Das neue Hyundai i30 Coupé im Test

In Kürze startet der Genfer Autosalon 2013. Beste Gelegenheit für die Großen der Autoindustrie, die Neuheiten der Konkurrenz unter die Lupe zu nehmen. Ob VW-Boss Martin Winterkorn wieder am Hyundai-Stand vorbei kommt und schaut, ob nix scheppert? Bei der Präsentation des Golf-Gegners i30 auf der IAA 2011 war der Wolfsburger Konzernchef sichtlich beeindruckt von der Qualität des Autos. In Genf könnte Winterkorn die neue Dreitürer-Variante des i30 begutachten. Wir sind das i30 Coupé bereits gefahren.

Nicht nur zwei Türen weniger
Die Bezeichnung ,Coupé" mag in diesem Fall etwas übertrieben erscheinen – sie klingt immerhin eleganter, sportlicher und eigenständiger als ,Dreitürer". Und ein bisschen Eigenständigkeit bringt die dritte Karosserievariante nach Fünftürer und Kombi ja auch mit. Das im europäischen Design- und Entwicklungszentrum entworfene i30 Coupé besitzt 17 Zentimeter längere Türen und eine stärker ansteigende Fensterlinie, die mit einem steilen Knick nach oben endet. Die dadurch voluminöser ausfallende C-Säule erschwert allerdings den Rundumblick nach hinten. Weitere Merkmale des Dreitürers sind die schwarze statt in Wagenfarbe lackierte Querleiste im großen Kühlergrill, eine dunkle Spoilerlippe vorn, runde Nebelscheinwerfer, eigenständige Tagfahr-LEDs, ein schwarzer Heckeinsatz und waagrechte statt senkrechte Nebelschlussleuchten.

Keine Einschränkungen beim Platzangebot
Die Außenabmessungen und der Radstand sind identisch mit dem Fünftürer. Deshalb gibt es auch keinerlei Einbußen beim Platzangebot. Der Kofferraum fasst unverändert 378 bis 1.316 Liter und liegt damit auf Golf-Niveau. Hat man sich in den Fond gezwängt, wie das bei einem Dreitürer eben nur mit Verrenkungen gelingt, kann man dort bequem und mit angemessenem Raum für Beine, Oberkörper und Kopf sitzen. Auch der hintere Mittelplatz ist gut nutzbar – er ist so weich wie der Rest der Rückbank gepolstert, im Fußraum stört kein hoher Mitteltunnel.

Hochwertige ,Design"-Ausstattung
Exklusiv für das i30 Coupé wird die hochwertige Ausstattungslinie ,Design" angeboten. Das ansonsten eher düstere Interieur wird in diesem Fall durch hellbraune Sitzbezüge sowie orangefarbene Ziernähte an Lenkrad, Schaltknauf und Türarmlehnen aufgepeppt. Die Cockpitgestaltung im i30 weiß ohnehin zu gefallen: Die Kommandozentrale präsentiert sich übersichtlich und hochwertig gestaltet – kein Vergleich mit dem biederen Ambiente früherer Hyundai-Modelle. Verarbeitung und Materialanmutung stimmen ebenfalls und übertreffen die Fahrzeuge der Schwestermarke Kia deutlich. Für annehmbare 1.120 Euro gibt es ein überzeugendes Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Touchscreen und Rückfahrkamera.

Schwachpunkt Motoren
Mit der der präzisen Sechsgang-Schaltung, der ausreichend direkten Lenkung sowie dem alltagstauglichen, komfortablen Fahrwerk sammelt das i30 Coupé weitere Pluspunkte. Doch es gibt einen gravierenden Schwachpunkt bei der Kompakt-Baureihe: die Motoren. Der Kunde hat die Wahl aus vier verschiedenen Triebwerken. Die Benziner leisten 99 beziehungsweise 135 PS, die beiden Turbodiesel gehen mit 90 und 128 PS an den Start. Die Einstiegsaggregate lassen schon auf dem Papier erahnen, dass hier nicht allzu viel Fahrspaß zu erwarten ist. Von den stärkeren Motorisierungen würde man sich ein bisschen davon aber schon wünschen. Der Topdiesel 1.6 CRDi mit 128 PS kommt relativ schleppend aus dem Drehzahlkeller und legt auch danach eher mäßig zu. Vom Turbolader ist nur wenig zu spüren. Wohlwollend kann man von gleichmäßiger Beschleunigung sprechen. 10,9 Sekunden vergehen für den Spurt von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 197 km/h. Immerhin läuft der Vierzylinder ruhig und leise, bietet damit eine angenehme Geräuschkulisse. Die vom Hersteller angegebenen 4,1 Liter Durchschnittsverbrauch können sich durchaus sehen lassen. Da der 1,6-Liter-Diesel aber zu hochtouriger Fahrt verleitet, fließen schnell mal sieben Liter durch die Kraftstoffleitungen.

