Auf Basis einer Kleinwagen-Plattform, aber so groß wie ein Kompakter

Die meisten Autofans sind überzeugt davon, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen Kleinwagen (wie dem VW Polo) und Kompaktwagen (wie dem Golf) gibt. Doch Plattformen wie der Modulare Querbaukasten (MQB) des Volkswagen-Konzerns beseitigen diesen Unterschied mehr und mehr. Es ist ja nicht nur, dass Klein- und Kompaktwagen nun die gleiche Basis haben, das könnte dem Autofahrer ja egal sein. Aber ein Kleinwagen kann nun auch mal mehr Kofferraum haben als ein Kompaktwagen. Beim neuen Skoda Scala kann man sich trefflich streiten, ob es ein Klein- oder ein Kompaktwagen ist. Wir haben alle Informationen zu dem Wagen zusammengekratzt, und da es bisher nur Bilder vom getarnten Auto gibt, hat unser Illustrator auch ein Rendering erstellt.

Der Scala ist der Nachfolger des Rapid (mit Stufenheck-Optik, aber großer Heckklappe) und des Rapid Spaceback (mit Schrägheck). In Zukunft gibt es damit nur noch ein Schrägheckauto. Dieses basiert auf der kleinsten Version des MQB, die die Zusatzbezeichnung A0 trägt und auf der auch der VW Polo, der neue Audi A1, der Seat Arona und der VW T-Cross beruhen. Das heißt (und da kommen wir auf unser Thema zurück), er beruht auf einer Kleinwagenplattform. Doch wenn man nach den Abmessungen geht, ist er ein Kompaktwagen: Die Länge (4,36 Meter) und der Radstand (2,65 Meter) sind größer als beim VW Golf. Und das Kofferraumvolumen (467 bis 1.410 Liter) ist ebenfalls wesentlich größer. Also Kleinwagen oder Kompaktwagen? Skoda selbst stuft den Neuling als Kompaktwagen ein.

Aber nicht nur bei Größe und Stauvolumen verschwimmen die Unterschiede zwischen Klein- und Kompaktwagen (also B- und C-Segment), auch bei der Technik. Alle MQB-Autos können auf die gleichen Elektronikfeatures zurückgreifen, es ist nicht mehr der Ingenieur, der auswählt, sondern der Marketing-Mann. So kann man für den Scala (wie im Polo und seinesgleichen) statt konventioneller Instrumente mit physischen Zeigern auch ein Display à la Virtual Cockpit bestellen. Nur die Größe ist noch unterschiedlich. Im Scala misst das Display 10,25 Zoll, im Golf 12,3 Zoll. Der Monitor des Infotainmentsystems ist jedoch bis zu 9,2 Zoll groß, genauso wie im Golf. Wie das Cockpit aussieht, wissen wir bereits von einer offiziellen Designskizze:

Skoda Scala interior design sketch

Zu den Assistenzsystemen im Scala gehören ein Spurhalteassistent, ein Antikollisionssystem, ein Totwinkelassistent ein Abstandstempomat und ein Einparkassistent. Auch LED-Scheinwerfer und Wischblinker sowie eine schwenkbare Anhängerkupplung sind verfügbar. Adaptive Stoßdämpfer scheint es nicht zu geben, dafür aber ein Sport-Chassis, bei dem man zwischen zwei Dämpfer-Kennlinien umschalten kann -- das wäre eine Premiere im VW-Konzern.

Auch bei den Motoren ist kein großer Unterschied mehr zwischen B-und C-Segment. Der Scala erhält fünf Aggregate. Neben einer Erdgasversion (1.0 G-TEC) mit 90 PS sind das der 1.0 TSI mit 95 oder 115 PS, der 1.5 TSI mit 150 PS sowie ein 1.6 TDI mit 115 PS. Die Preise werden irgendwo zwischen Fabia (als 1.0 TSI mit 95 PS ab etwa 15.000 Euro) und Octavia (als 1.0 TSI mit 115 PS ab etwa 20.000 Euro) liegen. Wir rechnen mit einem Basispreis von knapp über 17.000 Euro. Das würde auch zum Basispreis des Vorgängers passen (Rapid 1.0 TSI mit 95 PS ab etwa 16.500 Euro).

Optisch orientiert sich der Scala an der Paris-Studie Vision RS. Diese Aussage von Skoda und die Bilder des getarnten Wagens waren Grundlage für unser Rendering. Ob unser Illustrator richtig liegt, erfahren wir am 6. Dezember, wenn der Scala in Tel Aviv enthüllt wird. Marktstart hat der Wagen dann "in der ersten Jahreshälfte 2019", so Skoda. Ob es ein Seat-Äquivalent geben wird, müssen wir abwarten, aber wir glauben es eher nicht. Denn hier wäre der ein Schrägheck-Auto wie der kein adäquater Ersatz für den Seat Toledo (mit Stufenheck-Optik und baugleich mit dem Rapid), der übrigens im Oktober 2018 eingestellt wurde.

Bildergalerie: Skoda Scala 2019 Rendering