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Tatsächlicher Verbrauch: Fiat Pandina Mildhybrid im Test

Wie viel Sprit braucht der elektrisch unterstützte 1,0-Liter-Benziner mit 70 PS im realen Verkehr?

Der getestete Fiat Panda Pandina an der Tankstelle
Bild von: Fabio Gemelli

Der am reichhaltigsten ausgestattete und am schicksten gestylte Fiat Panda ist künftig die Version Pandina. Diese übernimmt viele Details aus den Vorgängervarianten Panda Cross und City Cross.

Der Panda Pandina wird ausschließlich mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder mit Mildhybrid-Unterstützung und 70 PS angeboten. Wir haben dieses Auto für die aktuelle Ausgabe unseres wöchentlichen Verbrauchstests ausgewählt.

Auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom ins norditalienische Forlì erreichte der neue Fiat Panda Pandina Mildhybrid einen ausgezeichneten Durchschnittsverbrauch von 4,10 Liter/100 km. Mit deutschen Benzinpreisen entspricht das Spritkosten von 6,93 Euro je 100 Kilometer.

Nur wenige kleine Benziner sind sparsamer

Mit einem Leergewicht von weniger als einer Tonne zählt der Fiat Panda Pandina zu den sparsamsten bisher getesteten Benzinern. Er liegt knapp vor dem  Kia Picanto 1.0 (4,15 Liter/100 km), dem Hyundai i10 mit 67-PS-Benziner (4,25 Liter), dem Lancia Ypsilon 1.0 70 PS Hybrid (ebenfalls 4,25 Liter) und dem 2017 getesteten Suzuki Ignis 1.2 Hybrid Allgrip (4,40 Liter).

Fiat Panda Pandina

Pandina ist die Topausstattung des Fiat Panda

Zu den wenigen Kleinwagen, die noch sparsamer sind als unser kleiner Fiat gehören der Toyota Aygo X  (4,00 Liter), der Fiat Panda Hybrid von 2020 (3,90 Liter) und der inzwischen ausgelaufene Suzuki Celerio 1.0 von 2015, der mit 3,65 Liter/100 km immer noch der Klassenprimus ist.

Einfach, robust und auf gewisse Weise "schön"

Der von mir getestete italienische Fiat Panda in der Version Pandina ist serienmäßig mit zweifarbigen 15-Zoll-Stahlrädern, Karosseriedetails im Cross-Look, Nebelscheinwerfern, Dachreling, LED-Tagfahrlicht und dunklen Scheiben ausgestattet. Ebenfalls standardmäßig an Bord sind eine manuelle Klimaanlage, Licht- und Regensensor, 5 Sitze, Tempomat, Sechsgang-Schaltgetriebe und ein 7-Zoll-Touchscreen sowie Apple CarPlay und Android Auto.

Fiat Panda Pandina

Die Bicolor-Optik des Exterieurs setzt sich innen fort

Der Pandina kostet in Deutschland 19.990 Euro, in Italien sind es nur 18.950 Euro. Mit der Lackierung in Nero Cinema Pastello und dem Cross-Paket mit gelben Spiegelkappen erhöht sich der italienische Listenpreis auf 19.700 Euro. Dieser Betrag ist absolut gesehen moderat und ist ein angemessener Preis für den kleinen Panda. Das Auto ist seit 2012 mit mehreren Aktualisierungen auf dem Markt und gilt als einfaches, aber robustes Stadtauto.

Der Wagen hat in Italien ein jugendliches und originelles Image. Mir gefiel auch die große Wendigkeit des Pandina: In den engen Gassen unserer Städte und selbst in den kleinsten Parklücken kommt man damit immer gut zurecht. Der bekannte 1,0-Liter-Motor mit 70 PS und Mildhybrid-Unterstützung ist für das Leergewicht von nur 970 Kilo ausreichend, während das Drehmoment von nur 92 Newtonmetern besonders bergauf etwas knapp ist und häufige Gangwechsel erzwingt.

Konstant niedriger Verbrauch

In allen Verkehrssituationen, die ich mit dem Fiat Panda Pandina erlebt habe, von der Stadt über die Landstraße bis hin zur (italienischen) Autobahn, habe ich immer einen sehr niedrigen Verbrauch verzeichnet. Vor allem in der Stadt überzeugte der Verbrauch.

Fiat Panda Pandina

Der leichte Fiat Pandina ist genügsam und mit wenig Benzin zufrieden

Der 38-Liter-Benzintank ermöglicht eine (errechnete) Reichweite von mindestens 600 km. Auch Spitzenwerte von über 1.000 km sind erreichbar, aber nur, wenn man einen sehr leichten Gasfuß hat und auf ebenen Landstraßen mit niedriger Geschwindigkeit fährt.

Verbrauch in verschiedenen Fahrsituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 4,8 Liter/100 km
    790 km Reichweite (errechnet)
  • Landstraße: 6,0 Liter/100 km
    630 km Reichweite (errechnet)
  • Spritspartest: 3,3 Liter/100 km
    1.151 km Reichweite (errechnet)

Aus dem offiziellen Datenblatt

  Fiat Panda 1.0 GSE Hybrid 51 kW Pandina
Antrieb Mildhybrid-Benziner (999 ccm)
Leistung 70 PS
Normverbrauch (WLTP) 5,1-5,2 Liter/100 km
CO2-Emissionen (WLTP) 116-117 Gramm/km
Abgasnorm Euro 6E

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Fiat Panda 1.0 GSE Hybrid 50 kW Pandina
Listenpreis: 19.990 Euro (in Italien 18.950 Euro)
Testdatum: 7. März 2025
Wetter (Abfahrt/Ankunft): heiter, 20 Grad / heiter, 13 Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 72 km/h
Reifen: Goodyear EfficientGrip Performance - 185/55 R15 82H (EU-Label: A, B, 68 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,2 Liter/100 km
An der Zapfsäule bestimmter Verbrauch: 4,0 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 4,10 Liter/100 km (24,39 km/l)
Kraftstoffpreis: 1,69 Euro/Liter (Super E10)
Spritkosten: 6,93 Euro/100 km

Unsere italienischen Kollegen bietet ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse an. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule.

Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung).

Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 42 Cent pro kWh (durchschnittlich gezahlter Preis für Haushaltsstrom in Deutschland im 2. Halbjahr 2023 laut Destatis). Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.

Bildergalerie: Fiat Pandina (2024)