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Dacia Spring Facelift im Test: Elektroauto für Frugalisten

Leben könnte man mit Antrieb, Fahrwerk und Lenkung, aber das Crashrisiko wäre uns zu hoch

Dacia Spring (2024): Fahraufnahme von schräg vorne
Bild von: Dacia

Der Dacia Spring erhält ein Facelift. Die Technik von Antrieb und Akku blieb die gleiche, aber innen hat sich etliches getan. Wir haben das neue Modell in der Topversion mit 48 kW (65 PS) und Extreme-Ausstattung getestet.

Der Dacia Spring basiert wie der alte auf dem Renault Kwid, einem in Indien und Brasilien angebotenen Verbrenner-Kleinwagen. Die neue Version ist bereits bestellbar, es gibt sie nach wie vor mit 33 kW (45 PS) oder 48 kW (65 PS) Antriebsleistung und einem 27-kWh-Akku. Damit sind bis zu 228 km nach WLTP-Norm möglich. Danach wird entweder mit einphasigem Wechselstrom aufgeladen (bis 3,7 kW an der Wallbox). Eine Auflademöglichkeit für Gleichstrom gibt es nur optional.

Schnelle Daten Dacia Spring Electric 65 Extreme (2024)
Antrieb Frontantrieb mit 48 kW (fremderregter Synchronmotor)
Drehmoment 113 Nm
0-100 km/h / Spitze 13,7 Sek. / 125 km/h
Batterie 27,4 kWh brutto, 26,8 kWh netto
WLTP-Reichweite 228 km
Max. Ladeleistung 3,7 kW einphasiger AC, 30 kW mit DC, DC-Ladedauer 56 min (0-80%)
Basispreis 19.900 Euro

Exterieur

Mit 3,70 Meter Länge und 1,52 Meter Höhe gehört der Dacia Spring zu den kleinsten Elektroautos auf dem Markt. Dacia stuft den Wagen als SUV des A-Segments ein. Das passt, obwohl die Grenzen zum Hatchback fließend sind: Der größere VW ID.3 ist mit 1,56 Meter sogar einige Zentimeter höher.

Bildergalerie: Dacia Spring (2024) im Test

Auf dem Markt ist der Spring bereits seit Frühjahr 2021. Gebaut wird er übrigens nicht von Dacia, sondern von Dongfeng in China. Beim jüngsten Facelift erhielt der Spring eine neue Außenoptik. Dazu gehört vor allem die horizontale, schwarze Blende, die an den neuen Dacia Duster erinnert. Zudem hat die Extreme-Version nun größere Räder. Die 15-Zöller sind bei der gefahrenen Extreme-Ausstattung sogar serienmäßig.

Dacia Spring Extreme Electric 65 (2023) im Test

Alter Dacia Spring Extreme

Dacia Spring (2024)

Die etwas kantigere Facelift-Version

Interieur

Auch der Innenraum präsentiert sich nun deutlich moderner. Vor allem ist der (nur bei der Topversion Extreme serienmäßige) 10-Zoll-Touchscreen nicht mehr ins Armaturenbrett integriert, sondern steht darauf. Außerdem gibt es (in der Extreme-Version) farbige Designelemente an den Luftausströmern.

Dacia Spring Extreme Electric 65 (2023) im Test

Altes Cockpit

Dacia Spring (2024)

Neues Cockpit

Die Getriebemodi werden nicht mehr mit einem Drehknopf, sondern mit einem schickeren Schalter aktiviert. Hier stehen die Modi N, R, D und B zur Verfügung – einen Parkmodus hat der Spring nach wie vor nicht. Zudem gibt es die neuen Youclip-Accessoires, die sich an drei Befestigungspunkten festmachen lassen. Dazu gehört unter anderem eine Handy-Halterung, die allerdings ziemlich tief in Bodennähe integriert ist.

Dacia Spring (2024): Youclip-Handyhalterung tief unten in der Mitte

Youclip-Handyhalterung tief unten in der Mitte

Dacia Spring (2024): Der neue Getriebewahlhebel für die Modi R, N, D und B - einen P-Modus gibt es nicht

Der neue Getriebewahlhebel

Positiv fällt der neue Touchscreen mitsamt des Betriebssystems auf; mein Handy mit dem Auto zu koppeln klappte anstandslos. Sogar eine Rückfahrkamera besaß unser Testwagen. Auch das Navi funktioniert prima und berechnete problemlos und einigermaßen schnell eine Route ins heimatliche München. Allerdings spuckt es keine komplette Ladeplanung aus, sondern man kann nur Ladesäulen in der Nähe der Route anzeigen lassen und bei Bedarf als Zwischenstopp hinzufügen. Nun ja, der Spring ist mit seinen 228 km Reichweite eben ein Stadtauto.

