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Ja, er lebt noch – überraschende Rückkehr des Retro-Cars

Der aufgefrischte Jaguar X-Type als Kombi mit Dieselmotor und Automatik im Test

Ja, er lebt noch

Gregor Hebermehl Gregor Hebermehl

Von: Gregor Hebermehl

27. Jun. 2008 um 18:17 Uhr

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Schon mal mit einem Jaguar geliebäugelt? Zu nobel, teuer und abgehoben? Na dann schauen wir uns unter diesen Gesichtspunkten den neuen X-Type mal genauer an. Für manch einen war das Jaguar-Einstiegsmodell schon so eine Art lebende Leiche, jetzt haben die Briten den Wagen aber nochmal kräftig aufgewertet – bei beinahe unverändertem Preis. Wir haben uns den Kombi mit 2,2-Liter-Diesel und der jetzt verfügbaren Automatik vorgenommen.

Old School
Ganz klar: Der X-Type ist in seinem ausgeprägten Retro-Design nichts für Fahrer, die auf modernen Style stehen. Für solche Kunden wurde der XF auf die Räder gestellt, der jüngst den S-Type abgelöst hat. Der X-Type macht von vorn und von der Seite sehr einen auf große Limousine XJ, wobei das Heck unseres Kombis natürlich eigenständig ist – schließlich stellt der X-Type Estate den einzigen Kombi im Jaguar-Programm. Einem hochwertigen Auftritt zuliebe saugt der Wagen jetzt seine Atemluft durch einen schicken Drahtgeflecht-Grill mit in Wagenfarbe lackiertem Plastik-Rahmen. Der Rahmen wackelt beim Zuschlagen der Motorhaube ein wenig und ist rein optisch Geschmacksache. Der untere Lufteinlass wird von einer Chromleiste horizontal geteilt. Das lässt das Fahrzeug ein bisschen breiter wirken. Ebenfalls für Hochwertigkeit und Breitenwirkung zieht sich jetzt eine Chromspange von rechts nach links über die gesamte Hecktür. Insgesamt kommt der X-Type mit einem der klassischsten Designs der Serienauto-Welt daher. Nur die ab sofort in die Außenspiegel integrierten Blinker zeugen vom Trend der Zeit.

Material-Charme
Traditionell eine der Jaguar-Stärken: die salonmäßigen Innenräume. Und da haben sich die Briten auch beim ,Baby-Jag" nicht lumpen lassen: Klavierlack, Furnier aus Walnuss- oder Rosenholz und Leder empfangen die Gäste. Alles riecht gut und wirkt um Klassen besser verarbeitet als noch vor Jahren. Dass es ohne die japanisch-deutschen Tugenden wie Qualität und Präzision nicht mehr geht, hat man im Rest der Autowelt so nach und nach verstanden – und den Briten fiel das Lernen dahingehend lange sehr schwer. Behaglich, wohnlich, und im besten Sinne zum Außendesign passend klassisch sind wir im X-Type unterwegs. Mercedes C-Klasse, Saab 9-3 und Volvo S60 – keiner kommt an den inneren Charme des X-Type heran.

Auf Wunsch mit Bentley-Touch
Wer sich das optionale Sport-Paket leistet, darf auf Ledersitzen mit diamantförmigen Doppelnähten Platz nehmen. Nicht nur, dass sich derartiges Gestühl angenehm an den Körper schmiegt, wir kennen diese Art der Verarbeitung schon von einer anderen Marke: Bentley. Platz gibt es auch im Fond genug, und die Rücklehne der zweiten Reihe lässt sich einem großen Stauraum zuliebe geteilt umklappen: 1.415 Liter Raum können dann mit Gepäck befüllt werden. Ein kleiner Wermutstropfen: Wegen der hohen Lehne im Fond und dem nach hinten abfallenden Dach bleibt nur noch ein recht schmaler Schlitz für den Blick in den Rückspiegel nach hinten.

