Kompakt-SUV ist länger, breiter und deutlich dynamischer als sein Vorgänger

SUVs erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Allerdings geht der Trend weg von den riesigen, teuren und häufig nicht gerade sparsamen Modellen immer mehr in Richtung kleinerer SUVs à la VW Tiguan, Ford Kuga oder BMW X1. Die Verkaufszahlen dieser Kompakt-SUVs haben sich europaweit seit 2004 nahezu verdoppelt. Auch Kia will in diesem wichtigen Segment kräftig punkten und schickt daher einen völlig neuen Sportage ins Rennen. So viel schon vorneweg, Chancen dafür bietet Kias Neuester allemal.

In Europa entworfen und gebaut
Optisch macht das Fahrzeug im Vergleich zum doch recht biederen Vorgänger einen großen Sprung. Der neue Sportage tritt modern und dynamisch auf. Verantwortlich dafür ist Peter Schreyer. Der einst für Volkswagen und Audi tätige Bayer ist seit 2006 als Chefdesigner für das Erscheinungsbild der koreanischen Marke zuständig. Der komplett in Europa entworfene, entwickelte und auch produzierte Sportage setzt von außen auf SUV-typische Merkmale wie eine höher gelegte Karosserie, markante Radhäuser und robuste Kunststoffverkleidungen. Mit 4,44 Meter hat der Sportage in der Länge um neun Zentimeter zugelegt. Auch die Fahrzeugbreite und der Radstand sind gewachsen.

Hohe Schulter, abfallendes Dach
Die Frontpartie mit großem Kühlergrill und aktuellem Markengesicht fällt relativ wuchtig aus. Die hohe Schulterlinie, das nach hinten abfallende Dach und eine markante Sicke in der Seite vermitteln einen sportlichen Eindruck. Hinten sind große, horizontal angeordnete Rückleuchten, eine relativ kleine Heckscheibe und eine sehr breite C-Säule zu erkennen. Letztere beide machen den Sportage allerdings beim Rückwärtsfahren und Rangieren etwas unübersichtlich. In der Basisversion rollt der Sportage auf 16-Zöllern, besonders gut stehen ihm jedoch die 18-Zoll-Leichtmetallräder in der Topausstattung ,Spirit".

Innen jetzt deutlich schicker
Auch im Innenraum des Sportage hat sich im Vergleich zum seit 2004 gebauten Vorgänger einiges getan. Das Interieur wirkt jetzt um einiges hochwertiger und schicker. Die Armaturentafel ist schwungvoll gezeichnet und übersichtlich gestaltet. Fahrer und Beifahrer sitzen auf Sesseln mit ordentlichem Seitenhalt. Hinten finden zumindest zwei Passagiere ein ausreichendes Platzangebot vor, nur der mittlere Sitz ist etwas hart. Das gut zugängliche Gepäckabteil bietet ein Stauvolumen zwischen 326 und 1.353 Liter. Das Umlegen der Rücksitzlehnen gelingt mit einem Handgriff, leider ist der dadurch entstehende Ladeboden nicht ganz eben.

Zunächst ein Diesel und ein Benziner
Zum Marktstart wird der Sportage zunächst in zwei Motorvarianten angeboten. Das Volumenmodell hierzulande wird voraussichtlich der Zweiliter-Diesel werden. Der neu entwickelte Selbstzünder mit Common-Rail-Direkteinspritzung und Turbolader leistet 136 PS. Das maximale Drehmoment von 319 Newtonmeter steht ab 1.800 Umdrehungen zur Verfügung. Mit dem Diesel trifft man eine gute Wahl – er bietet ordentlichen Durchzug und ausreichend Kraftreserven. Als Fronttriebler und mit Handschaltung genehmigt er sich 5,5 Liter Diesel pro 100 Kilometer, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 147 Gramm je Kilometer. Wie unsere Testfahrt zeigte, sind bei kommoder Fahrweise Werte etwa einen Liter über Normverbrauch problemlos machbar.

