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Test: Citroën C3 (2018) mit 110-PS-Turbobenziner und Automatik
Mehr Harmonie durch die Wandlerautomatik?

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
23. Mai 2018 um 17:10 Uhr
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Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles: Frei nach Goethe gilt diese Weisheit insbesondere für Kleinwagen. Hier wird genau auf den Cent geachtet, wie auch Citroën durch jahrzehntelange Erfahrung weiß. Mit attraktiven Angeboten machen die Franzosen ihren deutschen Kunden den noch relativ neuen C3 schmackhaft. Mit Erfolg, denn der C3 hat es hierzulande bereits in die Top Ten der Importmodelle geschafft. Ob sich der Griff zum Polo-Gegner lohnt, klärt unser Test.
Neueres zum C3 und seiner Verwandtschaft:
Citroën C3: Facelift ab Juni 2020 für den Kleinwagen
Betrachten wir den aktuellen Citroën C3 genauer: Optisch zitiert er den C4 Cactus, sei es durch die räumliche Trennung von Scheinwerfern und Tagfahrlicht oder durch die markentypischen „Airbumps“. Jene an sich praktischen Prallpolster befinden sich leider an den hinteren Türen nicht dort, wo das Blech als Erstes den Kontakt sucht. Falls Sie keine Lust auf die Knubbel haben, können Sie diese auch abbestellen. Insgesamt sticht der C3 aus der Masse hervor. Ob man das nun mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Aber so viel sei gesagt: Das Fahrzeug wirkt „live“ durchaus gefällig.
Im Innenraum legten die Entwickler des Citroën C3 viel Wert auf Gemütlichkeit. Breite Sessel mit mäßigem Seitenhalt machen klar: Kurvenräuberei und Sportlichkeit sind nicht die Kernkompetenzen des C3. Sein übersichtliches Cockpit werten Stoffeinlagen und Ziernähte auf, ein schönes Detail sind die Lederschlaufen als Türgriffe innen. Leider geht oft Form vor Funktion: Die Tasten für den Tempomat würden wir uns im Lenkrad wünschen, eben so eine nicht nur über den Touchscreen bedienbare Klimaautomatik. Falls Citroën hier mitliest: Bitte überdenkt den Cupholder in der Mittelkonsole. Sein Durchmesser ist winzig, zudem stoßen hohe Coffee-to-Go-Becher an den vorgelagerten Konsolenteil. Ein weiterer Minuspunkt: Breite C-Säulen und das ovale Heckfenster verstellen die Sicht nach hinten. Positiv ist hingegen das Platzangebot im Fond, dazu kommen sehr ordentliche 300 Liter Kofferraumvolumen.
Da wir gerade von Volumen sprechen: Unter der knubbeligen C3-Haube sitzt in unserem Fall ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 110 PS Leistung. Drei Zylinder kümmern sich um den Vortrieb, wirklich präsent sind sie aber nur im Stand und bei Vollgas. Doch wie bereits erwähnt ist der Citroën C3 keine Sportskanone, insbesondere nicht mit der Sechsgang-Automatik. Sie kostet 1.500 Euro und lässt den Fahrer schnell spüren, dass hier klassische Wandlertechnik arbeitet. In der Praxis bedeutet das eine leichte Anfahrschwäche und spürbare Gangwechsel. Klingt schlimmer als es ist, fiese Schaltrucke müssen Sie nicht erwarten. Im Alltagsbetrieb bleibt das Automatikgetriebe unauffällig, ebenso der gut gedämmte Motor. Sehr früh werden die Gänge aber nicht gewechselt und das aus gutem Grund: Untertouriges Fahren mag der Dreizylinder nicht.
Im stärksten Benziner-C3 zeigt sich schnell, dass Gelassenheit Trumpf ist. Nach knapp elf Sekunden wird Tempo 100 erreicht, darüber schiebt der Citroën anständig in Richtung 160, ohne das Gehör unanständig zu belasten. Im Laufe der Zeit scheint es, als wolle der C3 einem sagen: Bleib locker! Entspann dich! Tatsächlich steht man nach ein paar Tagen über der Optik und lernt den C3 zu schätzen. Etwa seine Lenkung mit guter Rückmeldung oder die trotz optionaler 17-Zöller komfortable Federung. Fein auch die bereits beim Basismodell serienmäßigen Assistenzsysteme: Spurhaltewarner, Tempomat und eine Verkehrszeichenerkennung. Sie zeigt nicht wie bei der Konkurrenz das Schild im Instrumentendisplay an, sondern gibt schlicht die Ziffern an. Einfach, aber wirkungsvoll!
