Erwischt: Warum trägt dieser Porsche 911 GT3 einen Entenbürzel?
Das feuerrote Spielmobil wurde auf der Nordschleife gesichtet
Ein leuchtend roter Prototyp des frisch überarbeiteten Porsche 911 GT3 wurde bei Hochgeschwindigkeitstests auf dem Nürburgring gesichtet. Während Entwicklungsfahrzeuge auf der Nordschleife in den Sommermonaten zum Alltag gehören, fällt dieses Fahrzeug durch einen markanten Entenbürzel-Heckspoiler besonders auf.
Reminiszenz an eine Legende
Der völlig ungetarnte Sportwagen wurde vom Porsche-Markenbotschafter Jörg Bergmeister gefahren und greift eines der berühmtesten Designmerkmale aus Zuffenhausen auf. Dieser spezifische Entenbürzel geht auf den legendären 911 Carrera RS 2.7 aus den 1970er-Jahren zurück. In jüngerer Vergangenheit blieb dieser aerodynamische Kniff meist streng limitierten Sondermodellen vorbehalten, wofür der 911 Sport Classic der Generation 992.1 das beste Beispiel ist. Bisher hat Porsche jedoch noch nie einen festen Entenbürzel-Spoiler mit der GT3-Variante des Elfers kombiniert.
Bildergalerie: Porsche 911 GT3 Touring mit "Ducktail" (2026) Erlkönig
Eine genauere Analyse der Aufnahmen zeigt einen aufwendig konstruierten, permanenten Spoiler anstelle einer temporären Modifikation, wobei der Bürzel in eine maßgeschneiderte Heckmotorabdeckung eingeformt ist. Zudem hat Porsche die obligatorische dritte Bremsleuchte sauber in die hintere obere Kante des ansteigenden Spoilers integriert. Wäre diese Komponente nicht für die Serienproduktion vorgesehen, würde das Unternehmen eine solche serienreife Integration wohl kaum offen auf dem Nürburgring zeigen.
Bei diesem Prototyp entfällt der elektrisch ausfahrbare, bündige Spoiler des Porsche 911 GT3 Touring der Generation 992.2. Neben dem einzigartigen Heck steht das Fahrzeug auf unterschiedlich großen Magnesium-Zentralverschlussrädern. Die in dunklem Bronze gehaltenen, leichten Schmiederäder sind exklusiv dem Leichtbau-Paket oder dem Weissach-Paket vorbehalten. Trotz der klaren Silhouette scheint diese Spezifikation für eine hohe Kurvendynamik konzipiert zu sein.
Porsche 911 GT3 Touring mit "Ducktail" (2026) Erlkönig
Wozu dient der Bürzel?
Da der Hersteller eine mit Entenbürzel ausgestattete Variante für das 992.2-Line-up noch nicht offiziell bestätigt hat, stehen zwei Hypothesen im Raum. Erstens könnte die feste Heckklappe als eigenständige Werksoption für Kunden angeboten werden, die einen eher klassischen Retro-Look bevorzugen. Zweitens wäre es denkbar, dass Porsche eine weitere Kleinserie vorbereitet. Die Kombination der vom Motorsport inspirierten GT3-Komponenten mit einem eleganten Aerodynamikelement der 1970er-Jahre dürfte bei Sammlern auf großes Interesse stoßen und im Zuge dessen zu erheblichen Händleraufschlägen führen. In jedem Fall wird Porsche mit dieser Variante eine gute Marge erzielen.
Porsche 911 Carrera RS 2.7 (1972-73)
Basierend auf der Gestaltung der zentralen Doppel-Auspuffanlage und des hinteren Diffusors gilt es als nahezu sicher, dass Porsche anstelle des kommenden Turbomotors den frei saugenden Sechszylinder-Boxermotor des GT3 beibehalten hat. Dieses neue Triebwerk, das zudem eine Hybrid-Unterstützung erhalten soll, wird das bisherige 4,0-Liter-Aggregat des 911 GT3 RS der Generation 992.1 zu einem Zeitpunkt im Jahr 2027 ersetzen.
Der aktuelle GT3 leistet 510 PS. Unter optimalen Bedingungen benötigt der reguläre GT3 3,4 Sekunden für den Sprint auf 100 Kilometer pro Stunde, während die Version mit Touring-Paket hierfür 3,9 Sekunden beansprucht. Aufgrund des strömungsgünstigeren Designs erreicht die aerodynamisch optimierte Variante zudem eine geringfügig höhere Endgeschwindigkeit von über 312 Kilometern pro Stunde. Jüngstes GT3-Derivat ist übrigens der S/C mit manuellem Getriebe.
Quelle: Automedia
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