Itala 35 (2026): Traditionsmarke kehrt nach 91 Jahren zurück
Früher gewannen die Italiener prestigeträchtige Fahrten – jetzt taucht die Marke auf China-Plattform in SUV-Form wieder auf
Automobile Wiederauferstehungen gehören eigentlich zu den Seltenheiten in der Branche. Vor allem, wenn der Hersteller seine Pforten bereits vor über 91 Jahren schloss. Die Fabbrica Automobili Itala aus Turin machte schon 1935 in Folge nicht zu überwindender Probleme nach dem ersten Weltkrieg dicht.
Jetzt kehrt Itala offiziell wieder auf die automobile Bühne zurück. Schuld daran ist ein Projekt, das einige der bekanntesten Namen der italienischen Industrie wiederbeleben und in Serie bringen soll. Den Auftakt dieser neuen Phase macht der Itala 35, ein kompakter Crossover-SUV, der im MAUTO in Turin als erstes Modell des Programms Historic Italian Brands vorgestellt wurde.
Bildergalerie: Itala 35
Die Initiative steht unter der Leitung von Massimo Di Risio, Gründer der DR Automobiles Groupe. Ebenfalls mit dabei: O.S.C.A., die historische Marke der Maserati-Brüder. Das Konzept basiert auf einer Industriestrategie, die internationale Plattformen mit italienischer technischer Entwicklung kombiniert. Die ersten Auslieferungen sind ab September 2026 vorgesehen – die Montage soll in den neuen Anlagen von Fabbrica Italia in Molise erfolgen.
Moderner Touch mit symbolischem Bezug
Optisch präsentiert sich der neue Itala 35 als kompakter Crossover mit zeitgemäßer Formensprache. Der Name verweist direkt auf den historischen Itala 35/45 HP. Das Fahrzeug nahm 1907 an der legendären Peking–Paris-Fahrt teil, die Prinz Scipione Borghese gewann. Diesen symbolischen Bezug versucht das neue Modell mit modernen Proportionen neu zu interpretieren ... zugegeben braucht es dazu reichlich Phantasie.
Die Front des 4,41 Meter langen, 1,85 Meter breiten und 1,60 Meter hohen SUV wird von einem großen Kühlergrill mit Chromapplikationen und LED-Scheinwerfern geprägt. Der angedeutete Stil zieht sich entlang der Karosserielinie bis zum Heck. Das zu öffnende Panorama-Glasdach wird von hochglanzschwarzen Säulen und einem passenden Heckspoiler eingefasst. Drei im Museo Nazionale dell’Automobile in Turin gezeigte Prototypen tragen zudem Karosseriedetails aus Carbon, die speziell für diese öffentliche Vorpremiere gefertigt wurden.
Itala 35, die Seitenansicht
Klassisch italienisch im Innenraum
Im Innenraum verweist der Itala 35 auf klassische italienische Detailverliebtheit. Sitze, Türverkleidungen und Teile des Armaturenträgers verwenden Leder und Alcantara. Auswahl und Verarbeitung passieren in Italien. Das Cockpit umfasst zwei digitale Displays: ein 7-Zoll-Display für das Kombiinstrument sowie einen zentralen 10,25-Zoll-Bildschirm für das Infotainment. Hinzu kommt eine Ambientebeleuchtung mit verschiedenen Farbtönen. Das Ladeabteil kommt mit 341 bis 1.271 Liter.
Ein zentrales Thema des Projekts ist die Individualisierung. Kundinnen und Kunden sollen spezifische Kombinationen aus Bezügen, Farben und Oberflächen wählen können – ebenso Sonderlackierungen, die sowohl mit klassischen Verfahren als auch per Folierung realisiert werden. Ziel ist laut Hersteller, ein exklusiveres Erlebnis als bei Volumenmodellen des Segments bieten zu können.
Itala 35, ein Detail des Fahrerplatzes
Klassisch bleibt auch der Antrieb
Unter der Haube des Itala 35 arbeitet ein 1,5-Liter-TGDI-Turbobenziner, der auf Basis der technischen Plattform des chinesischen Herstellers GAC entwickelt wurde – dem für das Projekt ausgewählten Industriepartner. Die Leistung beträgt 170 PS bei 270 Nm maximalem Drehmoment, das über eine 7-Gang-Doppelkupplungsautomatik und Frontantrieb auf die Straße gebracht wird. Als Fahrleistungen werden eine Höchstgeschwindigkeit von über 190 km/h sowie 0–100 km/h in 7,5 Sekunden genannt.
Der Durchschnittsverbrauch liegt wohl bei 6,8 l/100 km und scheint damit insgesamt nur wenig konkurrenzfähig. Fahrwerk und Antriebsstrang stammen zwar von der gemeinsamen Plattform, jedoch wurden große Teile der Abstimmung vom italienischen Team unter Leitung von Roberto Fedeli erarbeitet. Der war zuvor für Ferrari, Maserati, Alfa Romeo und Aston Martin tätig.
Individualisiert wurden Elektronik, Infotainment, Fahrwerk und Bremsanlage. Man wolle sich vom dynamischen Verhalten des Ausgangsmodells klar abgrenzen.
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Vollausstattung zum Volumenpreis?
Zu den geplanten Features zählen Fahrerassistenzsysteme, darunter auch eine Funktion zum vollautomatischen Einparken, die Parallel-, Quer- und Schrägparken ohne Lenkeingriff durch den Fahrenden beherrschen soll.
Itala 35, das Detail der vorderen Scheinwerfergruppen
Der neue Itala 35 kommt in Italien zu einem Einstiegspreis von 35.000 Euro auf den Markt. Darin ist eine umfangreiche Ausstattung enthalten. Zur Wahl stehen optische und innenraumseitige Individualisierung. Der Start im Handel ist für September 2026 vorgesehen. In Turin wurde gemeinsam mit der Biauto Group der erste Itala-O.S.C.A.-Showroom eröffnet
In den kommenden Monaten sollen weitere SUV vorgestellt werden: Der Itala 56 (4,68 Meter und 170 PS) sowie Itala 61 (4,98 Meter und 231 PS) folgen. Ob es diesen recht uninspirierten SUV-Ansatz zur Widerbelebung von Tradition gebraucht hätte?
Die künftige Strategie sieht zudem elektrifizierte Modelle vor – Hybrid, Range Extender und vollelektrische Versionen. Dazu zählt auch ein 3,90 Meter langer Elektro-Kleinwagen, der für urbane Räume gedacht ist.
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