Etwas günstiger als der Fünftürer
Das Hyundai i30 Coupé startet als 1,4-Liter-Benziner bei 15.590 Euro, das sind 510 Euro weniger als für den entsprechenden Fünftürer. Der von uns gefahrene 1.6 CRDi ist ab 21.760 Euro und ausschließlich in der Design-Ausstattung erhältlich. Sie umfasst unter anderem Parksensoren hinten, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Teilledersitze, eine Klimaanlage sowie ein Audiosystem mit CD-Player, AUX/USB-Anschluss und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Viele gängige Extras lassen sich über insgesamt drei Pakete hinzubuchen. Fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung sind inklusive. Zum Vergleich: Der dreitürige VW Golf 1.6 TDI mit nur 105 PS kostet in der mittleren Ausstattungsvariante Comfortline bereits mindestens 22.675 Euro.

Wertung

  • ★★★★★★★★☆☆
  • Wie schon der Fünftürer und der Kombi überzeugt auch das Hyundai i30 Coupé hinsichtlich Design, Verarbeitung und Fahrkomfort. Der etwas eigenständige Auftritt steht dem Auto gut zu Gesicht, schränkt aber die Sicht nach hinten ein. Wie von den Koreanern gewohnt stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis. Nachholbedarf besteht hingegen bei den etwas durchzugsschwachen Motoren.

  • Antrieb
    70%
    präzise Sechsgang-Schaltung
    kein wirklich durchzugsstarker Motor im Programm
  • Fahrwerk
    80%
    guter Alltagskomfort
    serienmäßige Lenkung mit verstellbarer Lenkkraftunterstützung
  • Karosserie
    85%
    schicker Auftritt, keine Platzeinbußen gegenüber Fünftürer
    nach hinten unübersichtlich
  • Kosten
    90%
    stimmiges Preis-/Leistungsverhältnis
    viele Extras nur im Paket

Preisliste


Hyundai i30 1.6 CRDi Coupé Design

Grundpreis: 21.760 Euro
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaanlage Serie
Klimaautomatik 560 (im Paket)
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Automatikgetriebe 1.400
Bildschirmnavigation 1.120
CD-Radio Serie
MP3 Serie
elektr. Schiebedach 1.200
Metalliclackierung 500
Leichtmetallfelgen Serie (16 Zoll)
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat 1.450 (im Paket)
Lederausstattung 1.450 (im Paket)
Xenonlicht 1.500 (im Paket)
Nebelscheinwerfer Serie
Knieairbag für den Fahrer Serie
Alarmanlage Serie
Berganfahrassistent Serie
Parksensoren hinten Serie
AUX- und USB-Anschluss Serie
Bluetooth-Freisprecheinrichtung Serie
Servolenkung mit verstellbarer Lenkunterstützung Serie
Teilledersitze Serie
Sitzheizung vorn 560 (im Paket)
Rückfahrkamera Serie bei Navi
Lenkradheizung 1.450 (im Paket)

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Dieselmotor mit Turboaufladung und Common-Rail-Direkteinspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.582 
Leistung in PS 128 
Leistung in kW 94 
bei U/min 1.900 bis 2.750 
Drehmoment in Nm 260 
Antrieb Frontantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.555 
Spurweite hinten in mm 1.563 
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung an McPherson-Federbeinen, mit Stoßdämpfern, Schraubenfedern und Stabilisatoren 
Radaufhängung hinten Einzelradaufhängung an Multilenkerachse, mit Stoßdämpfern, Schraubenfedern und Stabilisatoren 
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 300 mm 
Bremsen hinten Scheiben, 262 mm 
Wendekreis in m 10,6 
Räder, Reifen vorn 205/55 R16, 6,5 x 16 
Räder, Reifen hinten 205/55 R16, 6,5 x 16 
Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung in drei unterschiedlichen Modi 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.300 
Breite in mm 1.780 
Höhe in mm 1.470 
Radstand in mm 2.650 
Leergewicht in kg 1.365 
Zuladung in kg 555 
Kofferraumvolumen in Liter 378 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.316 
Anhängelast, gebremst in kg 1.500 
Dachlast in kg 80 
Tankinhalt in Liter 53 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 197 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,9 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,1 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 4,8 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 3,7 
CO2-Emission in g/km 108 
Schadstoffklasse Euro 5 
Fixkosten
Haftpflicht-Klasse 18 
Teilkasko-Klasse 21 
Vollkasko-Klasse 20 

i30 Coupé im Test