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So krass ist das analoge Cockpit des Bugatti Tourbillon

Ein Kunstwerk aus 650 Komponenten inklusive Technik vom Uhrmacher

Haute Horlogerie im Bugatti Tourbillon

Bild von: Bugatti

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

12. Feb. um 14:15 Uhr

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Selbst im Luxusbereich halten viele Hersteller riesige Displays für das Maß aller Dinge. So etwa bei der jüngst überarbeiteten Mercedes S-Klasse. Wie es auch sehr analog geht, zeigt der Aufwand, den Bugatti beim Cockpit des Tourbillon betrieben hat.

Viele aktuelle Hypercars setzen bei der Fahrerinformation auf großformatige Displays und digitale Benutzeroberflächen. Der Bugatti Tourbillon verfolgt dagegen ein konsequent analoges Konzept. Sein Kombiinstrument entsteht in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Concepto, das auf hochkomplexe mechanische Uhrwerke spezialisiert ist. Eine Folge der Dokumentarreihe "A New Era" von Bugatti beleuchtet Entwicklung und Fertigung dieses Bauteils.

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Dazu passt auch schon der Name des Fahrzeugs: "Tourbillon" verweist auf eine 1801 patentierte Konstruktion aus der Uhrmacherei, die Gangabweichungen durch die Schwerkraft reduziert. Anders als frühere Modelle der Marke, die nach Rennfahrern benannt waren, bezieht sich der Tourbillon damit auf eine technische Innovation. Die Wahl des Namens definiert zugleich den gestalterischen Rahmen: Ziel war ein Anzeigeinstrument, das ohne digitale Hauptanzeige auskommt und langfristig Bestand haben soll.

Das Kombiinstrument besteht aus mehr als 650 Einzelteilen. Gefertigt wird es bei Concepto in Handarbeit unter Einsatz klassischer Verfahren der Haute Horlogerie. Dazu zählen traditionelle Finissierungen, präzise gefräste Komponenten sowie manuelle Montageprozesse. Die Anforderungen unterscheiden sich jedoch deutlich von jenen einer Armbanduhr: Dimensionen, Belastungen durch Temperaturwechsel, Vibrationen und Beschleunigung entsprechen automobilen Standards.

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Haute Horlogerie im Bugatti Tourbillon

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Quelle: Bugatti

Die Verbindung mechanischer Baugruppen mit elektronischen Komponenten stellte eine zentrale Entwicklungsaufgabe dar. Leiterplatten, Sensorik und LED-Elemente mussten in eine Architektur integriert werden, die ursprünglich aus rein mechanischen Uhrwerken abgeleitet ist. Herkömmliche Werkzeuge aus der Uhrmacherei erwiesen sich aufgrund der Bauteilgrößen als ungeeignet; für das Projekt wurden angepasste Fertigungsmethoden entwickelt.

Für die sichtbaren Flächen stehen verschiedene dekorative Techniken zur Verfügung, darunter Clous de Paris, Guillochierungen oder Tapisserie-Strukturen. Diese Verfahren stammen aus der klassischen Uhrengestaltung. Ergänzend sind Materialien wie Aventurin oder unterschiedliche Metalloberflächen vorgesehen. Funktionslager aus Rubin reduzieren Reibung innerhalb der mechanischen Baugruppen. Saphirglas schützt exponierte Elemente. Zahnräder und weitere Kernkomponenten wurden eigens für dieses Instrument konstruiert.

Die Individualisierung erfolgt anhand physischer Musterteile, nicht allein über digitale Visualisierungen. Dadurch können Oberflächenwirkung und Materialanmutung unmittelbar geprüft werden.

Haute Horlogerie im Bugatti Tourbillon

Haute Horlogerie im Bugatti Tourbillon

Bild von: Bugatti

Das Kombiinstrument ist als zentrales Element des Innenraums ausgelegt. Unterstützt wird dies durch ein Lenkrad mit feststehender Nabe. Der Lenkradkranz rotiert um die zentrale Einheit, sodass die Anzeigen unabhängig vom Lenkwinkel sichtbar bleiben. Diese Konstruktion vermeidet verdeckende Speichen im direkten Sichtfeld.

Trotz seiner mechanischen Ausrichtung erfüllt das Instrument die Anforderungen eines modernen Hochleistungsfahrzeugs. Es kombiniert analoge Anzeigeprinzipien mit elektronischer Datenerfassung und -verarbeitung. Damit entsteht ein hybrides System aus klassischer Mechanik und aktueller Fahrzeugtechnik.

Das Resultat ist ein Anzeigeinstrument, das bewusst auf digitale Hauptbildschirme verzichtet und stattdessen mechanische Präzision in den Mittelpunkt stellt. Es fungiert als funktionales Bauteil des Fahrzeugs und zugleich als eigenständiges technisches Objekt innerhalb des Innenraums.

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