Home

Mercedes-Benz

News

Mercedes-Historie: 50 Jahre Strich-Acht Coupé

Der edle E-Klasse-Opa debütierte Ende 1968

50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

2. Dez. 2018 um 12:00 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Ein E-Klasse Coupé ist bei Mercedes heutzutage fester Bestandteil des Modellprogramms. Doch das war nicht immer so: Vor 50 Jahren ergänzte ein edler Zweitürer das Angebot beim legendären "Strich-Acht". Seine Optik war nicht unumstritten, die einen feierten seine schlichte Eleganz, die anderen störten sich am dominant ausgeprägten Kofferraum.

Weitere Oldtimer-Legenden von Mercedes:

Mercedes 280 SE Cabriolet 3.5: Unterwegs im Luxus-Dampfer

Mercedes 600 SEL (W 140): Unterwegs in der XXL-S-Klasse

Doch der Reihe nach: Im Januar 1968 stellt Mercedes die „ Strich-Acht“-Limousinen der Baureihen 115 und 114 vor. 115 steht dabei für die Vierzylinder, 114 für die Sechszylinder. Ursprünglich hatte man eine starke optische Unterscheidung zwischen Vier- und Sechszylinder angedacht, übrig blieben Doppelstoßstangen und Holz im Cockpit für die starken Motoren. Im November 1968 runden die Coupés der Baureihe 114 das Modellprogramm nach oben ab. Sie begründen die Tradition der heutigen Mercedes-Benz E-Klasse Coupés. Als dritte „Strich-Acht“ -Karosserievariante folgen im Dezember 1968 die Limousinen mit langem Radstand und später zudem Fahrgestelle für Sonderaufbauten.

Technisch lehnt sich das Coupé eng an die Limousine an. Doch sein Design hebt den sportlich-eleganten Reisewagen klar vom Viertürer ab: Front- und Heckscheiben stehen flacher als bei der Limousine und sorgen mit dem um 45 Millimeter niedrigeren Dach für eine andere Silhouette. Dazu kommen rahmenlose und voll versenkbare Seitenscheiben vorn und hinten. Sie ergeben durch den Verzicht auf eine B-Säule großzügige offene Flächen. Harmonisch abgerundet wird die Stilistik durch die bis zu den hinteren Radausschnitten gezogene Stoßstange.

Bis zum Produktionsende im August 1976 baut Mercedes insgesamt mehr als 67.000 „Strich-Acht“-Coupés der Baureihe 114. Der erfolgreichste Typ ist mit 21.787 Exemplaren der 250 CE. Vom Spitzentyp 280 CE werden 11.518 Fahrzeuge gebaut. Insgesamt gehen rund 60 Prozent der Coupés in den Export.

Mit den Coupés der Baureihe 114 begründet Mercedes 1968 nicht nur die Tradition der E-Klasse Coupés, sondern treibt auch die Differenzierung des Modellprogramms voran. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg setzt die Stuttgarter Marke zunächst bewusst auf Einheitskarosserien für Personenwagen vom Typ 180 (W 120) bis zum 220 SE (W 128). So lassen sich viele identische Pressteile verwenden, wie an Windschutzscheibenrahmen, Vordertüren und Kofferraum – das ist die Grundlage einer effizienten Fertigung. Noch konsequenter wird die Möglichkeit des rationellen Karosseriebaus bei den nachfolgenden Baureihen 110 und 111/112 genutzt: Hier gleichen sich die Karosserien von der Windschutzscheibenpartie bis zum Kofferraum. Gut für Mercedes, schlecht für die damals oft im Prestigedenken verhafteten Kunden: Ein teurer 300 SE unterscheidet sich nur maßvoll von einem 190 D.

1960 schlägt Entwicklungschef Prof. Dr. Fritz Nallinger daher eine Zweiteilung der Personenwagenbaureihe vor. So entsteht die „ Strich-Acht“-Baureihenfamilie, benannt nach dem Kürzel „/8“ für das Jahr der Präsentation als eigenständige obere Mittelklasse: 1968. Die Vierzylindertypen sind in der Baureihe 115 zusammengefasst, und zur Baureihe 114 gehören die Sechszylindervarianten. Diese sollen auch zur Basis eines Coupés werden. Der Auftrag zur Entwicklung des eleganten Zweitürers auf Basis der Limousinen wird am 11. Dezember 1964 erteilt. Bereits am 3. September 1965 stellt Nallinger dem Vorstand zwei Coupé-Entwürfe vor.

Dass das im November 1968 vorgestellte „Strich-Acht“-Coupé an der Spitze der Baureihenfamilie platziert ist, macht die Wahl der Motorisierungen deutlich: Von den Limousinen übernimmt Mercedes lediglich den Vergaser-Sechszylindermotor des Spitzen-Typs 250 (130 PS). Die Variante des Motors M 114 mit der elektronischen Bosch D-Jetronic-Benzineinspritzung im 250 CE (150 PS) bleibt den Coupés vorbehalten. Diese leistungsstärkere Variante wird schnell zum Star der neuen Coupés. Diverse Fachzeitschriften messen bis zu 199 km/h Spitze. Damit erreicht er fast die seinerzeit für Personenwagen noch herausragende Marke von 200 km/h. Dazu passt, dass Mercedes für die Präsentation der Coupés vor 50 Jahren den Hockenheimring wählt. Für den Export nach Nordamerika entsteht ab 1969 der Mercedes-Benz 250 C mit einem in der Leistung gedrosselten 2,8-Liter-Motor namens M 130 (130 PS). Ab 1972 wird diese Motorisierung zum Standard für den 250 C, als man die neuen Coupé-Typen 280 C (160 PS) und 280 CE (185 PS) präsentiert.

1973 stellt Mercedes die modellgepflegten Coupés der oberen Mittelklasse vor. Die Motorisierung der Typen 250 C, 280 C und 280 CE behält die Stuttgarter Marke bei. Umso umfangreicher sind die anderen Veränderungen, die teilweise aus den SL- und SLC-Sportwagen übernommen werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Sicherheit, unter anderem mit beweglich gelagerten und von innen verstellbaren Außenspiegeln, schmutzabweisende Zierblenden an den A-Säulen sowie verschmutzungsarmen Rückleuchten. Bereits früher im Jahr 1973 erhalten die Coupés der Baureihe 114 das Vierspeichen-Sicherheitslenkrad der S-Klasse sowie Kopfstützen und Automatik-Sicherheitsgurte an den Vordersitzen als Serienausstattung. Die gleichzeitige Überarbeitung des Designs greift Elemente der 1972 vorgestellten S-Klasse der Baureihe 116 auf, unter anderem einen niedrigen und breiten Kühlergrill sowie eine neu gestaltete Bugschürze.

Bildergalerie: 50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe

50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe

7

50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe 50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe 50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe 50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe 50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe 50 Jahre Mercedes Strich-Acht Coupe

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

XPeng P7+ Long Range im Test: Dieser China-Stromer macht die Oberklasse nervös

XPeng P7+ Long Range im Test: Dieser China-Stromer macht die Oberklasse nervös

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Mercedes eröffnet neues Classic Center: Ein Blick hinter die Kulissen



Tatsächlicher Verbrauch: Honda Jazz Vollhybrid (2026) im Test



Mercedes-AMG setzt plötzlich auf Verbrenner: Comeback von großen Motoren



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



Mercedes-Maybach S-Klasse von LeBron James wird versteigert



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Die erste Mercedes A-Klasse wird im nächsten Jahr zum Oldtimer