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Unter Strom: Der Tesla Roadster (2006) taugt zum Sportwagen
Kaliforniens erster Autohersteller Tesla bietet einen Serien-Elektro-Sportwagen an

Gregor Hebermehl 
Von: Gregor Hebermehl
8. Dez. 2006 um 11:21 Uhr
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"Elektroautos wurden bisher von Leuten gebaut, die diese gar nicht fahren wollten." Martin Eberhard, Chef und Gründer von Kaliforniens erster Automanufaktur ,Tesla Motors" hat da eine feste Meinung. Für ihn glänzten strombetriebene Fahrzeuge bisher vor allem durch eine unzumutbar geringe Reichweite und widerliches Design. Dem hat der in der Computerbranche zum Multimillionär gewordene Ingenieur jetzt seinen Tesla Roadster entgegen gesetzt.
Großer Name
Der amerikanische Umweltsportwagen ist nach dem Ingenieur Nikola Tesla (1856 – 1943), welcher mit dem von ihm erfundenen Generator Wechselstrom nutzbar machte, benannt. Aber nicht nur die Prominenz aus der Vergangenheit spielt bei diesem glamourösen Projekt eine Rolle. Als Geldgeber für Martin Eberhard, dessen Großeltern vor den Nazis aus Deutschland flohen, fungieren unter anderem die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin. 27 Millionen Dollar steuerte der Mars-Society-Sponsor und Entwickler privater Raumfahrttechnik Elon Musk bei. Den ersten Elektro-Roadster kaufte sich Schauspieler George Clooney. Und einer der schlagkräftigsten PR-Männer für den sauberen Renner ist Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der sich gerne in dem Fahrzeug ablichten lässt.
Regen und Sonne
Die Konstruktion des Sportwagens ist ein englisch-amerikanisches Gemeinschaftswerk. Chassis und Karosserie wurden im nasskalten Norfolk bei Lotus entwickelt. Besonders der Innenraum der elektrischen Flunder sieht stark nach Lotus Elise aus. Im sonnigen Kalifornien mussten die Ingenieure das Problem der Energiespeicherung lösen. Für Martin Eberhard kamen nur leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus, wie sie auch in Notebooks und Handys zum Einsatz kommen, in Frage. Diese sind aber sehr empfindlich und lassen sich leicht entzünden. Damit im Falle eines Unfalls die Insassen nicht wie auf einem elektrischen Stuhl gegrillt werden, waren umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen nötig. So wurde jede einzelne Zelle ummantelt, die Batterie besteht aus elf Sektoren mit je 621 Einzelzellen. Zudem wurde ein spezieller Kühlkreislauf installiert. Jetzt fängt die Batterie nicht einmal Feuer, wenn einzelne Zellen abbrennen sollten.
Echter Sport
Was Tesla Motors innerhalb von zweieinhalb Jahren auf die Räder gestellt hat, kann sich sehen lassen. Der in Taiwan gefertigte Motor bringt 248 PS mit. Dabei dreht er wie verrückt: 13.500 Umdrehungen pro Minute sind 5.500 Umdrehungen mehr als die drehfreudigsten Ferrari-Straßen-Motoren zu leisten im Stande sind. Dabei geht es in standesgemäßen 4,1 Sekunden von null auch 100. Die Beschleunigung endet erst bei 210 km/h. Die insgesamt 6.831 Lithium-Ionen-Akkus speichern Strom für eine Reichweite von 400 Kilometern. Der Verbrauch im Stadtverkehr soll in Benzin umgerecht zirka 1,74 Liter auf 100 Kilometer betragen. Zum Aufladen muss das Fahrzeug für drei Stunden an die Steckdose. Der Wagen kostet 70.000 Euro und ist für 2007 bereits ausverkauft. Zurzeit werden Bestellungen für 2008 entgegen genommen.
Weiter geht's
Martin Eberhard ist vom Prinzip des leistungsfähigen Elektroantriebs mithilfe von Lithium-Ionen-Akkus überzeugt. Hybridtechnologie hält er für rückschrittlich. Tesla Motors arbeitet zusammen mit Lotus bereits an einer viersitzigen Variante des Sportmodells. Die unter dem Arbeitsnamen ,White Star" geführte Version soll Ende 2009 zu einem avisierten Preis von zirka 42.000 Euro auf den Markt kommen.
Bildergalerie: Tesla Roadster

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