Der neue Kia Sorento im Test

Es ist normal, dass ein Auto zur Hälfte seines Lebenszyklus' eine mehr oder weniger umfassende Modellpflege erhält. Beim Kia Sorento steht diese bereits nach drei Jahren an. Auf den ersten Blick tut sich das in solchen Fällen Übliche: Das SUV bekommt neue Schürzen, modifizierte Scheinwerfer mit jetzt serienmäßigen Tagfahr-LEDs sowie veränderte Rückleuchten. Auch die Heckklappe wird ausgetauscht. Das optionale Panorama-Glasschiebedach lässt durch den Wegfall der Mittelstrebe künftig noch mehr Licht in die Kabine, das Sonnenschutzrollo öffnet und schließt nun elektrisch. Erstmals sind für den Sorento 19-Zoll-Räder zu haben. So weit, so gut.

Neue Plattform
Die wichtigste Neuerung ist hingegen nicht sichtbar, sie befindet sich unterhalb der Karosserie. Denn der 4,69 Meter lange Sorento steht ab sofort auf einer neuen Plattform. Die übernimmt der stattlich auftretende Koreaner vom komplett neu entwickelten Konzernbruder Hyundai Santa Fe. Eine breitere Spur sorgt jetzt für mehr Fahrstabilität, die Karosserie rückt zehn Millimeter näher an den Asphalt und der cW-Wert konnte von 0,38 auf 0,34 verbessert werden. Auch in der Kabine des Sorento hat sich etwas getan. Die Passagiere in Sitzreihe zwei profitieren von drei Zentimeter mehr Beinfreiheit. Vorne ist das Platzangebot ebenfalls großzügig bemessen. Gegen Aufpreis ist statt der fünfsitzigen eine siebensitzige Konfiguration erhältlich. Die dritte Sitzreihe ist allerdings nur für Kinder geeignet.

Modernisiertes Cockpit
Das bisher etwas trist anmutende Sorento-Cockpit präsentiert sich moderner und wertiger. Verantwortlich dafür sind der vermehrte Einsatz von Soft-Touch-Oberflächen und Chromverzierungen sowie die umgestaltete Mittelkonsole mit Siebenzoll-Bildschirm. Die vorderen Sitze könnten weiterhin mehr Seitenhalt bieten, was sich vor allem in Kombination mit der Lederausstattung bemerkbar macht. In Kurven rutschen Fahrer und Beifahrer dann auf ihren glatten Sesseln schon mal kräftig hin und her.

Untersteuert in Kurven
Apropos Kurven: Die sind sowieso nicht die Sache des 1,9 Tonnen schweren Sorento. In Biegungen wankt er spürbar, zudem schiebt das Auto mächtig über die Vorderräder. Die Lenkung arbeitet zwar direkter als im Vorgänger, könnte aber noch präziser agieren. Erstmals angeboten wird die variable Servolenkung ,Flex Steer". Auf Knopfdruck kann der Fahrer hier den Grad der Lenkunterstützung in den drei Stufen Normal, Comfort und Sport variieren. Auf der Straße liegt der überarbeitete Sorento äußerst komfortabel, nur gröbere Unebenheiten werden etwas unvermittelt auf die Insassen übertragen.

Verbrauchsoptimierter Diesel
Serienmäßig wird der Sorento als Fronttriebler ausgeliefert. Auf Wunsch steht ein Allradantrieb zur Verfügung, zum robusten Offroader wird der Sorento dadurch jedoch nicht. Der bekannte 2,2-Liter-Turbodiesel sorgt mit unverändert 197 PS und maximal 437 Newtonmeter Drehmoment stets für adäquaten Durchzug. Allerdings ist der Vierzylinder-Selbstzünder klanglich zu präsent. Die Sechsgang-Automatik, die für rund 1.200 Euro das standardmäßige Schaltgetriebe ersetzt, ist ein wenig behäbig, aber insgesamt zufrieden stellend. Ein neues System zur Abgasrückführung senkt den Normverbrauch deutlich – in der Allradversion mit Automatik von 7,4 auf 6,7 Liter. Alternativ steht ein neuer 2,4-Liter-Benzindirekteinspritzer zur Verfügung. Mit 192 PS leistet er 18 PS mehr als der Vorgängermotor, das Drehmomentmaximum ist um 17 auf jetzt 242 Newtonmeter angewachsen.

Extras nur im Paket
Wie bei Kia üblich, sind fast alle Extras an höhere Ausstattungslinien oder an die fünf Optionspakete gebunden. Erhältlich sind unter anderem ein radargestützter Totwinkelwarner, ein Spurhalteassistent sowie ein Einparkassistent. Die Toplinie Spirit bietet zum fairen Preis nahezu eine Komplettausstattung. Eine detaillierte Preisliste hat Kia für den neuen Sorento noch nicht veröffentlicht. Fest steht lediglich, dass der frontgetriebene Benziner bei knapp unter 30.000 Euro startet. Der günstigste Diesel ist für 32.990 Euro zu haben.

