Porsche schenkt reichen Fans zum 70sten Neuinterpretation des legendären Moby Dick

Hui, schön, wenn es doch noch hin und wieder gelingt, dass uns ein Hersteller so richtig überrascht. Und diese Überraschung hat es mehr als in sich. Auf der Rennsport Reunion, einer Veranstaltung für historischen Motorsport auf dem Laguna Seca Raceway, hat Porsche mir nichts dir nichts die Neuauflage einer Legende vorgestellt. Es handelt sich dabei um die moderne Interpretation des 935.

Sollte Ihnen diese Zahlenkombination vertraut sein, dann liegt das vermutlich am irre erfolgreichen Porsche-Rennwagen aus den späten 1970ern/frühen 1980ern mit dem berühmten Spitznamen "Moby Dick". Das neue Modell feiert 70 Jahre Porsche und ist eine Hommage an diese Unternehmenslegende, zitiert unter anderem dessen Flachbaufront und das kurvige, sehr eigenständige Hinterteil.  

Noch mehr Porsche-GT-Pracht

Unter der dramatisch geformten Karosse aus Stahl und jeder Menge Carbon steckt der aktuelle 911 GT2 RS. Trotz der gewachsenen Maße (der 935 ist 4,87 Meter lang und 2,03 Meter breit) fällt das Gewicht des Autos auf 1.380 Kilo. Besonders cool sind die vielen geschmackvoll ausgeführten Retro-Gimmicks wie die roten Teller-Felgen (erinnern an den 935/78) oder die Titan-Endrohre, die denen des 908 von 1968 nachempfunden sind. Die Außenspiegel stammen vom aktuellen Le-Mans-Sieger 911 RSR, den Look der LED-Rückleuchten spendet der 919 Hybrid. Vom Kundensportler GT3 R leiht sich der 935 die massiven Radhausentlüftungen. Der monumentale Wing ist 1,91 Meter breit und 40 Zentimeter tief. 

Noch mehr Zitate berühmter Porsche gefällig? Kein Problem. Innen erhält der neue 935 einen Holz-Schalthebel wie wir ihn beispielsweise vom Carrera GT oder dem Rennwagen 917 kennen. Sollte Ihnen das Lenkrad bekannt vorkommen, dann liegt es daran, dass der 2019er GT3 R-Cuprenner das gleiche an Bord hat.

 

Für vermutlich recht barbarischen Vortrieb sorgt im 935 ein 3,8-Liter-Biturbo-Sechszylinder, der "weitgehend identisch mit dem Hochleistungs-Serienaggregat des straßenzugelassenen 911 GT2 RS ist." Fans wissen, was das bedeutet: Heftig pumpende 700 PS, die per 7-Gang-PDK (sorry, liebe Puristen) auf die 310er-Hinterreifen des Retro-Racers losgelassen werden. Porsches Stabilitätsprogramm PSM, eine Traktionskontrolle und ABS bleiben an Bord. Sogar eine Klimaanlage ist dabei.

Sie werden es wohl schon geahnt haben, aber natürlich ist der Porsche 935 nicht für den Gebrauch auf öffentlichen Straßen ausgelegt. Er richtet sich ausschließlich an Track-Junkies. An sehr vermögende Track-Junkies wohlgemerkt, denn das einsitzige (optional gibt es auch zwei Stühle), auf lediglich 77 Exemplare limitierte Monstrum kostet genau 701.948 Euro. Bestellt werden kann ab sofort, die Auslieferungen beginnen im Juni 2019. 

„Dieses spektakuläre Auto ist das Geburtstagsgeschenk von Porsche Motorsport an die Fans in aller Welt“, sagt Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge. „Da das Auto nicht homologiert ist, mussten Ingenieure und Designer nicht den üblichen Reglements folgen und konnten sich dementsprechend frei entfalten.“

Bildergalerie: Porsche 935