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EuroNCAP testet autonome Fahrsysteme (2018)

Sicherheitsexperten prüfen Abstandstempomaten und Spurhalteassistenten

10 Modelle im EuroNCAP-Test

Stefan Leichsenring Stefan Leichsenring

Von: Stefan Leichsenring

18. Okt. 2018 um 17:37 Uhr

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Über 70 Prozent der Autofahrer glauben, dass es bereits autonom fahrende Autos zu kaufen gibt. Das ist das Ergebnis einer Umfrage in sieben Ländern, die die Sicherheitsexperten von EuroNCAP und GlobalNCAP in Auftrag gegeben haben. In Wahrheit aber gibt es derzeit zwar Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen, aber noch fährt noch kein einziges Serienauto vollständig autonom. Um zu zeigen, was heute erhältliche Systeme können, hat EuroNCAP die Abstandstempomaten und Spurhalteassistenten von zehn Modellen getestet: Audi A6, BMW 5er, DS 7 Crossback, Ford Focus, Hyundai Nexo, Mercedes C-Klasse, Nissan Leaf, Tesla Model S, Toyota Corolla und Volvo V60.

So (teil)autonom fahren Autos heute:

Mercedes E-Klasse mit Spurwechselassistent im Test

Hyundai i30 mit autonomem Fahrsystem im Test

Die automatische Abstandsregelung muss die Geschwindigkeit bei Annäherung an ein langsamer fahrendes oder bremsendes Fahrzeug zuverlässig verringern. Bei den entsprechenden Tests schnitten die Systeme meist gut ab. bei Annäherung an ein stehendes Fahrzeug dagegen arbeiten die Systeme nicht alle gleich verlässlich. Die größte Herausforderung aber waren Einscheren und Ausscheren. Beim Einscher-Test zieht ein Auto knapp vor dem Testfahrzeug auf dessen Spur, beim Ausscher-Szenario verlässt ein vorausfahrendes Auto plötzlich seine Fahrspur, um einem stehenden Fahrzeug auszuweichen. Das System hat hierbei nur wenig Zeit, die Situation zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Auch die Spurhalteassistenten wurden getestet. Insbesondere wurde in einer S-Kurve geprüft, wie stark die Systeme in die Lenkung eingreifen -- und das bei verschiedenen Geschwindigkeiten. In einem weiteren Test wird der Lenkaufwand gemessen, den der Fahrer zum Umfahren eines kleinen Hindernisses auf der Straße, zum beispiel eines Schlaglochs, aufbringen muss. Ein gutes Fahrerassistenzsystem unterstützt den Fahrer auch während des Manövers, das heißt, es setzt sich weder über den Fahrer hinweg, noch schaltet es ab.

Die Ergebnisse in puncto Abstandstempomat:
- BMW und DS bieten ein niedriges Unterstüzungsniveau, der Fahrer muss häufig eingreifen
- Audi, Ford, Hyundai, Mercedes, Nissan, Toyota und Volvo haben Systeme mit hoher Ausgewogenheit zwischen Assistenz und Aktionen des Fahrers
- Tesla betont zu einseitig die Assistenzsystemen, die oft primäre Kontrolle haben
- Kein Fahrzeug hat den Ein- und Ausschertest bestanden, in allen Fällen gab es eine Kollision

Die Ergebnisse bei der Lenkunterstützung:
- Auch hier haben die Tests unterschiedliche Herangehensweisen und verschieden hohe Unterstützungsgrade ergeben
- Das Tesla Model S erlaubt es im S-Kurven-Test nicht, in die Lenkung einzugreifen, die Lenkung wird allein vom System übernommen. Sind die Lenkgrenzen erreicht, verzögert das Auto, um die Kurve zu schaffen. Bei fehlenden Spurmarkierungen versucht das System, einen sicheren Weg zu finden, was nur selten gelingt.

Bedienungshinweise:
- Alle Hersteller bemühen sich, dem Benutzer zu sagen, wann die verschiedenen Systeme benutzt werden können und wann nicht
- Bemängelt wird, dass BMW in einem Werbe-Video zum 5er einen Fahrer zeigt, der die Hände vom Lenkrad nimmt, was den falschen Eindruck erweckt, das Auto könne autonom fahren.
- Teslas Bezeichnung AutoPilot verführt laut EuroNCAP zu übermäßigem Vertrauen gegeüber den Fähigkeiten des Systems.

Insgesamt kommen die Tester zu dem Schluss, dass die heutigen Fahrerassistenzsysteme Komfort und Sicherheit erhöhen. Der Fahrer bleibt jedoch in der vollen Verantwortung und muss immer seine Hände am Steuer halten.

Quelle: EuroNCAP

Bildergalerie: EuroNCAP testet autonome Fahrsysteme

Audi A6

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10 Modelle im EuroNCAP-Test

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