Neuer Lada Niva enthüllt: Ähnlichkeit zum Duster, aber kein Dacia
2028 soll der russische 4x4 erscheinen, aber nichts ist sicher
Der neue Lada Niva zählt zu den spannendsten Projekten der russischen Automobilindustrie der vergangenen Jahre – und zugleich zu denjenigen, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine massiv ausgebremst wurden. Ursprünglich entstand das Nachfolgeprojekt noch unter Regie der Renault Group, die damals Mehrheitseigner von AvtoVAZ und damit der Marke Lada war.
Ziel war es, den traditionsreichen Niva technisch und optisch grundlegend zu modernisieren, ohne dessen rustikalen Charakter aufzugeben. Bereits im August 2018 zeigte AvtoVAZ mit dem Lada 4x4 Vision Concept eine Studie, die deutliche Hinweise auf die künftige Designsprache gab. Vor allem im Profil waren bereits klare Parallelen zum späteren Dacia Duster erkennbar. Allerdings galten die markanten Karosserieelemente rund um die Radhäuser als zu aufwendig und teuer für die Serie.
Lada 4x4 Vision (2018)
Lada Niva Vision (2021)
Deshalb entwickelte Renault das Konzept weiter und orientierte sich dabei stärker an einem Retro-Design – ähnlich wie später beim Renault 5 E-Tech Electric. Im Rahmen des Strategieplans "Renaulution" präsentierte Renault schließlich eine Skizze eines neuen Niva mit deutlich sichtbarem Modellschriftzug im Kühlergrill und klaren Anleihen beim ursprünglichen Niva von 1976.
Gleichzeitig plante Renault eine engere Verzahnung von Lada und Dacia. Beide Marken sollten künftig auf der flexiblen und kostengünstigen CMF-B-Plattform basieren, die auch der aktuelle Duster nutzt. Die Strategie sah vor, vier Plattformen auf eine zu reduzieren und die Zahl der Karosserievarianten von 18 auf 11 zu senken.
Renault wollte die Produktion pro Plattform deutlich steigern und bis 2025 sieben neue Modelle einführen, darunter zwei Fahrzeuge im C-Segment. Lada sollte robust und günstig bleiben, während Dacia stärker emotionalisiert werden sollte. Zusätzlich plante der Konzern offenbar ein größeres SUV als Pendant zum Dacia Bigster.
Der neue Niva war ursprünglich für 2024 angekündigt. Tatsächlich debütierte in diesem Jahr jedoch lediglich der neue Duster. Vermutlich hätte der Niva einen 100 PS starken LPG-Turbomotor aus dem Renault-Konzern erhalten. Nicht offizielle Renderings deuteten bereits damals eine starke optische Nähe zum Duster an.
Dann änderte der 24. Februar 2022 alles. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zog sich Renault aus Russland zurück. Am 16. Mai 2022 übernahm der russische Staat die Renault-Anteile an AvtoVAZ, auch wenn sich der Konzern eine Rückkaufoption offenhielt. Das Niva-Projekt galt damit zunächst als praktisch beendet.
Bildergalerie: Neuer Lada Niva, Patentbilder
Nun mehren sich jedoch die Hinweise, dass der Geländewagen doch Realität werden könnte. Anlass sind Patentbilder, die laut Carscoops bereits im Dezember beim russischen Föderalen Institut für gewerbliches Eigentum (FIPS) eingereicht wurden, aber erst vor kurzem öffentlich auftauchten. Das gezeigte Fahrzeug erinnert stark an die ursprünglichen Renault-Entwürfe auf CMF-B-Basis und kombiniert Dacia-Elemente mit einem deutlichen Retro-Look.
Die Patentbilder zeigen einen robust gestalteten Offroader mit großem Unterfahrschutz und hoher Bodenfreiheit. Die Scheinwerfer sind tief in die Karosserie eingelassen und über den Grill miteinander verbunden, um sie im Gelände besser vor Beschädigungen zu schützen. Auffällig positioniert sind die Blinker an der Vorderkante der Motorhaube.
Neuer Lada Niva, Patentbilder
Hinzu kommen massive Stoßfänger, ausgestellte Radhäuser, Dachreling und sichtbare Bergeösen. Die hinteren Türgriffe wandern in die C-Säule. Selbst die Rückleuchten erinnern mit ihren grafischen Elementen an das aktuelle Dacia-Logo.
Die Dimensionen dürften sich am Duster orientieren und damit bei rund 4,3 Metern Länge liegen. Als möglicher Marktstart wird derzeit frühestens 2028 genannt. Ob AvtoVAZ allerdings über die finanziellen Mittel verfügt, das Fahrzeug tatsächlich bis zur Serienreife zu entwickeln, bleibt offen. Ebenfalls unklar ist die Motorisierung. Gemunkelt wird über die Nutzung des Vesta als Grundlage. Sicher scheint nur, dass mögliche Antriebe kaum die aktuellen EU-Emissionsvorschriften erfüllen würden. Damit wäre ein neuer Niva in Deutschland vermutlich nicht zulassungsfähig.
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