Neue Version des Stadtflitzers mit hoher Sitzposition und 94-PS-Motor im Test

Suzuki hat die neue Version des Kleinwagens Ignis auf der Frankfurter Automesse IAA im Herbst 2003 vorgestellt. Dabei wurde das Modell schlagartig größer: Vorher mit 3,62 Metern Länge eher ein Kleinstwagen vom Schlage des Hyundai Atos, ist die überarbeitete Version nun plötzlich 3,77 Meter lang. Suzuki sieht das Auto als Kreuzung zwischen Limousine und Sport Utility Vehicle. Wir haben in unserem Test überprüft, wie viel SUV wirklich in dem Auto steckt.

Vier Versionen
Alle Ignis-Modelle sind fünftürig und haben fünf Sitzplätze. Vier Versionen werden angeboten: Neben dem 1,3-Liter-Einstiegsmodell mit 94 PS gibt es den Ignis 1.5 mit 99 PS mit Frontantrieb oder Allradantrieb. Schließlich wird ein Diesel mit 69 PS und 1,2 Litern Hubraum angeboten. Wir fuhren den 1,3-Liter-Benziner.

Ein Kleiner mit Feuer
Das lateinische Wort ignis bedeutet Brand oder Feuer. Und Feuer hat zumindest das von uns getestete Einstiegsaggregat: Es wirkt munter und spritzig. Die variable Ventilsteuerung VVT ermöglicht sowohl das Dahingleiten im Stadtverkehr mit niedriger Drehzahl als auch eine erstaunliche Beschleunigung. In 11,1 Sekunden erreicht der Kleine die 100-Kilometer-Marke - kein schlechter Wert für ein 94-PS-Auto.

Euro-4-Norm erfüllt
Der Motor wird auch nie zu laut. Selbst bei der Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h bleibt das Geräuschniveau im Rahmen. Der Ignis 1.3 erfüllt die Euro-4-Abgasnorm und verbraucht laut Hersteller 6,5 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Wir verbrauchten bei unseren Testfahrten mit 8,7 Litern deutlich mehr - recht viel für ein so kleines Auto. Auch das Fahrwerk trübt die Freude an dem Motor ein wenig: Stöße werden kaum gefiltert.

Ein Plus in der City: Hohe Sitzposition
Und wie liegt das Auto in der Kurve? Liegen ist beim Ignis der falsche Ausdruck - er steht eher. Denn der Suzuki ist mit 1,57 Metern für einen Kleinwagen ungewöhnlich hoch. So neigt er sich in der Kurve etwas nach außen. Doch was auf kurvigen Landstraßen eher stört, wird in der Stadt zum Vorteil: In der City verbessert die hohe Sitzposition die Übersicht. Wer gern stürmisch um die Ecken braust, rutscht beim Ignis auf den Sitzen leicht nach außen. Aber in einem Stadtauto stört der etwas zu geringe Seitenhalt wohl nur Wenige.

Erstaunlicher Sitzkomfort im Fond
Der Sitzkomfort auf den Rücksitzen ist erstaunlich: Stellt man den Fahrersitz für einen 1,75 Meter großen Insassen ein, so bleiben einem ebenso großen Passagier auf dem Sitz dahinter fünf Zentimeter Platz vor den Knien - ein klassentypischer Wert wäre ein Zentimeter. Und obwohl man hinten im Ignis höher sitzt als vorne, ist auch die Kopffreiheit mit fünf Zentimetern bei der genannten Körpergröße hervorragend. Auch für die Fondpassagiere, bei Kleinwagen sonst oft stiefmütterlich behandelt, ist die hohe Karosserie also ein Segen.

Durchschnittlicher Kofferraum
Das Kofferraumkonzept des Ignis bietet dagegen nur das Klassenübliche. Die Rücksitzlehnen lassen sich asymmetrisch geteilt umklappen; die Sitzbank bleibt, wo sie ist. So ergibt sich keine ebene Ladefläche, sondern eine störende Schwelle - da, wo die Lehnen aufliegen. Ansonsten ist der Kofferraum aber gut nutzbar. 236 bis 1.004 Liter Gepäck passen hinein - das sind klassentypische Werte. Mit Mikrovans wie dem Opel Agila kann der Ignis nicht mithalten, denn der schafft bei nur 3,50 Metern Länge 240 bis 1.250 Liter.

Hohe Ladekante
In Normalkonfiguration misst das Gepäckabteil 63 mal 112 Zentimeter. Nach dem Umlegen ergibt sich eine 138 Zentimeter lange Ladefläche. Die große Ladeklappe erschließt ein Gepäckabteil, das mit 76 Zentimetern eine recht hohe Ladekante aufweist - wohl auch eine Folge der hohen Bodenfreiheit. Wer einen vollen Getränkekasten vom Boden aus hineinheben muss, tut sich also etwas schwer. Beim Ausladen geht es besser: Die nur elf Zentimeter hohe Ladeschwelle, über die man das Transportgut heben muss, sind in Ordnung.

Ab 10.900 Euro
Die Preise für den Ignis beginnen bei 10.900 Euro. Dafür bekommt man die 1,3-Liter-Basismotorisierung mit der Ausstattung Classic. Die Basisausstattung umfasst zwar ABS und Frontairbags, ist aber sonst spartanisch. Seitenairbags, elektrische Fensterheber oder Zentralverriegelung etwa sind nicht enthalten.
(sl)

Preisliste


Suzuki Ignis

Grundpreis: 10.900 Euro
Ignis 1.3 Classic 10.900
Ignis 1.3 Club 12.190
Ignis 1.3 Comfort 13.390
Ignis 1.5 Comfort 14.690
Ignis 1.5 4x4 Club 14.270
Ignis 1.5 4x4 Comfort 15.670
Ignis 1.3 DDiS Club 13.540
Ignis 1.3 DDiS Comfort 15.090
Metallic-Lackierung 270

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Vierzylinder-Reihen-Ottomotor, 16 Ventile, MPI, VVT, DOHC 
Hubraum in ccm 1.328 
Leistung in PS 94 
Leistung in kW 69 
bei U/min 4.100 
Drehmoment in Nm 118 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.770 
Breite in mm 1.630 
Höhe in mm 1.565 
Radstand in mm 2.360 
Leergewicht in kg 1.030 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 160 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,1 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,5 
Weitere Informationen
1/moreName Super 
2/moreName Euro 4 
3/moreName 236 bis 1.004 Liter 

Wirklich SUV?