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Elektrischer Porsche Cayenne kriegt künstlichen V8-Sound

Hoffen wir, dass man in Zuffenhausen auch an simulierte Gangwechsel denkt

2027 Porsche Cayenne EV Prototype
Bild von: HillClimb.tv

Porsche ist nicht unbedingt der Typ Hersteller, der sich auf seine Vergangenheit verlässt, wenn es um die Entwicklung zukünftiger Autos geht. Der 911 mag zwar genauso aussehen wie vor 62 Jahren, aber das Unternehmen ist in der Regel sehr zukunftsorientiert, wenn es um die Technik geht, die drin steckt. Deshalb überrascht es uns doch ziemlich, dass der kommende elektrische Cayenne einen künstlichen V8-Klang implantiert bekommen soll.

Die britische Publikation Autocar bekam Goodwood Festival of Speed eine Mitfahrt im künftigen E-SUV der Zuffenhausener spendiert und berichtet von der Einbeziehung der durch Lautsprecher gepumpten Geräusche, die angeblich von einem „echten Porsche V8-Motor“ stammen. Wir sehen hier eine klare Abgrenzung von der bisherigen Vorgehensweise, denn Taycan und Macan, nutzen beide ganz eigene, speziell entwickelte Geräusche, die nicht an Verbrennungsmotoren erinnern. 

Porsche Cayenne Elektro-Prototyp
Bild von: Porsche

Interessant in diesem Zusammenhang: Autocar berichtet zwar von künstlich eingespielten Motorgeräuschen, erwähnt aber kein synthetisiertes Getriebe, wie man es etwa vom Hyundai Ioniq 5 N oder dem Kia EV6 GT kennt. Es gibt also einen V8 auf die Ohren, aber wahrscheinlich keine simulierten Gangwechsel, um das Ganze natürlicher klingen zu lassen.

Ob der Klang des kommenden E-Cayenne in die Richtung des Dodge Charger Daytona geht, wird sich zeigen. Selbiger setzt auf künstliches V8-Gegrummel, das beim Beschleunigen aufheult, als gäbe es nur einen Gang (was in dem Fall ja auch stimmt). In der Praxis ist das nicht besonders angenehm. Bis jetzt ist das nur eine Vermutung, und die Dinge können sich natürlich ändern, bevor das Auto 2026 in Produktion geht.

In puncto "simulierte Ganwechsel" ist das aber eher unwahrscheinlich. Porsche-Testfahrer Lars Kern bestätigte australischen Medien im Jahr 2024, dass Porsche die Entwicklung von gefakten Gangwechseln in den Elektrofahrzeugen des Unternehmens nicht verfolgen werde: „Der Elektromotor ist besser als ein ICE [Verbrennungsmotor], daher sehen wir keinen Grund, etwas zu simulieren, was es in der Vergangenheit gegeben hat.“

Dieser letzte Teil des Kern-Statements wirft nun im neuen Licht Fragen auf. Wenn simulierte Verbrenner-Geräusche bereits auf dem Tisch liegen, könnten auch Fake-Getriebe in Frage kommen. Das ist ganz nebenbei bemerkt auch der einzige Weg, wie ich sehe, dass der kommende elektrische 718 Erfolg haben könnte. Hoffen wir, dass Porsche seine Meinung dahingehend ändert.