Ford Mustang: Besser, aber nur drei Sterne
Der Sportwagen verbessert sich im EuroNCAP-Crashtest, bleibt aber kritisch
Weniger Sicherheit für Europa-Kunden?
Wie kam es dazu? Beim versetzten Frontalaufprall entfalteten sich die Front-Airbags nicht genügend, um Fahrer und Beifahrer ausreichend zurückzuhalten. Beim vollständigen Frontalaufprall rutschte der hintere Passagier unter den Gurt, sodass die Gefahr von Bauchverletzungen besteht. Im Fall eines Seitenaufpralls berührte der Kopf des 10-jährigen Dummys Teile der Innenraumverkleidung, die mit dem Vorhangairbag abgesprengt wurden. Der EuroNCAP-Generalsekretär Michiel van Ratingen sagte damals: "Ford erwartete nicht, dass EuroNCAP den Mustang testet. Deshalb wurde auf Sicherheitstechnik, die in den USA verfügbar ist, für europäische Kunden verzichtet." Gemeint ist der Entfall der vorderen Kollisionswarnung. Ford versprach, dass der jüngst vorgestellte Facelift-Mustang sowohl die Kollisionsvermeidung als auch einen aktiven Spurhalteassistenten serienmäßig aufweisen wird. Dieses Modell kommt in den USA voraussichtlich im Herbst 2017 auf den Markt, in Europa wohl Anfang 2018.
Pluspunkt für den 2018er-Mustang
Damit kann sich der Ford Mustang leicht verbessern: Im Facelift-Modell sind nun ein Spurhalteassistent und die autonome Notbremsung serienmäßig. Zugleich wurden die Airbags für Fahrer und Beifahrer optimiert. Als Resultat wandert der Sportwagen von zwei auf drei Sterne. Berauschend ist das indes immer noch nicht. Knackpunkt bleibt besonders die Sicherheit der Fondpassagiere. Nun mag man argumentieren, dass dort wohl selten jemand sitzen wird. Aber wenn es eine Rücksitzbank gibt, testet EuroNCAP dort die Sicherheitsvorrichtungen. Es fehlen Gurtstraffer, eine Belastungsgrenze für die Gurte und eine Warnung zum Anlegen der Gurte. Die Belastung für Fondpassagiere liegt beim Frontalaufprall im roten Bereich. Immerhin ist eine Isofix-Vorrichtung für Kindersitze vorhanden, die bei den vorderen Sitzen fehlt.
Desaster beim Kinderschutz
Einzig guter Mustang-Wert sind die 78 Prozent beim Fußgängerschutz (Stichwort Notbremsung), ansonsten sieht es mäßig aus. 61 Prozent bei den Sicherheits-Assistenzsystemen sind ein Wert, den schon der neue Seat Ibiza erreicht. 72 Prozent beim Insassenschutz für Erwachsene sind allenfalls Durchschnitt. Zum Vergleich: Der mit vier Sternen benotete neue Honda Civic schafft 92 Prozent. Zappenduster sieht es schließlich beim Insassenschutz für Kinder aus: 32 Prozent ist hier der Wert. Wie bereits im Januar 2017 hält sich Ford in Europa zur Mustang-Sicherheit bedeckt. Mit Blick auf den Wiederverkaufswert kann aber jedem Interessenten nur geraten werden, sich bis zum Start des Facelift-Modells zu gedulden.
Bildergalerie: Immer noch nicht sicher
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