Geliftetes Kompakt-SUV erhält ,Jetfighter"-Grill und neues Getriebe

Nach rund drei Jahren verpasst Mitsubishi dem Outlander ein Facelift. Das Kompakt-SUV erhält eine neue Front, eine aufgewertete Ausstattung und ist erstmals mit einem Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Zudem rundet eine neue Einstiegsvariante das Modellangebot nach unten ab.

Haifisch-Gesicht
Auffälligste optische Änderung ist die neu gestaltete Vorderansicht des Japaners. Wie seine Markengeschwister Lancer und Colt erhält nun auch der Outlander einen ,Jetfighter"-Grill. Der große, trapezförmige Lufteinlass hat sich nämlich von einem japanischen Kampfflugzeug inspirieren lassen. Zusammen mit spitz nach vorne zulaufenden Scheinwerfern entsteht so ein etwas grimmiges, an einen Haifisch erinnerndes Gesicht. Alle anderen Modifikationen an der Karosserie des Outlanders sind nur bei genauem Hinsehen auszumachen: Die hinteren Kotflügel gehen jetzt in den Heckstoßfänger über. Außerdem gibt es einige neue Chromleisten an den Fenstern, an den Seitenschwellern und an der Heckklappe. Die Seitenblinker sind künftig in die Außenspiegel integriert, optional sind neue Leichtmetallfelgen sowie ein silbern lackierter Unterfahrschutz für vorne erhältlich.

Nicht ganz so sanft wie bei VW
Wichtigste technische Neuerung ist das Doppelkupplungsgetriebe, welches auf die etwas sperrige Abkürzung TC-SST (Twin Clutch Sport Shift Transmission) hört. Der sechsstufige Schaltautomat ist ausschließlich in Kombination mit dem 2,2-Liter-Turbodiesel und Allradantrieb erhältlich. Über einen Schalter in der Mittelkonsole lässt sich die Charakteristik des TC-SST verändern: ,Normal" ist für den Alltagsbetrieb konzipiert und ermöglicht niedrigtouriges Fahren. Im ,Sport"-Modus dreht der Motor höher, außerdem wird früher heruntergeschaltet. Wer lieber manuell die Gänge wechselt, kann das über die serienmäßigen Schaltwippen am Lenkrad tun. Das TC-SST verrichtet seine Arbeit solide und ohne Ruckeln. An das extrem zügig und noch etwas sanfter schaltende DSG von Volkswagen reicht das Mitsubishi-Doppelkupplungsgetriebe allerdings nicht heran.

Adäquater Antrieb
Der aufgeladene Common-Rail-Diesel des Outlander 2.2 DI-D leistet 156 PS und erzeugt ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmeter. Damit ist man zwar nicht unbedingt spritzig, aber durchaus adäquat unterwegs. Als Höchstgeschwindigkeit sind knapp 200 km/h drin, allerdings wird das Triebwerk bei hohem Tempo recht laut. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h dauert mit Doppelkupplungsgetriebe 11,1 Sekunden – und damit über eine Sekunde länger als mit dem alternativ verfügbaren Sechsgang-Schaltgetriebe. Als Normverbrauch gibt der japanische Hersteller 7,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer an, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 192 Gramm je Kilometer. Gleichzeitig erfüllt der Antrieb nur die Euro-4-Abgasnorm, als echter Umweltfreund erweist sich der Outlander damit nicht.

Auch für den Offroad-Einsatz geeignet
Der Outlander liegt komfortabel auf der Straße, schluckt auch die meisten Bodenwellen passabel und wankt in Kurven nur wenig. Dank Allradsystem fühlt sich das 4,67 Meter lange SUV auch abseits befestigter Straßen zu Hause und zeigt auf rutschigem Untergrund nahezu keine Traktionsprobleme. Das 4WD-System ist allerdings nicht permanent aktiv: Über einen Drehschalter entscheidet der Fahrer, ob die Antriebskraft nur auf die beiden vorderen oder an alle vier Räder übertragen wird.

Im Interieur nur Detailänderungen
Im Innenraum des Kompakt-SUVs hat sich im Rahmen des Facelifts nur wenig verändert. So gibt es jetzt ein neues 3,5-Zoll-Instrument mit Farbdisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser sowie in Chrom eingefasste Regler für die Klimaautomatik. Das Cockpit präsentiert sich schlicht, aber übersichtlich. Die Sitze für Fahrer und Beifahrer könnten etwas mehr Seitenhalt bieten. Sehr überzeugend fällt das Platzangebot im Fond aus. Dort können – auch dank verschiebbarer Rückbank – bis zu drei Passagiere bequem sitzen. In den beiden höchsten Ausstattungsvarianten wird der Outlander als Siebensitzer geliefert. Die im Kofferraumboden versenkte dritte Sitzreihe läst sich allerdings nur ziemlich umständlich ausklappen. Zudem reicht der Platz dort nur für Kinder aus, Erwachsene bringen ihre Beine nicht unter.

Zweiteilige Heckklappe
Weiterhin setzt der Outlander auf eine zweiteilige Heckklappe. Öffnet man nur den oberen Teil, bleibt eine hohe Ladekante. Diese verschwindet zwar, wenn man zusätzlich die untere Ladeklappe öffnet. Doch dann muss man sich sehr weit nach vorne beugen, um an das Gepäck heranzureichen. Der großzügig geschnittene Kofferraum fasst im Normalzustand 774 Liter, bei umgelegten Fondsitzen passen sogar bis zu 1.691 Liter hinein. Wird die dritte Sitzreihe genutzt, bleiben lediglich 220 Liter Stauraum. Während sich die Rücksitze unkompliziert mit einem Handgriff nach vorne klappen lassen, erfordert die Wiederherstellung der üblichen Sitzkonfiguration sehr hohen Kraftaufwand.

