Vergessene Studien: Audi Nuvolari Quattro (2003)
Es gab schon mal ein Auto namens Nuvolari. Aber es war komplett anders
Aktuell reden alle vom neuen Audi Nuvolari. Das 1.001 PS starke Supercar auf Lamborghini-Basis soll in einer Kleinserie gebaut werden. Doch der berühmte Name kommt bei Audi nicht zum ersten Mal zum Einsatz.
Im Rahmen des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans präsentierte Audi im Juni 2003 seine zukunftsweisende GT-Studie Nuvolari quattro – zeitweise auch als Audi Lisvina bezeichnet – auf der Rennstrecke. Am Steuer des zweitürigen, viersitzigen Coupés saß damals die Rallye-Ikone Michèle Mouton, die von Walter de Silva, dem seinerzeitigen Designchef der Audi-Markengruppe und Mitbegründer der Studie, als Copilot begleitet wurde.
Bildergalerie: Audi Nuvolari quattro (2003)
Der Name des Konzeptfahrzeugs war eine Hommage an die italienische Rennsportlegende Tazio Nuvolari, die exakt 70 Jahre zuvor, im Jahr 1933, in Le Mans triumphiert hatte und später als Werksfahrer der Auto Union Motorsportgeschichte schrieb.
Nach seiner Premiere auf dem Genfer Automobilsalon, wo es im Jahr 2003 als zweite von insgesamt drei großen Audi-Konzeptstudien zwischen dem Pikes Peak quattro und dem Le Mans quattro debütierte, zeigte sich das Fahrzeug in Le Mans erstmals dynamisch vor einem großen Publikum.
Der 2003er-Nuvolari wies eine Länge von 4.800 mm auf, dazu eine Breite von 1.920 mm und eine Höhe von 1.410 mm. Optisch erinnerte er ein wenig an den TT und vorne an den damaligen A4. Ein Coupé auf A4-Basis ging erst im Sommer 2007 in Serie, der A5 war mit 4,62 Meter aber deutlich kürzer. Doch auch ihn hatte Walter de Silva gezeichnet. Und auch der Audi A4 (B8) aus dem gleichen Jahr griff Stilelemente des Nuvolari auf.
Technisches Herzstück des Nuvolari quattro war ein fünf Liter großer V10-Biturbomotor mit FSI-Benzindirekteinspritzung, der mit 441 kW (600 PS) und einem Drehmoment von 750 Newtonmetern das bis dato leistungsstärkste von Audi für die Straße entwickelte Aggregat darstellte und den Wagen in 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigte. Die Maschine stammte aus dem Lamborghini Gallardo. Eine Parallele zum 2026er-Nuvolari, der auf dem Lamborghini Temerario basiert.
Die Leichtbau-Karosserie aus Aluminium war in der innovativen Audi Space Frame-Bauweise gefertigt, was dem GT eine hohe Steifigkeit sowie ein exzellentes Leistungsgewicht verlieh.
Für die adäquate Kraftübertragung sorgten ein sechsstufiges Automatikgetriebe mit Shift-by-Wire-Technologie, das auch über Schaltwippen am Lenkrad bedient werden konnte, sowie der permanente Allradantrieb quattro, der hier auf einem Torsen-Differenzial basierte.
Zu den optischen und technologischen Pionierleistungen der Studie gehörten zudem die innovativen LED-Scheinwerfer, da der Nuvolari Quattro eines der weltweit ersten Fahrzeuge war, das mit dieser Lichttechnologie ausgestattet worden war. Ein Aluminium-Fahrwerk mit Vierlenker-Vorderachse, Trapezlenker-Hinterachse und der Luftfederung "adaptive air suspension" garantierte dabei die Balance aus sportlicher Agilität und langstreckentauglichem Komfort.
Unter den 9-Arm-Rädern setzte zudem die Rennbremsanlage mit großen, gelochten Bremsscheiben einen markanten visuellen Akzent. Optisch wie technisch unterstrich Audi mit diesem Auftritt eine Markenstrategie, die konsequente Sportlichkeit, technologischen Spitzenanspruch und ein unverwechselbares Design miteinander verband. Fun Fact am Rande: Beide Nuvolari wurden von italienischen Designern gestaltet. Passend zum italienischen Namen und der italienischen Technik.
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