Ende 2010 folgen zwei weitere Motoren
Etwas müde und angestrengt wirkt hingegen der 163 PS starke Zweiliter-Benziner. Hier dürfte es sich wohl lohnen, bis Ende 2010 zu warten. Dann kommt mit dem 140 PS starken 1.6 GDI (Gasoline Direct Injection) der erste Benzindirekteinspritzer bei Kia zum Einsatz. Zum selben Zeitpunkt ergänzt ein Einstiegsdiesel mit 1,7 Liter Hubraum, 115 PS und 255 Newtonmeter Drehmoment die Antriebspalette. Für die beiden neuen Triebwerke wird gegen 300 Euro Aufpreis auch ein Start-Stopp-System erhältlich sein. Bis auf den 163-PS-Benziner, der sich mit fünf Gängen begnügen muss, werden alle Motoren mit einem solide arbeitenden Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert. Allerdings sind die Schaltwege relativ lang. Für den 136-PS-Diesel steht alternativ eine sechsstufige Automatik zur Verfügung.

Auf Wunsch auch mit Allradantrieb
Zwar werden Kompakt-SUVs nur äußerst selten offroad gefahren, nichtsdestotrotz steht neben dem serienmäßigen Frontantrieb für die beiden Zweiliter-Varianten auch ein Allradsystem zur Verfügung. Der neu entwickelte AWD-Antrieb stammt vom österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und verteilt das Drehmoment variabel zwischen Vorder- und Hinterachse. Verliert beispielsweise eines der Vorderräder die Bodenhaftung, wird ein Teil der Antriebskraft automatisch an die Hinterräder geleitet.

Straff, aber nicht unkomfortabel
Der Sportage liegt gut auf der Straße und bügelte auf den vielfach instandsetzungsbedürftigen Straßen Ungarns auch zahlreiche Unebenheiten aus. Dennoch ist das Setup straff genug abgestimmt, um enge Kurven zügig zu nehmen, ohne dass der Sportage dabei ins Wanken gerät. Lediglich die Lenkung agiert etwas indirekt, hier wäre ein wenig mehr an Präzision wünschenswert.

Bereits in der Basis ist viel dabei
Wie von den koreanischen Herstellern gewohnt, wartet der Sportage bereits in der Basisversion ,Attract" mit einer sehr umfangreichen Serienausstattung auf. Immer mit an Bord sind sechs Airbags, elektrische Fensterheber vorn und hinten, eine Klimaanlage, ein MP3-fähiges CD-Radio, Leichtmetallfelgen sowie eine Bergabfahr- und Berganfahrhilfe. Der Sportage ,Vision" verfügt darüber hinaus über zusätzliche Chromelemente außen, eine Dachreling, Nebelscheinwerfer und Parksensoren hinten. Nahezu eine Vollausstattung bietet die Ausführung ,Spirit", die auch Xenon-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik, ein Navigationssystem, eine Rückfahrkamera sowie eine Sitzheizung für vorne und hinten beinhaltet.

Start für unter 20.000 Euro
Marktstart für den neuen Kia Sportage ist am 6. August 2010. In der günstigsten Variante als frontgetriebener Benziner kostet er 21.300 Euro, der Zweiliter-Diesel ist ab 24.100 Euro zu haben. Das Basismodell 1.6 GDI kommt Ende 2010 für knapp unter 20.000 Euro zu den Händlern. Preislich befindet sich der Sportage damit auf Augenhöhe mit dem Schwestermodell Hyundai ix35 oder dem Nissan Qashqai, aber eindeutig unter dem VW Tiguan oder dem Ford Kuga. Für diese beiden Mitbewerber werden jeweils deutlich mehr als 25.000 Euro fällig.

Wertung

  • ★★★★★★★★★☆
  • Mit der Neuauflage des Sportage macht Kia im Bereich der Kompakt-SUVs einen großen Sprung nach vorne. Der Wagen sieht gut aus, kann qualitativ überzeugen und bietet vor allem ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis. Mit dem 136-PS-Turbodiesel ist man auf alle Fälle adäquat motorisiert. Benziner-Freunde sollten auf den neuen Benzin-Direkteinspritzer warten.

