, streckt sich der neue Skoda auf 4,36 Meter Länge und damit mitten hinein ins VW-Golf-Territorium. Die Breite beträgt 1,79 Meter, die Höhe 1,47 Meter und der Radstand 2,65 Meter. Gehen Sie davon aus, dass der neue Scala bei den Platzverhältnissen Skoda-typisch ganz oben im Segment landet. Die Tschechen versprechen Fondraum auf Octavia-Niveau. Auf jeden Fall wird es mehr Raum geben als im Rapid Spaceback. Auch beim Kofferraum übrigens, der auf 467 bis 1.410 Liter wächst. 

Dass ein neuer Skoda groß und praktisch sein würde, war zu erwarten. Dass er so gut aussieht, eher nicht. Der überraschend scharf gezeichnete Scala ist kein Vergleich zu den eher spießigen Rapid-Twins. Aber natürlich muss man auch was fürs Auge bieten, wenn man im Kompaktklasse-Haifischbecken um Golf, Ford Focus, Seat Leon oder die immer populäreren Koreaner Kia Ceed und Hyundai i30 anstinken möchte.  

Laut Skoda ebnet der Scala den Weg für eine neue Designsprache, die man in den nächsten Jahren auch bei anderen Skodas sehen wird. Die Ähnlichkeit zur Paris-Studie Vision RS Concept ist nicht von der Hand zu weisen, auch wenn der Scala natürlich auf all das aufregende Showcar-Lametta verzichten muss. Ein Scala RS könnte hier eindeutig helfen, allerdings ist von offizieller Seite zu hören, dass aktuell keine RS-Sportversion auf der Agenda ist. 

2019 Skoda Scala

Die öligen Teile des Scala dürften Kennern des VW-Konzern-Antriebsportfolios nur zu bekannt vorkommen. Die Basis bildet der 1.0-TSI-Dreizylinder mit 95 PS und Fünfgang-Schaltgetriebe. Der zweite Dreizylinder leistet 115 PS und ist entweder an eine Sechsgang-Schaltung oder ein Siebengang-DSG gekoppelt. Gleiches gilt für das vorläufige Topmodell, einen 1.5-TSI-Vierzylinder mit 150 PS, sowie für den einzigen Diesel, einen 1.6 TDI mit 115 PS. Ende 2019 soll noch eine Erdgas-Variante des Dreizylinders mit 90 PS folgen. 

Im Interieur herrscht zwischen neuem Scala und altem Rapid ein Unterschied wie Tag und Nacht. Alles wirkt deutlich schicker, mit besseren Materialien und einem generösen Technik-Arsenal. Optional gibt es ein digitales 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und einen frei stehenden 9,2-Zoll-Touchscreen für das merklich aufgepeppelte Infotainment. Selbiges ist nun immer online und kriegt Over-the-Air-Updates. Serienmäßig gibt es einen 6,5-Zoll-Screen, die mittlere Variante hat acht Zoll Bildschirmdiagonale.

2019 Skoda Scala
2019 Skoda Scala

Weitere Tech-Schmankerl sind Voll-LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten (mit dynamischer Blinkfunktion) sowie ein System namens Sport Chassis Control, dass den Scala per Knopfdruck straffer und 15 Millimeter tiefer macht. Der MQB-A0-Baukasten ermöglich natürlich auch aktuelle Assistenzsysteme. Dazu gehören ein Notbremsassistent, ein aktiver Abstandstempomat oder ein Toter-WInkel-Warner. Beim Parken helfen eine Rückfahrkamera und ein Park-Lenk-Assistent.

Wir sind schon gespannt, wie sich der neue Skoda Skala im übervollen Kompakt-Segment behaupten können wird. Der Marktstart erfolgt in der ersten Jahreshälfte 2019.

Bildergalerie: Skoda Scala 2019