544 PS und Leiterrahmen: Dieser BYD-Geländewagen kommt zu uns
Denza bringt den Bao 5 nach Europa. Der Plug-in-Hybrid kombiniert Geländetechnik und überraschend viel Leistung
Wer Denza bislang nur als weitere BYD-Tochter auf dem Schirm hatte, dürfte beim Bao 5 kurz aufhorchen. Denn die Premiummarke schickt keinen weiteren Elektro-SUV ins Rennen, sondern einen fast fünf Meter langen Geländewagen mit Leiterrahmen, Plug-in-Hybridantrieb und überraschend viel Leistung.
Der Bao 5 feierte in Goodwood sein Europadebüt und bringt genau die Sorte Technik mit, die man bislang eher von etablierten Offroad-Größen kennt. 544 PS, 760 Newtonmeter Drehmoment, eine elektrische Reichweite von bis zu 90 Kilometern und ein Sprint auf Tempo 100 in 4,8 Sekunden zeigen schnell, dass der Bao 5 nicht als gemütlicher Plug-in-Hybrid für die Vorstadtsiedlung gedacht ist. Defender, Land Cruiser und Ineos Grenadier bekommen damit Konkurrenz aus einer Richtung, mit der viele vermutlich nicht gerechnet hätten.
Bildergalerie: Denza Bao 5 (2026)
Technisch basiert der Bao 5 auf der DMO-Architektur, also dem offroad-orientierten Dual-Mode-Antrieb von BYD. Ein 1,5-Liter-Turbobenziner arbeitet zusammen mit zwei Elektromotoren: einem mit 272 PS vorne und einem mit 388 PS hinten. Das ergibt zusammen 544 PS und 760 Nm, was für den Standardsprint auf 100 km/h in 4,8 Sekunden ausreicht.
Für ein 4,9 Meter langes SUV mit Leiterrahmen ist das mehr als nur eine Ansage. Denza kombiniert den klassischen Body-on-Frame-Aufbau mit Cell-to-Chassis-Technik, zwei elektronischen Differenzialsperren und einer intelligenten Kraftverteilung. In der Praxis soll dies sowohl auf der Straße als auch im Gelände für möglichst viel Traktion sorgen.
Auch bei den Fahrwerksdetails geht Denza keine Kompromisse ein. Serienmäßig gibt es Doppelquerlenker an Vorder- und Hinterachse. Im Ultimate-Modell kommt die intelligente DiSus-P-Body-Control mit adaptiver Dämpfung und aktivem Niveauspielraum hinzu. Das System kann die Bodenfreiheit um bis zu 90 Millimeter erhöhen, sodass der Bao 5 eine Bodenfreiheit von bis zu 310 Millimetern erreicht.
Mit einem Böschungswinkel von bis zu 39 Grad vorn und 34 Grad hinten, einer beachtlichen Wattiefe und Untersetzung zeigt der Bao 5, dass er deutlich mehr sein will als ein SUV mit Abenteuer-Optik und grobstolligen Reifen. Die elektrische Unterstützung reagiert dabei deutlich schneller als klassische mechanische Systeme, was im Schlamm oder auf losem Untergrund von Vorteil sein kann.
Mit der 31,8-kWh-Blade-Batterie schafft der Bao 5 nach WLTP bis zu 90 Kilometer rein elektrisch. Zusammen mit vollem Akku und vollem Tank gibt Denza eine Reichweite von 835 Kilometern an, dazu einen gewichteten Verbrauch von 4,2 Litern je 100 Kilometer und CO₂-Emissionen von 94 Gramm pro Kilometer.
Beim Laden bleibt der Bao 5 praxisnah. Er lädt mit 11 kW Wechselstrom und mit bis zu 100 kW Gleichstrom. Damit dauert das Laden von 30 auf 80 Prozent an der Schnellladesäule nur 16 Minuten und an der Wallbox gut drei Stunden für den Bereich von 15 auf 100 Prozent.
Im Innenraum setzt Denza konsequent auf Premium-Ausstattung. Es gibt ein 12,3 Zoll großes Kombiinstrument, ein 15,6 Zoll großes Zentraldisplay, einen eigenen Bildschirm für den Beifahrer, ein Head-up-Display und Google Built-in. Hinzu kommt ein Devialet-Audiosystem mit bis zu 18 Lautsprechern je nach Version sowie eine Sprachsteuerung mit vier Zonen.
Auch die Sitze sind klar auf Komfort ausgelegt. Vorn gibt es elektrische Verstellung, Massagefunktion, Sitzheizung und -belüftung, hinten ebenfalls Komfortfunktionen und im Obermodell eine besonders üppige Ausstattung mit Nappaleder. In der Mittelkonsole befindet sich sogar ein gekühltes und beheiztes Fach, das sich per App steuern lässt.
Trotzdem bleibt der Bao 5 praktisch. Der Kofferraum fasst 475 Liter bei aufgestellten Sitzen und bis zu 1.736 Liter bis unters Dach. Hinzu kommen ein Panoramadach, elektrische Trittbretter in der besseren Ausstattung, eine 360-Grad-Kamera, elf Airbags und ein Dach, das statisch zwölf Tonnen aushält.
Denza nennt für Europa noch keinen Preis, doch genau da wird es spannend. Denn der Bao 5 muss sich nicht nur gegen die großen Namen aus Japan und Europa behaupten, sondern auch gegen das eigene Image als neuer Player aus China. Sollte der Preis unterhalb der klassischen Premium-Offroader liegen, dürfte das SUV ziemlich schnell auf dem Wunschzettel vieler Käufer landen.
Ob Defender, Land Cruiser oder Grenadier deshalb gleich ins Schwitzen geraten müssen, wird sich erst nach dem Europa-Start zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Mit Leiterrahmen, 544 PS, großer Batterie und echter Offroad-Technik bringt der Bao 5 ein Gesamtpaket mit, das bislang kaum ein anderer Hersteller in dieser Kombination anbietet.
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