Marchionne gibt FCA-Führung ab
Jeep-Chef Mike Manley wird Nachfolger
Sergio Marchionne, seit 14 Jahren Chef von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), gibt den Vorsitz ab. Eine Operation habe zu unerwarteten Komplikationen geführt, die es dem Manager unmöglich machen, seine Arbeit fortzusetzen, so FCA am vergangenen Samstag (21. Juli 2018). Nachfolger soll der bisherige Jeep-Chef Mike Manley (54) werden. Er übernimmt die Führung zunächst kommissarisch, soll aber schon in den nächsten Tagen von der Aktionärsversammlung gewählt werden. Bei Ferrari übernimmt John Elkann die Führung, das Oberhaupt der Agnelli-Familie.
Der in Italien geborene Marchionne kam als Jugendlicher nach Kanada, da seine Familie auswanderte. Nach einem Studium der Philosophie, Betriebswirtschaft und Jura arbeitete er zunächst als Wirtschaftsprüfer und übernahm dann verschiedene Führungspositionen in der Verpackungsindustrie. Ab 1997 arbeitete er für zwei Schweizer Unternehmen und wurde 2003 Fiat-Aufsichtsrat. Ein Jahr später wurde er CEO. Nach der Fusion mit Chrysler wurde er Geschäftsführer von FCA sowie der damals abgespaltenen Firma Ferrari. Marchionne gilt als Retter des lange defizitären FCA-Konzerns.
2014 hatte Marchionne angekündigt, FCA nur noch bis zum Jahr 2019 führen zu wollen. Nun zog der 66-Jährige seinen Abschied vor. Ende Juni hatte Marchionne von einer Schulteroperation am Züricher Universitätskrankenhaus gesprochen. Doch der Schweizer Tagesanzeiger zitiert in einem Online-Artikel vom 22. Juli Gerüchte, wonach denen Marchionne in Wirklichkeit ein schweres Krebsleiden habe.
Bildergalerie: Sergio Marchionne, Mike Manley
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