Straffer als erwartet
Von seinem ganzen Auftritt her halten wir den X-Type für einen gemütlichen Cruising-Wagen – und verbinden damit unfairer Weise die Erwartung, dass uns ein butterweiches Fahrwerk zum Wanken einlädt. Aber nichts dergleichen passiert, auch scharfe schnelle Kurven lassen uns nicht zu sehr kippeln. Die Fahrzeugbasis, der Vorgänger des aktuellen Ford Mondeo aus dem früheren Jaguar-Mutterkonzern Ford, wurde hier bestens umgesetzt. Dabei werden Querfugen, Kopfsteinpflaster und Eisenbahnschienen von uns ferngehalten. Aber genauso, wie Unebenheiten draußen bleiben, ist es auch mit einer Rückmeldung vom Lenkrad: Die Lenkung ist gefühlsmäßig so entkoppelt, dass sie ein bisschen synthetisch rüberkommt. Störend ist dies nicht. Ganz nebenbei hat der indische Tata-Konzern, seit dem 2. Juni 2008 Eigentümer von Jaguar, langfristige Verträge mit Ford geschlossen, um die Lieferung der alten Mondeo-Basis sicherzustellen.

Sanfter Schnurrer
Wegen des Minderverbrauchs für den Vielfahrer immer noch attraktiv: der Dieselmotor. Im X-Type kommt ein 2,2-Liter-Selbstzünder mit 145 PS und einem maximalen Drehmoment von 360 Newtonmeter zum Einsatz. Und das Drehmoment bringt es: In jeder Situation bei jeder Geschwindigkeit hat das Aggregat noch Reserven. Dabei geht es akustisch ruhig zu Werke, das Diesel-Triebwerk ist nicht an seinem Klang zu erkennen. In für den Status des Wagens akzeptablen 10,3 Sekunden geht's von null auf 100 km/h, mehr als 201 km/h sind nicht drin. Im Schnitt verköstigt sich der feine Engländer mit moderaten 6,9 Liter Treibstoff pro hundert Kilometer.

Endlich: Automatik
Ganz neu im Diesel-X-Type: Eine Sechsstufen-Automatik. Der zur Toyota-Gruppe gehörende Schaltungs-Spezialist Aisin, der auch das Getriebe für den Hybriden Toyota Prius macht, hat das Getriebe speziell auf den 360 Newtonmeter starken Diesel abgestimmt. Die Automatik ist zwar für einen durchschnittlichen Mehrverbrauch von 0,7 Liter pro 100 Kilometer gegenüber dem Handschalter (6,2 Liter) verantwortlich, aber sie macht dafür auch einen richtig guten Job. Entspannt und immer passgenau werden die Stufen eingeteilt, Hoch- und Runterschalten funktioniert ohne Ruckeln oder Gänge-Suchen. Wenn die Automatik das i-Tüpfelchen war, was zum komfortablen Vorankommen mit dem X-Type noch fehlte, so ist dieser i-Punkt jetzt gesetzt.

Wertung

Preisliste

Jaguar X-Type Estate 2.2D Classic Automatik

Grundpreis: 33.350 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe 2.080 CD-Radio Serie elektr. Schiebedach 1.130 Metalliclackierung 860 Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Xenonlicht 990 (inkl. Scheinwerferreinigungsanlage) Nebelscheinwerfer Serie

Diesel-Partikelfilter Serie Außenspiegel beheizt Serie Dachreling Serie Dachspoiler Serie sensorgesteuerte Scheibenwischer Serie sensorgesteuerte Scheinwerfer Serie Automatisch abblendender Innenrückspiegel Serie Sportfahrwerk (nur in Verbindung mit 17- oder 18-Zoll Leichtmetallfelgen) 470 akustische Einparkhilfe vorn und hinten 900 Scheinwerferreinigungsanlage 290 Rosenholz 300

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Turbodiesel  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 2.198  Leistung in PS 145  Leistung in kW 107  bei U/min 1.800  Drehmoment in Nm 360  Antrieb Frontantrieb  Gänge 6  Getriebe Automatik  Fahrwerk Bremsen vorn Scheibenbremsen, innenbelüftet  Bremsen hinten Scheibenbremsen  Wendekreis in m 10,8  Lenkung Zahnstangenlenkung mit Servounterstützung  Maße und Gewichte Länge in mm 4.716  Breite in mm 1.789  Höhe in mm 1.483  Radstand in mm 2.710  Leergewicht in kg 1.605  Zuladung in kg 515  Kofferraumvolumen in Liter 445  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1415  Anhängelast, gebremst in kg 1.500  Dachlast in kg 75  Tankinhalt in Liter 61  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 201  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,3  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,9  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 9,5  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,4  CO2-Emission in g/km 184  Schadstoffklasse Euro 4  Fixkosten Steuer pro Jahr in Euro 339  Haftpflicht-Klasse 21  Teilkasko-Klasse 22  Vollkasko-Klasse 25  Garantie 3 Jahre ohne Kilometerbegrenzung 

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