Diese Bugatti-Projekte kennt kaum jemand

Name: Bugatti ID 90

Premiere: Turin Motor Show 1990

Daten: 3,5-Liter-V12 mit vier Turboladern als Mittelmotor, Allradantrieb, Länge: 4,10 Meter, Breite: 1,84 Meter, Spitze: 280 km/h

Der Hintergrund:

Bugatti hat viele schöne Autos hervorgebracht, aber der 1991 vorgestellte Seriensportwagen EB 110 gehört nicht dazu. Der ID 90 übernahm einige Designmerkmale von ihm, der Rest wurde von Giugiaro entworfen. Und der Designerpapst machte aus dem ätzenden EB 110 einen schicken Zweisitzer:

1990 Bugatti ID 90
1990 Bugatti ID 90

Das Auto gehört für uns zu den heutzutage leider vergessenen Studien. Der Wagen erhielt Räder im Retro-Design, die ähnlich aussahen wie beim Bugatti Royale von 1926. Das riesige Glasdach hatte hinten eine Öffnung, die dazu diente, dem V12-Motor Luft zuzufächeln. Eine ähnliche Anordnung hatte Giugiaro schon 1984 beim Lotus Etna umgesetzt

Name: Bugatti EB 112

Premiere: Genfer Autosalon 1993

Daten: Antrieb vom EB 110 abgeleitet. 6,0-Liter-V12 mit 455 PS, Allradantrieb, Carbon-Chassis, Aluminum-Karosserie

Der Hintergrund:

Wenn man an Limousinen von Bugatti denkt, fällt einem wohl zuerst der Galibier 16C ein. Der EB 112 war dessen Vorfahre. Ähnlich wie beim ID 90 wurde Giugaro auch hier von Bugattis reicher Vergangenheit inspiriert. Retro-Akzente aus den 20er- und 30er-Jahren sind hier zu sehen, so zum Beispiel Anklänge an den Atlantic und den Typ 57G. Vielleicht ist das Design nicht jedermanns Sache, aber es ist schließlich auch ein Vierteljahrhundert alt. Im luxuriösen Interieur wurden Leder und Walnuss mit Hightech von damals kombiniert, wie einem Videorekorder und einem kleinen Monitor am Armaturenbrett auf der Beifahrerseite.

Der V12 saß direkt vor der Vorderachse, was das erleichterte das Lenken. Ex-Bugatti-Präsident Romano Artioli sagte in einem Interview (siehe Video unten), dass sich der Wagen wie ein Go-Kart fuhr. Er sagt auch, dass die abfallende Dachlinie der Studie andere Autohersteller inspirierte, die jetzt viertürige Coupés verkaufen. Der EB 112 ging nie in Serie, da es Bugatti damals an den notwendigen Mitteln dafür fehlte und die Entwicklung des Serienmodells lange gedauert hätte.

Name: Bugatti EB 118

Premiere: Pariser Autosalon 1998 

Daten: W18-Saugmotor (richtig gelesen: W18) mit 6,3 Liter Hubraum, 555 PS, 649 Newtonmeter, Allradantrieb, Spitze: 320 km/h

Der Hintergrund:

Der EB 118 ging als erster Wagen mit einem W18-Motor in die Automobilgeschichte ein. Er war die erste Bugatti-Studie unter dem Dach des VW-Konzerns. Die Studie stahl vor 20 Jahren mit ihrem gigantischen Motor auf dem Pariser Autosalon allen anderen Marken die Show. Der W18 hatte drei Reihen von sechs Zylinderbänken, die in W-Form verbunden waren. Damit der riesige Motor Platz hatte, hatte die Motorhaube in der Mitte eine Wölbung. Das Coupé wurde wiederum von Italdesign Giugiaro entworfen und mit einem Interieur versehen, das ein Art-Deco-Design und sehr wenige Knöpfe hat.

Name: Bugatti EB 218

Premiere: Genfer Autosalon 1999

Daten: W18-Saugmotor, 6,3 Liter Hubraum, 555 PS, 649 Newtonmeter, Allradantrieb, Fünfgang-Automatik, 0-100 km/h in ca. 4,5 Sekunden, Spitze: 250 km/h (elektronisch abgeregelt)

Der Hintergrund:

Der EB 218 war eine viertürige Weiterentwicklung des EB 118 von einem Jahr zuvor. Der 2009 enthüllte Galibier 16C griff die Idee zu einer Bugatti-Limousine wieder auf, erlitt aber das gleiche Schicksal wie der EB 218: Er wurde nie produziert.

1999 Bugatti EB 218 concept
1999 Bugatti EB 218 concept

Der EB 218 war imposante 5,37 Meter lang und 2,00 Meter breit. Damit war er größer als der EB 118, was zu einem geräumigeren Innenraum führte. Das Allradsystem stammte vom Lamborghini Diablo VT. Die Vorstellung von einer Bugatti-Limousine ist noch heute faszinierend. Noch heute hofft so mancher, dass in den Showromms der Händler eines Tages neben dem Chiron ein praktischeres Modell stehen könnte.

Quelle für die Bilder des Bugatti ID 90: LAT Images