US-Autolegende Carroll Shelby ist tot

Die Autowelt trauert um einen ihrer großen Namen: Carroll Shelby ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Berühmt wurde Shelby durch kräftige Sportwagen wie die AC Cobra und die nach ihm benannten Versionen des Ford Mustang.

Späte Berufung
Im zweiten Weltkrieg bei der US-Luftwaffe als Pilot tätig, fand Shelby erst relativ spät zum Motorsport. 1952 trat er mit einem Ford-V8-Hot-Rod erstmals bei Viertelmeilen-Rennen an. Nur zwei Jahre später verpflichtete ihn der damalige Sportchef von Aston Martin, John Wyer, als Co-Piloten in einem DB3 für das Rennen in Sebring. Innerhalb weniger Monate befand sich der texanische Hühnerfarmer Shelby in einer Liga mit Größen wie Juan Manuel Fangio oder Phil Hill. Shelbys größter Erfolg als Fahrer war der Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1959 auf einem Aston Martin DBR1.

Die Kobra beißt zu
Im Jahr 1962 begannen die Arbeiten an der später legendären ,Cobra", einem Roadster vom Typ AC Ace mit Ford-V8 unter der Haube. Schon Anfang 1963 fuhr die leichte Cobra erste Rennsiege gegen die damals dominierenden Chevrolet Corvette ein. Bis 1966 wurden die Roadster gebaut, seit 1995 fertigte Shelby erneut Exemplare der offenen Schlange. Höhepunkt der Entwicklung war 1965 die Cobra 427 mit Siebenliter-V8, 425 PS und 641 Newtonmeter maximalem Drehmoment. Im gleichen Jahr heuerte Ford Carroll Shelby als Experten für das GT40-Programm an. Mit den Boliden wollte man Ferrari auf der Langstrecke Paroli bieten, doch bei ihrem ersten Le-Mans-Einsatz 1964 fielen alle Wagen aus. Shelby ließ einen zuverlässigeren V8 mit sieben Liter Hubraum montieren. Das Resultat: Der GT40 dominierte bis Ende der 1960er-Jahre die Rennstrecken der Welt.

König der Straße
Endgültig zur Legende wurde Shelby durch die von ihm aufgemotzten Modelle des Ford Mustang. Schon im August 1964 war der Hersteller an Shelby herangetreten, nur einen Monat später war der erste Mustang GT350 mit 310 PS fertig. In den folgenden Jahren stiegen die Leistungen weiter an: Auf den GT500 folgte als Krönung der GT500KR, wobei KR für ,King of the Road" stand. 1970 endete vorerst die Zusammenarbeit von Shelby und Ford.

Comeback in den 2000er-Jahren
Erst 2001 wurde Shelby zurück ins Boot geholt, um als Berater für die Studie GT40 Concept tätig zu werden. Aus diesem Fahrzeug entstand der in Kleinserie gebaute Ford GT. 2004 zeigte Ford mit den Studien Shelby Cobra Concept und GR-1 Concept, wie eine moderne Cobra aussehen könnte. Im Jahr 2007 rollte der Shelby GT500 auf Basis des Mustang zu den Händlern. Das letzte Projekt, an dem Carroll Shelby zu Lebzeiten beteiligt war, startete 2011: der aktuelle GT500 mit 671 PS unter der Haube und einem maximalen Drehmoment von 856 Newtonmeter. Auch dieses Fahrzeug entsprach der Philosophie von Carroll Shelby: ,Pferdestärken verkaufen Autos, Drehmoment gewinnt Rennen."

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