Porsche Cayenne Coupé Electric: Macht dieses SUV-Coupé vielleicht endlich Sinn?
Weniger Platz aber - Moment mal - tatsächlich mehr Reichweite
Seit der BMW X6 im Jahr 2008 unsere Straßen und erschreckend viele Herzen enterte, stellen wir uns bei jedem neuen SUV-Coupé die gleiche Frage: Warum eigentlich? Nun kommt Porsche mit dem neuen Cayenne Coupé Electric um die Ecke und liefert womöglich erstmals einen sinnvollen Kaufgrund für diese Fahrzeuggattung.
Und nein, der Grund ist auch hier nicht mehr Kopffreiheit. Porsche spricht zwar offiziell von einer „sanft abfallenden Dachlinie, die sich elegant über die breiten Schultern schwingt“ – angelehnt an die Silhouette des 911 –, aber physikalisch betrachtet bleibt es dabei: Wo ein flacheres Dach ist, ist weniger Kopfraum. Und wo weniger Heckscheibe ist, sieht man schlechter raus. Interessant: Schon ab der A-Säule ist das Cayenne Coupé Electric eigenständig gestaltet, sogar die Frontscheibe ist anders ausgeführt als bei der Normalversion. Der Höhenunterschied zum SUV: 2,4 Zentimeter.
Bildergalerie: Porsche Cayenne Coupé Electric (2026)
An den Leistungsdaten ändert sich gegenüber dem Cayenne-SUV nichts. Das Basismodell, schlicht Cayenne Coupé genannt, leistet bereits 408 PS (442 PS mit Launch Control) und sprintet in 4,8 Sekunden auf Tempo 100.
Wer zum Cayenne S greift, bekommt 544 PS im Dauerbetrieb und kurzzeitig bis zu 666 PS, was die Sprintzeit auf 3,8 Sekunden drückt. Aber weil selbst das in Zuffenhausen offenbar noch als „gemütlich“ durchgeht, gibt es natürlich noch den Turbo. Dieser liefert im Optimalfall kurzzeitig wahnwitzige 1.156 PS (857 PS im Alltag). In nur 2,5 Sekunden schlägt der Magen der Passagiere Purzelbäume. Gerüchteweise arbeitet Porsche sogar an einem Turbo GT mit über 1.200 PS.
Gründe, die neben dem üblichen Marketing-Tamtam fürs Coupé sprechen? Nun, es ist serienmäßig besser ausgestattet und wir haben ausstattungsbereinigt einen Preisvorteil von rund 2.600 Euro gegenüber dem herkömmlichen E-Cayenne errechnet. Außerdem gibt es hier ein Leichtbau-Paket, das 17,6 Kilo vom enormen Fahrzeuggewicht abschabt.
Doch der einzig wahre Grund für die Existenzberechtigung des Coupés liegt - glauben Sie es uns - nicht im Prestige, sondern im Luftwiderstand.
Porsche Cayenne S Coupé Electric (2026): Das Interieur
Das Cayenne Coupe ist nämlich schlüpfriger als sein steil stehender SUV-Bruder. Trotz der Stirnfläche eines mittleren Fußballstadions erreicht das Coupé einen cw-Wert von 0,23. Immerhin 0,02 Punkte besser als beim Standardmodell.
Was das bringt? In der harten Realität der Elektro-Reichweite sind das rund 18 Kilometer zusätzlicher Spielraum. Insgesamt soll der elektrische Cayenne bis zu 669 Kilometer weit kommen. Man tauscht also etwa 240 Liter Kofferraumvolumen (Coupé: 534–1.347 Liter; SUV: 781–1.588 Liter) und die Kopffreiheit der Schwiegereltern gegen ein bisschen weniger Reichweitenangst ein.
Und siehe da: Wir haben einen echten, richtigen Grund für den Kauf eines SUV-Coupés. Die Preise starten bei 109.000 Euro für die Basisversion, 130.300 Euro für den Cayenne S und 168.500 Euro für den Turbo.
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