Wertung

  • ★★★★★★★★☆☆
  • Der Kia Sorento bleibt, was er bereits war: ein solides Mittelklasse-SUV mit ordentlich Platz zum fairen Preis. Optisch geht der Koreaner nun frischer und etwas gefälliger an den Start. Erfreulich ist zudem, dass die Verbrauchswerte gesenkt wurden und nun moderne Systeme wie Totwinkelwarner, Spurhalte- und Einparkassistent erhältlich sind. Extras sind, wie immer bei Kia, jedoch nur in Paketen bestellbar. Der 2,2-Liter-Diesel sorgt für soliden Vortrieb, ist aber zu laut. Die insgesamt positiven Fahreindrücke werden durch das nicht ganz so überzeugende Kurvenverhalten geschmälert.

  • Antrieb
    80%
    adäquater Durchzug, sanfte Automatik
    lauter Dieselmotor
  • Fahrwerk
    80%
    komfortabel gefedert
    spürbares Untersteuern in Kurven
  • Karosserie
    85%
    ordentlich Platz für fünf Personen
    hohe Ladeschwelle
  • Kosten
    85%
    umfangreiche Ausstattung, sieben Jahre Garantie
    unflexible Paketpolitik

Preisliste


Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Automatik Vision

Grundpreis: ca. 39.000 Euro
Modell Preis in Euro
Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Automatik Spirit ca. 42.000
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaautomatik Serie
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Bildschirmnavigation Serie bei Spirit
CD-Radio Serie
MP3 Serie
elektr. Schiebedach optional
Metalliclackierung optional
Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll)
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Lederausstattung Serie bei Spirit
Xenonlicht Serie bei Spirit
Kurvenlicht optional für Spirit
Nebelscheinwerfer Serie
Berganfahrassistent Serie
Bergabfahrhilfe Serie
Spurhalteassistent optional (im Paket)
Spurwechselassistent optional (im Paket)
Dachreling Serie
getönte hintere Scheiben Serie
Lenkradheizung optional (im Paket)
dritte Sitzreihe optional
Sitzheizung vorn Serie
Sitzheizung hinten optional (im Paket)
Bluetooth-Freisprechfunktion Serie
USB-, AUX- und iPod-Anschluss Serie
variable Servolenkung Flex Steer Serie bei Spirit
Parksensoren hinten Serie
Einparkassistent Serie bei Spirit

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Dieselmotor mit Turboaufladung und Common-Rail-Direkteinspritzung 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 2.199 
Leistung in PS 197 
Leistung in kW 145 
bei U/min 1.800 bis 2.500 
Drehmoment in Nm 437 
Antrieb Allradantrieb 
Gänge
Getriebe Automatik 
Fahrwerk
Spurweite vorn in mm 1.626 
Spurweite hinten in mm 1.623 
Radaufhängung vorn Einzelradaufhängung, Dreiecksquerlenker, Federbeine mit Zwei-Wege-Gasdruckstoßdämpfern, Stabilisator 
Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse mit Zwei-Wege-Gasdruckstoßdämpfern, Stabilisator 
Bremsen vorn innenbelüftete Scheiben, 320 mm 
Bremsen hinten Scheiben, 302 mm 
Wendekreis in m 10,9 
Räder, Reifen vorn 235/65 R17, 7,0J x 17 
Räder, Reifen hinten 235/65 R17, 7,0J x 17 
Lenkung elektrisch unterstützte Zahnstangenlenkung, geschwindigkeitsabhängig 
Geländekompetenz
Böschungswinkel vorn in Grad 19,4 
Böschungswinkel hinten in Grad 22,1 
Rampenwinkel in Grad 16,6 
Maße und Gewichte
Länge in mm 4.685 
Breite in mm 1.885 
Höhe in mm 1.735 
Radstand in mm 2.700 
Leergewicht in kg 1.890 
Zuladung in kg 620 
Kofferraumvolumen in Liter 660 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.675 
Anhängelast, gebremst in kg 2.000 
Dachlast in kg 100 
Tankinhalt in Liter 64 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 190 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,9 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,7 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 8,8 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 5,4 
CO2-Emission in g/km 175 
Schadstoffklasse Euro 5 
Fixkosten
Haftpflicht-Klasse 20 
Teilkasko-Klasse 23 
Vollkasko-Klasse 23 
Service-Intervalle 20.000 Kilometer oder zwölf Monate 
Garantie sieben Jahre oder 150.000 Kilometer 

Mehr als ein Lifting