ParkNow: Die Zukunft des Parkens?

Stellen Sie sich vor, Sie haben nach langer Suche endlich einen Parkplatz ergattert und vor der Parksäule stehend fällt Ihnen auf, dass Sie kein Kleingeld haben. Oder: Sie parken, werfen ein paar Euro in die Parkuhr und stellen dann fest, dass das Geschäft, das Sie aufsuchen wollten, geschlossen hat. In solchen Fällen hilft ParkNow. Dabei handelt es sich zunächst um ein minutengenaues Online-Bezahlmodell. Doch das ist noch nicht alles, die Firma hat noch einige andere Ideen zur Zukunft des Parkens.

Parkvorgang per App starten und beenden
Um den Bezahlservice zu nutzen, installiert man zunächst eine kostenlose App, die es für Apple- und Android-Handys gibt. Nach einer ebenfalls kostenlosen Registrierung mit Name, Handynummer, Kfz-Kennzeichen und Zahlungsdetails kann es losgehen. Die App zeigt dem Autofahrer alle Parkmöglichkeiten in der Umgebung und navigiert ihn dorthin. Ist er angelangt, startet er den Parkvorgang per App und beendet ihn auch damit. Der Gang zur Parkuhr oder zum Parkautomaten entfällt. Wer kein Smartphone besitzt, kann den Parkvorgang auch per Telefonanruf oder SMS starten. Und wie erkennt die Politesse, ob man bezahlt hat? Dafür gibt es eine orangefarbene ,Plakette", die man sich zuvor zu Hause herunterlädt und ausdruckt. Das Papier legt man wie ein Parkticket gut sichtbar aufs Armaturenbrett. Wenn die Politesse das orangefarbene Symbol sieht, gibt sie das Kennzeichen in ihr Kontrollgerät ein und prüft so, ob man den Parkvorgang auch wirklich gestartet hat.

Auch das Parkhaus kann man bezahlen
Eine weitere Möglichkeit ist das Bezahlen des Parkplatzes im Parkhaus. Die App zeigt auch alle Parkhäuser in der Umgebung mit Öffnungszeiten und Gebühren an. Der Vorgang wird hier mit der Einfahrt gestartet und mit der Ausfahrt beendet. Je nach Parkhaus wird entweder das Kennzeichen automatisch per Kamera erkannt oder man hält eine spezielle ParkNow-Parkkarte an den Apparat an der Schranke – dann öffnet sie sich. Nach dem Parken wird so der Weg zum Automat überflüssig.

Bargeldlos am Monatsende zahlen
Ob es um einen Parkplatz an der Straße oder im Parkhaus geht: Der Service kostet 25 Euro-Cent pro Parkvorgang. Außerdem gibt es eine Art Flatrate für 2,99 Euro pro Monat. Bezahlt wird stets bargeldlos am Monatsende – per Lastschrift, Paypal oder Kreditkarte. Ein weiterer Vorteil: Das Parken kann minutengenau abgerechnet werden. Überall ist ParkNow allerdings noch nicht nutzbar. Für das Parken am Straßenrand kann diese Bezahlmethode derzeit unter anderem in Berlin, Hamburg, Köln, Lübeck, Mainz und Wiesbaden verwendet werden, sowie in Österreich in Graz, Innsbruck, Linz und Salzburg. Ausgerechnet in zwei Hauptstädten der Autoindustrie, in München und Stuttgart, kann man nur ein paar Parkhäuser nutzen.

Parkplatzprognosen bald schon im Navi?
In Zukunft will ParkNow auch neue Lösungen zum Auffinden eines freien Parkplatzes anbieten – sei es am Straßenrand oder im Parkhaus. Schon in den nächsten Monaten will man Kunden eine Prognose dazu liefern, wo man am ehesten einen freien Platz finden kann. Was die Parkhäuser angeht, will ParkNow die sensorbasierten Daten der Betreiber nutzen. Freie Parkplätze am Straßenrand sollen von den Ultraschall-Parksensoren vorbeifahrender Fahrzeuge gefunden werden. Dazu kooperiert ParkNow mit BMW: Erkennen die Sensoren eines BMWs einen freien Parkplatz, melden sie das an ParkNow.

Darstellung von Stau- und Parkplatzprognosen im Navi
Die so erstellten Parkplatzprognosen könnten in der App und zukünftig auch vom Navi im Fahrzeug angezeigt werden. Das sähe dann ähnlich aus wie bei Stauprognosen: Navis, die Echtzeit-Stauinformationen (RTTI, Real Time Traffic Information) unterstützen, markieren Staustrecken farblich in der Karte. Ähnlich könnten künftig freie Parkplätze farblich markiert werden. Übrigens, die Kooperation mit BMW kommt nicht von ungefähr: Wie das Carsharing DriveNow und die ChargeNow-Ladestationen für Elektroautos gehört auch ParkNow zum Dunstkreis des Münchner Herstellers. Die ParkNow GmbH gehört zur Parkmobile Group, an der BMW beteiligt ist. Der Service soll die Mobilitätsdienstleistungen von BMW i stärken.

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