Mercedes C 400 4Matic im Test: Mehr Komfort als Sportlichkeit
Die elektrische C-Klasse bietet viel Leistung, hohen Komfort und eine gute Reichweite, hat aber auch einige Schwächen
Die elektrische Mercedes C-Klasse fällt vor allem durch ihren großen Grill mit zentralem Stern auf. Optional gibt es den Grill auch in beleuchteter Form. Die coupéhafte Dachlinie verleiht der Limousine eine eigenständige Form, hat aber einen Nachteil: Die hinteren Seitenscheiben lassen sich nur etwa zur Hälfte öffnen.
Im Innenraum überzeugt die elektrische C-Klasse von Mercedes mit hochwertigen Materialien. Der im Testwagen verbaute, optionale Hyperscreen mit fast einem Meter Diagonale ist dominant. Wir ließen uns davon gern beeindrucken, genauso wie von der indirekten Ambientebeleuchtung und das optionale Sky-Control-Dach mit Leuchtsternen. Weniger hochwertig wirken dagegen die Rekuperationswippen und die Auskleidung der Becherhalter, die in der Avantgarde-Version aus rauem Hartplastik bestehen.
Viel Platz für die Passagiere, kleiner Kofferraum
Die Bedienung der elektrische C-Klasse ist unkompliziert; nur die Touch-Tasten am Lenkrad mussten wir uns erklären lassen. Die bei Avantgarde stets verbauten Komfortsitze waren uns allerdings zu breit; sie geben wenig Seitenhalt. Im Fond ist die Beinfreiheit locker ausreichend, die Knie stehen allerdings etwas höher. Bei einer Körpergröße von 1,76 Metern bleibt zudem nur wenig Luft über dem Kopf.
Beim Kofferraum ist die C-Klasse als Stufenhecklimousine konzeptbedingt weniger praktisch: Es gibt keine große Heckklappe, sondern nur einen klassischen Kofferraumdeckel. Große Gegenstände lassen sich deshalb nur schwer transportieren. Einen Kombi wird es laut Mercedes nicht geben.
Komfortables Fahrwerk und starke Assistenzsysteme
Der gefahrene C 400 4Matic bringt 360 kW (490 PS) und 800 Nm. Von 0 auf 100 km/h geht es in vier Sekunden. Das optionale Luftfahrwerk ist klar auf Komfort ausgelegt, so dass man Bodenunebenheiten wenig spürt. Ein gewisses Wanken beim Hin- und Her-Lenken ist aber doch festzustellen.
Positiv fallen die gute Geräuschdämmung, die automatische Rekuperation und die Sprachbedienung auf. Auch das im Navi eingeblendete Augmented-Reality-Bild ist eine große Hilfe, wenn die Ansagen unklar bleiben. Die Laderoutenplanung funktionierte bei der kurzen Erprobung problemlos.
Die Batterie mit 94 kWh netto sorgt für eine WLTP-Reichweite von bis zu 753 Kilometern. Beim Test auf Landstraßen lag der Verbrauch bei nur 15,5 kWh/100 km, auf der Autobahn dürfte der Energiehunger des Autos deutlich größer sein. Aufgeladen wird dank 800-Volt-System schnell: Die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent beträgt laut Mercedes 22 Minuten.
Insgesamt zeigt sich die elektrische C-Klasse als komfortable und leise Limousine mit kräftigem Antrieb, aber mit Einschränkungen beim Platzangebot und beim Transport großer Gegenstände. Gegenüber dem BMW i3 auf Basis der Neuen Klasse bietet sie allerdings weniger Reichweite und lädt langsamer. Den ausführlichen Test der Mercedes C 400 4Matic mit allen Bildern und Details finden Sie bei InsideEVs.
Auch interessant
Mercedes A-Klasse (2028): Wird der Einstiegs-Benz zum Crossover?
MG ZS vs. Dacia Duster: SUV-Vergleich unter 30.000 Euro
Mercedes-AMG GT SUV: Erste Mitfahrt und alles ist plötzlich anders
Neuer Mobilvetta Karys: Bett hoch, Fahrräder rein
Mercedes zeigt 140 Jahre Automobilgeschichte in Pebble Beach
Citroën e-C3 Van (2026): Malocher mit Software-Macken im Test
Mercedes C-Klasse Facelift muss ohne AMG C 63 V8 auskommen