  • Antrieb
    80%
    kultivierter, durchzugsstarker 136-PS-Diesel
    etwas träger 163-PS-Benziner
  • Fahrwerk
    80%
    straff, aber nicht unkomfortabel
    Lenkung könnte direkter agieren
  • Karosserie
    85%
    deutlich schicker und dynamischer als der Vorgänger
    schlechte Sicht nach hinten
  • Kosten
    95%
    im Vergleich zur Konkurrenz sehr günstig
    umfangreiche Serienausstattung

Preisliste


Kia Sportage 2.0 CRDi 2WD Attract

Grundpreis: 24.100 Euro
Modell Preis in Euro
Kia Sportage 2.0 CRDi AWD Attract 25.600
Kia Sportage 2.0 CRDi 2WD Vision 25.700
Kia Sportage 2.0 CRDi 2WD Spirit 25.700
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaanlage Serie
Klimaautomatik Serie bei Spirit
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Bildschirmnavigation 1.555, Serie bei Spirit
CD-Radio Serie
MP3 Serie
elektr. Schiebedach 900
Metalliclackierung 410
Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll)
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie bei Spirit
Lederausstattung 950 (Teilleder)
Xenonlicht Serie bei Spirit
Nebelscheinwerfer Serie ab Vision
Berganfahrhilfe Serie
Bergabfahrhilfe Serie
17-Zoll-Leichtmetallräder Serie bei Vision
18-Zoll-Leichtmetallräder Serie bei Spirit
Dachreling Serie ab Vision
Lederlenkrad und -schaltknauf Serie ab Vision
Sitzheizung vorn und hinten Serie bei Spirit
USB-, AUX- und iPod-Anschluss Serie
Bluetooth-Freisprecheinrichtung Serie bei Spirit
Parksensoren hinten Serie ab Vision
Rückfahrkamera Serie bei Spirit

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Dieselmotor mit Turboaufladung und Common-Rail-Direkteinspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.995 
Leistung in PS 136 
Leistung in kW 100 
bei U/min 1.800 bis 2.500 
Drehmoment in Nm 319 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.618 
Spurweite hinten in mm 1.619 
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung, Dreiecksquerlenker, Federbeine mit Gasdruckstoßdämpfern, Stabilisator 
Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse, Federbeine mit Gasdruckstoßdämpfern, Stabilisator 
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 300 mm 
Bremsen hinten Scheiben, 262 mm 
Wendekreis in m 11,0 
Räder, Reifen vorn 215/70 R 16, 6,5 J x 16 
Räder, Reifen hinten 215/70 R 16, 6,5 J x 16 
Lenkung hydraulisch unterstützte Zahnstangenlenkung 
Geländekompetenz
Böschungswinkel vorn in Grad 22,7 
Böschungswinkel hinten in Grad 28,2 
Rampenwinkel in Grad 17,7 
Querneigung in Grad 45,0 
Steigfähigkeit in Prozent 44,2 
Bodenfreiheit in mm 172 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.440 
Breite in mm 1.855 
Höhe in mm 1.635 
Radstand in mm 2.640 
Leergewicht in kg 1.533 
Zuladung in kg 557 
Kofferraumvolumen in Liter 326 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.353 
Anhängelast, gebremst in kg 2.000 
Dachlast in kg 100 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 182 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,8 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,5 
CO2-Emission in g/km 147 
Schadstoffklasse Euro 5 
Fixkosten
Service-Intervalle 30.000 km/alle 24 Monate 
Garantie 7 Jahre oder 150.000 Kilometer, Mobilitätsgarantie 3 Jahre ohne Kilometerbegrenzung, 12 Jahre ohne Kilometerbegrenzung gegen Durchrostung 

Der Korea-Tiguan