Widmen wir uns abschließend dem Kostenkapitel. Beim Verbrauch ermittelten wir im Schnitt 7,5 Liter mit wechselnden Strecken und Fahrern. Preislich startet der Automatik-C3 bei 18.040 Euro, womit der Citroën rund 2.000 Euro günstiger ist als ein vergleichbarer VW Polo. Wir empfehlen den Griff zur Topausstattung namens „Shine“ (19.940 Euro), dort sind eine Klimaautomatik und eine Einparkhilfe hinten serienmäßig. Dazu passt das Technik-Paket mit Navigation, Digitalradio, Keyless-System, Rückfahrkamera, Fernlichtassistent und Totwinkelwarner für 1.640 Euro.
Komplett ausgestattet überspringt der Citroën C3 PureTech 110 Stop&Start EAT6, so sein offizieller Name, leicht die 20.000-Euro-Marke. Viel Holz, aber kein Grund zur Panik. Nicht nur Citroën selbst lockt die Kundschaft mit Sondermodellen und günstigen Konditionen (aktuell etwa ein 99-Euro-Leasing ohne Anzahlung für den Basis-C3). Externe Leasinganbieter erstaunen den geneigten Interessenten mit Raten auf dem Niveau von Straßenbahn-Monatskarten. Übrigens: Alle C3-Motoren erfüllen nun die Abgasnorm Euro 6d-Temp, bei der Automatikversion des 110-PS-Benziners erfolgt die Umstellung im Juli 2018.
Wertung
-
- ★★★★★★★★☆☆
Eigentlich schade, dass die polarisierende Formgebung des Citroën C3 seine inneren Werte verdeckt. Besonders mit Automatikgetriebe spielt der Kleinwagen die Komfort-Karte aus. Das Fahren im C3 macht gelassen, auch gegenüber Schwächen in der Funktionalität. Wer gerne „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ summt, ist hier genau richtig.
+ komfortable Abstimmung, sauber arbeitende Automatik, gutes Raumangebot
- unpraktische Lösungen im Detail, polarisierende Optik
-
Antrieb
85%
-
Fahrwerk
85%
-
Karosserie
75%
-
Kosten
80%
Preisliste
Citroën C3 PureTech 110 Stop&Start EAT6 Shine
Grundpreis: 19.940 Euro
Modell Preis in Euro Elle 19.990 Feel 18.040
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (inklusive Heizung) Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe Serie Bildschirmnavigation 1.240 (im Paket) MP3 Serie elektr. Schiebedach 500 (Panoramadach) Metalliclackierung 490 Leichtmetallfelgen 490 (17 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie (Fahrer) Tempomat Serie Lederausstattung 440 (Kunstleder) Nebelscheinwerfer Serie
Einparkhilfe hinten Serie Sitzheizung vorne 300 Totwinkelwarner 250
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Benziner mit Turboaufladung Zylinder 3 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.199 Leistung in PS 110 Leistung in kW 81 bei U/min 1.500 Drehmoment in Nm 205 Antrieb Frontantrieb Gänge 6 Getriebe Automatik Fahrwerk Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung Radaufhängung hinten Verbundlenkerachse Bremsen vorn Scheiben Bremsen hinten Scheiben Räder, Reifen vorn 205/55 R16 Räder, Reifen hinten 205/55 R16 Maße und Gewichte Länge in mm 3.996 Breite in mm 1.829 Höhe in mm 1.474 Radstand in mm 2.539 Leergewicht in kg 1.165 Zuladung in kg 550 Kofferraumvolumen in Liter 300 Dachlast in kg 70 Tankinhalt in Liter 45 Kraftstoffart Super Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 188 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,9 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,9 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,1 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,2 Testverbrauch Gesamt in Liter/100 km 7,5 CO2-Emission in g/km 110 Schadstoffklasse Euro 6d-Temp (ab Juli 2018)
Lesen Sie auch:
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Bildergalerie: Test: Citroën C3 mit Automatik
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Bild von: Fabian Grass
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