Dacia Spring (2024): Das Navi knobelte ohne Probleme eine Route von Bordeaux nach München aus

Das Navi knobelte ohne Probleme eine Route von Bordeaux nach München aus

Abgesehen von den neuen Elementen gibt es im Innenraum nach wie vor reichlich antiquierte Elemente, die man sonst in keinem Elektroauto findet. So dürfte der Spring das einzige Elektroauto sein, das noch per Zündschlüssel gestartet wird, eine mechanische Feststellbremse mit Handgriff (vulgo Handbremse) hat und Verriegelungsknöpfe an den hinteren Türen. Außerdem fehlen die Handgriffe über den vorderen Seitentüren und ein Griff zum Zuziehen der geöffneten Heckklappe.

Im Fond reicht der Platz für mich als 1,76 Meter große Testperson gerade so aus: Meine Knie stoßen an die Vordersitzlehne, wenn ich den Fahrersitz für mich passend einstelle. Über dem Kopf bleiben dagegen ein paar Zentimeter.

Dacia Spring (2024): Die Kniefreiheit im Fond ist für den 1,76 m großen Autor gerade noch ausreichend

Die Kniefreiheit hinten reicht für den Autor gerade noch

Dacia Spring (2024): Kein Problem bei der Kopffreiheit hinten

Kein Problem bei der Kopffreiheit hinten

Bei der Rückbank lässt sich die Lehne nicht geteilt, sondern nur im Ganzen umklappen, und dabei spürt man die minderwertige Verarbeitung deutlich. Am Kofferraumeingang gibt es eine rund 15 cm hohe Schwelle. Es gibt auch keinen Griff, mit dem man die Heckklappe wieder zuziehen kann, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Haltegriffe über den vorderen Seitentüren fehlen ebenfalls. Und statt der gewohnten Klimaautomatik gibt es hier nur eine normale Klimaanlage (ohne Einstellung der Temperatur); ein Regensensor fehlt ebenfalls – naja, wirklich schlimm ist das nicht.

Dacia Spring (2024): Die Fondlehne wird im Ganzen umgeklappt und wirkt nicht gerade hochwertig

Die Fondlehne wird im Ganzen umgeklappt

Dacia Spring (2024): Der Kofferraum

Der Kofferraumboden wird beim Sitz-Umlegen nicht eben 

Mit 308-1.004 Liter ist das Kofferraumvolumen für die Klasse groß. Beim sieben Zentimeter kürzeren Fiat 500 Elektro sind es nur 185-380 Liter, beim 13 cm längeren Hyundai Inster 351-1.059 Liter und beim Opel Corsa Electric werden 267–1.042 Liter angegeben. Für den Citroen e-C3 ist bislang nur das Grundvolumen (310 Liter) bekannt. Zusätzlich zum hinteren Kofferraum hat der Dacia auch noch einen Frunk, wenn auch nur optional und nur aus Plastik: Es gibt ein Youclip-Accessoire für den Raum unter der Fronthaube, in dem das Ladekabel oder anderer Kleinkram Platz findet:

Dacia Spring (2024): Der Youclip-Frunk ist ein Plastikteil zum Einklipsen für das ladekabel

Der Frunk ist ein Plastikteil aus dem Zubehörshop

Fahreindrücke

Es wird kaum überraschen, dass sich der Spring nicht sportlich fährt; er ist eher das richtige Auto fürs Entschleunigen. Dass mich die ziemlich verhaltene Beschleunigung nicht störte, mag vielleicht seltsam anmuten, aber in ländlicher Umgebung wollte ich gar nicht so schnell fahren. Wenn ich mich auf eine dicht befahrene deutsche Autobahn hätte einfädeln müssen, wäre das vielleicht anders gewesen ... 

Umfangreiche Details zur Technik des Facelift-Spring erhalten Sie in der der ausführlichen Version diesen Testberichts auf unserer Elektroauto-Schwesterseite InsideEVs.de, ebenso unser Fazit.