Querverkehr beim Alpenglühen
Škoda Octavia RS 4x4 auf Schnee und Eis
Keine biedere Familienkutsche
Den Anfang macht der Octavia 4x4 mit 150-Diesel-PS aus einem Zweiliter-Turbomotor. Geschaltet wird manuell, eine echte Handbremse ist auch an Bord. Kein Wunder also, dass die Werks-Rallyepiloten am liebsten die unscheinbare Familienkutsche für ihre Drifttaxifahrten heranziehen. Zwar ist das Band, in dem das maximale Drehmoment von 340 Newtonmeter anliegt, recht schmal (1.750 bis 3.000 Umdrehungen), trotzdem lässt sich der Octavia 4x4 im ,ESP-Sport"-Modus wahlweise sehr sicher und geradlinig, oder aber eben mit beherztem Handbrems-Einsatz und viel Schaltarbeit auch ordentlich quer fahren. Dabei regelt das ESP nicht wie wild alles weg, was nicht nach ,geradeaus" aussieht, sondern hält sich vornehm zurück, bis die Winkel zu wild und die Geschwindigkeiten zu hoch werden. Sicher, aber trotzdem sportlich, wir sind positiv überrascht.
Er dreht und dreht und dreht
Raus aus dem Octavia 4x4, rein in den Allrad-Superb. Das Auto ist größer, der Innenraum wirkt deutlich hochwertiger und man hat selbst hinten richtig Platz. Unter der Haube steckt diesmal der 280-PS-Turbobenziner. Gekoppelt an ein DSG-Getriebe und ohne echte Handbremse – so ein Mist. Aber – und das ist ein großes ABER – der Motor ist eine Wucht! Drehfreudig, lebendig, soundstark und mit ordentlich Durchzug gesegnet fräsen wir uns durch den Schnee. Auch hier ein großes Kompliment für die freimütige ESP-Abstimmung. Der Superb kann also nicht nur luxuriös cruisen, sondern auch brutal querfahren. Wie hätten Sie es denn gern? Power-Oversteer? Sämiger Allrad-Drift? Der Superb liefert ab – und zwar auf den Punkt. Nie hätten wir von dem komfortablen Kombi eine derartige Präzision auf dem Eis erwartet. Chapeau Škoda!
RS endlich auch mit Allrad
Last but not least: der brandneue Škoda Octavia RS 4x4 mit DSG. Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe sind neu im sportlichsten Diesel-Octavia. Wir waren gespannt, leistet der Selbstzünder mit zwei Liter Hubraum doch ,nur" 184 PS und nicht deren 230 wie im Benzin-RS. In 7,6 Sekunden soll es auf Tempo 100 gehen – auf dem Eis schaffen wir diesen Wert logischerweise nicht. Allerdings kommt der RS 4x4 ziemlich gut vom Fleck und man merkt, wie das Allradsystem die Kraft ständig neu verteilt, um das Gripniveau möglichst hochzuhalten. Im Slalomparcours schiebt die getestete Limousine etwas mehr über die Vorderräder als beispielsweise der Superb-Kombi, eine gewisse Kopflastigkeit bei vorsichtiger Herangehensweise ist nicht zu verleugnen. Legt man allerdings den Schalter – den im Kopf und den vom ESP – um, wird auch der RS 4x4 zur Driftmaschine.
Gute Arbeit Škoda
Der Drehmoment-Punch und das hervorragende Fahrwerk machen den Octavia RS 4x4 zu jenem Auto im Vergleich, das sich zwar am einfachsten, aber trotzdem am schnellsten querfahren lässt. Wo man beim Standard-Octavia noch wie wild auf der Pedalerie steppen muss, um das Drehmoment hochzuhalten und im Superb permanent die Drehzahl durch die Decke jagen muss, um Schlupf zu generieren, legt der RS 4x4 zu jeder Zeit freundlich und genügsam seine schwungvollen Drifts aufs eisige Parkett. Wir warten jetzt nur noch darauf, dass Škoda den RS 230 4x4 mit DSG baut. Und eine Runde im Rallye-Fabia R5, dem Gipfel von Škodas Allradprogramm, würden wir auch sehr gerne mal drehen.
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