Mazda Furai (2008): Der Prototyp, den Top Gear zerlegte
Die 450-PS-starke Wankel-Motorsport-Hommage wurde durch ein Feuer völlig zerstört
Im Januar 2008 präsentiert Mazda auf der Detroit Motor Show ein Auto, das nicht nur ein Konzept ist, sondern als eine Art Zukunftsaussicht verstanden werden kann. Es heißt Furai, was auf Japanisch "der Klang des Windes" bedeutet.
Losgelöst von Mazda sollten Sie Furai eventuell nicht nutzen, denn Sie könnten leicht missverstanden werden, kann es auch als Lehnwort für frittierte Austern verstanden werden – also Vorsicht in welchem Kontext Sie es nutzen. Entwickelt wurde der Mazda Furai mit dem Ziel, die zukünftige Designsprache mit dem glorreichen sportlichen Erbe des in Hiroshima ansässigen Herstellers zu vereinen.
Bildergalerie: Mazda Furai Konzept (2008)
Der "Klang des Windes" ist der fünfte Prototyp der Nagare-Serie, einer Familie von Konzeptfahrzeugen, die inspiriert von Bewegung und Fließverhalten entwickelt werden. Die Reaktionen von Presse und Enthusiasten werden als durchweg positiv wahrgenommen, aber die Geschichte des Furai ist eine, die viel zu kurz ist.
Hommage an den 787B
Der Furai basiert auf dem Carbon-Chassis des Courage C65, einem LMP2-Rennprototypen, der in der American Le Mans Series eingesetzt wird. Unter der geschwungenen Karosserie befindet sich – na klar – ein Wankelmotor. Ein 2,0-Liter-R20B-Tri-Rotor, der mit dem von BP gelieferten Bioethanol E100 angetrieben wird.
Eine CO2-ärmere Kraftstoffalternative, die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird und somit einen Teil des CO2, das bei der Verbrennung entsteht, wieder aufnimmt. Der Wankel liefert 335 kW (450 PS) und bringt den Furai auf eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h. Der Sprint von Null auf 100 km/h gelingt in 3,8 Sekunden.
Mazda Furai Konzept (2008)
Das Konzeptfahrzeug ist eine klare Anspielung auf den legendären Mazda 787B, der 1991 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann. Bis zu Toyotas Triumph 2018 war dieser Bolide tatsächlich der einzige Japaner, der eines der bekanntesten und herausforderndsten Rennen der Welt erfolgreich beenden konnte.
Auch die Lackierung des Mazda Furai ist eine Hommage an den 787B. So wurde er mit der legendären Startnummer 55 auf der Motorhaube und den Seiten versehen. Diffusor, Kotflügel und seitliche Details tragen das markante Orange des Rennwagens.
Ein trauriges Schicksal
Im Gegensatz zu vielen andere Konzeptfahrzeuge ist der Furai voll funktionsfähig. In Folge der Vorstellung wird er beispielsweise auf der legendären Rennstrecke in Laguna Seca, USA getestet, taucht in einigen Videospielen auf und wird zu einem Spielzeugauto von Hot Wheels. Doch am 19. August 2008 kommt es zu einem tragischen Ende:
Mazda Furai Concept, der Innenraum
Mazda Furai Concept, das Heck
Während eines privaten Tests für das Magazin Top Gear fängt der Mazda Furai auf der Rennstrecke des Bentwaters Parks in Großbritannien Feuer. Der Fahrer Mark Ticehurst kann noch gerettet werden, aber der Prototyp wird innerhalb weniger Minuten Opfer der Flammen und brennt in der Folge komplett aus. Fünf Jahre lang halten Mazda und Top Gear den Vorfall geheim – bis 2013.
Das Konzept wird nicht wieder aufgebaut. Sein stilistisches Erbe lebt jedoch in vielen Serienfahrzeugen weiter. Darunter die zweite Generation des Mazda 3 und der Mazda 6, bei denen Designelemente deutlich zu erkennen sind.
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