Neuer Jaguar-Chef: "Aufregende Reaktionen" auf die neue Marke
Der frischgebackene CEO hält an der 'Copy Nothing'-Kampagne und dem bevorstehenden radikalen Elektroauto fest
Der CEO von Jaguar Land Rover, Adrian Mardell, tritt nach nur zwei Jahren im Amt zurück. Sein Nachfolger wird der derzeitige CFO des Unternehmens. Ab November wird PB Balaji die Zügel in die Hand nehmen und die umstrittene Neuausrichtung von Jaguar leiten. Der künftige Chef verteidigte bereits die "Copy Nothing"-Kampagne, die seit ihrem Start im Dezember 2024 zusammen mit dem Debüt des Type 00-Konzepts für heftige Kontroversen gesorgt hat.
In einem Gespräch mit Reportern, darunter Automotive News, äußerte sich Balaji optimistisch über den Relaunch von Jaguar:
"Wir haben unsere Pläne zusammengestellt, die Autos werden vorgestellt, sie kommen bei den Kunden vor Ort gut an. Das ist also die Strategie."
Er reagierte auch auf die vernichtenden Äußerungen von Präsident Trump, der den Kurs von Jaguar unter anderem als "totales Desaster" bezeichnete, mit den Worten:
"Sie müssen unsere Zahlen damit vergleichen, wie andere liefern."
Wir wollen hier wahrlich nicht zu tief in die Politik einsteigen, aber es ist erwähnenswert, dass nur wenige der von Balaji genannten "Kunden" alte Jaguar-Käufer sind. Geschäftsführer Rawdon Glover sagte bereits, es sei für die Marke in Ordnung, bis zu 85 Prozent der derzeitigen Kundschaft zu verlieren. Ein erheblicher Schlag für die Stammkunden.
Jaguar möchte künftig absolute Luxusmarken wie Bentley ins Visier nehmen. Wo diese Klientel, gerade in Anbetracht der derzeitigen Marktbedingungen, herkommen soll, ist fraglich. Noch dazu, weil das Angebot an Antrieben überaus einseitig daherkommt.
Während viele Autohersteller ihre ehrgeizigen Elektrifizierungspläne zurückgeschraubt haben, verabschiedet sich Jaguar komplett vom Verbrennungsmotor. Glover sagt, dass sich die Käufer im High-End-Segment wenig darum scheren, was die Räder antreibt: "Der Antriebsstrang steht auf der Prioritätenliste nur auf Platz 13." Stattdessen stehen Design und Innenraum im Vordergrund.
Aber kommen wir zurück auf die neue Führungsspitze von JLR: Balaji deutete auch weitere Modelle an, die über den stattlichen Grand Tourer hinausgehen, der noch in diesem Jahr debütieren soll: "Autos werden enthüllt." Brancheninsider gehen davon aus, dass im Abstand von etwa einem Jahr zwei weitere Elektroautos auf der gleichen Plattform folgen werden: ein Coupé und ein großes SUV, das mit Bentleys erstem Elektromodell konkurrieren soll.
In der neuen Ära wird ein Jaguar nicht mehr unter einem sechsstelligen Betrag zu haben sein. Der Schritt in den gehobenen Markt stellt die Gewinnmarge über das Volumen. Jaguar, nach wie vor im Besitz von Tata Motors, stört sich also nicht an sinkenden Verkaufszahlen. Infolgedessen wird Jaguars Spitzenwert von 180.833 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2018 mit ziemlicher Sicherheit unerreicht bleiben.
Jaguar Type 00 Concept
Quelle: Automotive News
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