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Alfa Romeo-Chef: Die Welt ist nicht überall bereit für Elektroautos

Der CEO von Alfa sieht eher die Hybridisierung im Fokus

2026 Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Collection
Bild von: Alfa Romeo

Batterien sind längst unverzichtbar – ob als Hybrid, Plug‑in‑Hybrid oder rein elektrischer Antrieb. Alfa Romeo erkennt diesen Wandel und setzt auf eine Mischung aus Hybrid‑ und Elektromodellen. Zugleich räumt die Marke ein, dass die vollständige Elektrifizierung aktuell noch nicht flächendeckend massentauglich ist.

In einem Interview mit Autocar erläuterte Alfa‑Romeo‑CEO Santo Ficili, dass man bei den neuen Giulia und Stelvio global denkt – und dass längst nicht jede Region bereit ist, Elektroautos vollständig zu übernehmen. Wie er es formuliert: „die Welt ist nicht überall bereit“. Vielmehr, so Ficili, müsse Alfa Romeo die Kunden dort abholen, wo sie stehen:

„Wir müssen einen Weg finden, die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Was bedeutet das? Das bedeutet BEV und es bedeutet alle anderen Arten von endothermischen [Antrieben], also ICE, PHEV, BEV. Das ist die Richtung.“

2026 Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio Kollektion

2026 Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio Kollektion

Bild von: Alfa Romeo

Alfa Romeos Strategie zur Elektrifizierung

Obwohl Alfa Romeo ursprünglich einen radikalen Schritt hin zur reinen Elektromobilität plant, hat das Unternehmen seine Strategie nun angepasst. Die nächste Generation der Giulia und des Stelvio soll künftig sowohl mit Hybrid‑ als auch mit reinem Elektroantrieb angeboten werden. Beide Modelle basieren auf der Plattform STLA Large, die zwar ursprünglich als Elektro‑Plattform entwickelt wurde, aber auch verschiedene andere Antriebsarten wie Hybrid und Plug‑in‑Hybrid unterstützt.

Die Umstellung erforderte zusätzliche Entwicklungsarbeit, wodurch die Fahrzeuge sich gegenüber dem ursprünglich geplanten Zeitplan verzögern. In Einstiegsvarianten sollen voraussichtlich turboaufgeladene Vierzylinder in Kombination mit Mildhybrid‑Systemen zum Einsatz kommen. Plug‑in‑Hybride könnten einen 1,6‑Liter‑Vierzylinder mit einem an der Hinterachse montierten Elektromotor kombinieren – in Anlehnung an andere STLA‑basierte Konzepte.

Auch beim Segmentformat ist mit deutlichem Zuwachs zu rechnen. Stand bisher die Giulia in direkter Konkurrenz zu kompakten Premium‑Limousinen wie BMW 3er und Mercedes‑Benz C‑Klasse, stand der Stelvio mit SUV‑Rivalen wie BMW X3 und Mercedes‑Benz GLC im Wettbewerb. Die neue Generation wird weiterhin in diesem Umfeld agieren, profitiert aber von einem deutlich erweiterten Antriebs‑Portfolio – von klassischen Verbrennern bis hin zu reinen Elektrofahrzeugen. Damit bleibt Alfa Romeo flexibel, sowohl in Märkten mit hohem Elektroanteil als auch in Regionen, in denen die Infrastruktur noch im Aufbau ist.

2026 Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Kollektion und Stelvio Quadrifoglio Kollektion

2026 Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Kollektion und Stelvio Quadrifoglio Kollektion

Bild von: Alfa Romeo

Und was ist mit Quadrifoglio?

Performance‑Fans können aufatmen: Alfa Romeos Quadrifoglio‑Linie bleibt offenbar fest im Programm. Die Hochleistungsvarianten sollen sowohl als Elektro‑Fahrzeuge als auch als Plug‑in‑Hybrid angeboten werden. Die Leistungswerte könnten die Marke von 670 PS (rund 500 kW) überschreiten, einzelne Gerüchte sprechen sogar von Versionen nahe 1.000 PS (etwa 746 kW) – bestätigt ist dies jedoch nicht.

Ein Teil der zugrunde liegenden Technik dürfte mit Plattformen geteilt werden, die auch in Fahrzeugen wie dem neuesten Dodge Charger zum Einsatz kommen. Konkrete Details sind noch rar, voraussichtlich sollen beide Quadrifoglio‑Modelle um 2027 auf den Markt kommen – als Teil der Modelljahrgangs‑Planung für 2028.


Motor1 meint: Alfa Romeo wählt einen deutlich pragmatischeren Kurs. Statt kopflos in die vollständige Elektrifizierung zu stürzen, sichert sich die Marke mit einem flexiblen Antriebsmix ab. Diese Strategie spiegelt die aktuelle Realität: Der Sprung auf E‑Autos ist zwar in vollem Gange, verläuft aber je nach Region in sehr unterschiedlichem Tempo. Alfa Romeo begreift sich damit als Brückenmarke – zwischen sportlicher Verbrenner‑Tradition und einer zunehmend elektrischen Zukunft.