Günstiger als die Konkurrenz
Der Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D ist in den drei Ausstattungslinien Invite, Intense und Instyle verfügbar. Abweichend von den dort zusammengestellten Ausstattungspaketen sind nur die wenigsten Extras individuell bestellbar. In Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe TC-SST werden für das Kompakt-SUV mindestens 33.790 Euro fällig. Mit Handschaltung ist der Japaner 1.800 Euro günstiger. Vergleichbare Modelle mit Doppelkupplungsgetriebe sind in dieser Klasse rar und allesamt teurer: Die beiden nahezu baugleichen und identisch motorisierten Peugeot 4007 und Citroën C-Crosser kosten 35.750 Euro beziehungsweise 40.050 Euro. Für den Audi Q5 mit 170-PS-Diesel sind sogar 41.250 Euro anzulegen. Der neue Outlander ist aber auch deutlich günstiger zu haben: In der neuen Einstiegsvariante mit 147 PS starkem Zweiliter-Benziner und Frontantrieb steht er bereits mit 21.990 Euro in der Preisliste.

Wertung

  • ★★★★★★★★☆☆
  • Der Mitsubishi Outlander ist auch nach seinem Facelift ein insgesamt solides Kompakt-SUV. Seine Stärken sind das großzügige Platzangebot, die sanften Gangwechsel des Doppelkupplungsgetriebes TC-SST und seine echten Offroad-Fähigkeiten. Nicht ganz überzeugt haben uns das laute Diesel-Triebwerk, die unpraktische zweiteilige Heckklappe sowie das nicht immer ganz einfach zu handhabende Sitzkonzept. Im Vergleich mit der überschaubaren direkten Konkurrenz erweist sich der Outlander 2.2 DI-D TC-SST allerdings als der Preisgünstigste.

  • Antrieb
    75%
    ordentlicher 156-PS-Diesel, sanfte Gangwechsel
    wird bei hohem Tempo sehr laut
  • Fahrwerk
    80%
    taugt auch zum Offroad-Einsatz
    liegt insgesamt komfortabel auf der Straße
  • Karosserie
    75%
    großzügiges Platzangebot auch im Fond
    unpraktische zweigeteilte Heckklappe
  • Kosten
    80%
    Klassengünstigster mit Doppelkupplungsgetriebe
    viele Extras nur im Paket

Preisliste


Test Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 4WD Invite

Grundpreis: 31.990 Euro
Modell Preis in Euro
Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 4WD Instyle 38.690
Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D 4WD Intense 34.990
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaautomatik Serie
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Automatikgetriebe 1.800 (Doppelkupplungsgetriebe)
Bildschirmnavigation Serie bei Instyle
CD-Radio Serie
MP3 Serie
elektr. Schiebedach Serie bei Instyle
Metalliclackierung 560
Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll)
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Lederausstattung Serie bei Instyle
Xenonlicht Serie ab Intense
Kurvenlicht Serie ab Intense
Nebelscheinwerfer Serie
Dachreling Serie
Rückfahrkamera Serie bei Instyle
Multifunktionslenkrad Serie
Schaltwippen am Lenkrad Serie bei Doppelkuppplungsgetriebe
Lichtsensor Serie
Regensensor Serie
AUX-In-Eingang Serie
kühl- und beheizbares Handschuhfach Serie
dritte, versenkbare Sitzreihe Serie ab Intense
Sitzheizung vorne Serie bei Instyle

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Dieselmotor mit Turboaufladung und Common-Rail-Direkteinspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 2.179 
Leistung in PS 156 
Leistung in kW 115 
bei U/min 2.000 
Drehmoment in Nm 380 
Antrieb Allradantrieb 
Gänge
Getriebe Doppelkupplungsgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.540 
Spurweite hinten in mm 1.540 
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen, Querlenker, Querstabilisator 
Radaufhängung hinten Multilenker-Einzelradaufhängung an Längs- und Querlenkern, Schraubenfedern, Querstabilisator 
Bremsen vorn Scheiben, innenbelüftet 
Bremsen hinten Scheiben 
Wendekreis in m 10,6 
Räder, Reifen vorn 215/70 R 16, 6,5 JJ x 16 
Räder, Reifen hinten 215/70 R 16, 6,5 JJ x 16 
Lenkung Zahnstangenlenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung 
Geländekompetenz
Bodenfreiheit in mm 176 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.665 
Breite in mm 1.800 
Höhe in mm 1.720 
Radstand in mm 2.670 
Leergewicht in kg 1.790 
Zuladung in kg 620 
Kofferraumvolumen in Liter 774 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.691 
Anhängelast, gebremst in kg 2.000 
Dachlast in kg 80 
Tankinhalt in Liter 60 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 198 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 11,1 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,3 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 9,3 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,1 
CO2-Emission in g/km 192 
Schadstoffklasse Euro 4 
Fixkosten
Steuer pro Jahr in Euro 353 
Haftpflicht-Klasse 17 
Teilkasko-Klasse 22 
Vollkasko-Klasse 23 

Gallery: Neuer Outlander im Test