Zum Hauptinhalt springen

Dieser Brite wird Interims-Chef des Renault-Konzerns

Aktuell ist Duncan Minto der Finanzchef des Unternehmens

Duncan Minto, Interims-CEO der Renault Group
Bild von: Renault

Der Verwaltungsrat der Renault Group hat entschieden, Duncan Minto mit Wirkung zum 15. Juli 2025 zum Chief Executive Officer (CEO) von Renault S.A. zu ernennen. Die Berufung zum Nachfolger von Luca de Meo (der vor einem Monat zum Luxuskonzern Kering wechselte) erfolgt zunächst interimistisch und gilt bis zur Ernennung eines permanenten Nachfolgers. Mit dieser Entscheidung stellt der Konzern eine kontinuierliche Führung sicher, während der Auswahlprozess für eine langfristige Lösung weiterläuft.

Duncan Minto ist aktuell Chief Financial Officer (CFO) der Renault Group. In seiner neuen Funktion wird er gemeinsam mit Jean-Dominique Senard, der während dieser Übergangszeit den Vorsitz von Renault s.a.s. übernimmt, die tägliche Geschäftsführung verantworten. Renault s.a.s. fungiert als operative Gesellschaft innerhalb des Konzerns und spielt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie.

Fast drei Jahrzehnte im Konzern

Minto ist seit 1997 Teil der Renault Group. Er verfügt über fundierte Kenntnisse der globalen Automobilindustrie sowie umfassende Erfahrung im Finanzwesen. Nach seinem Eintritt bei Renault UK übernahm er im Jahr 2001 eine Position in der Finanzabteilung der Konzernzentrale in Frankreich, wo er für die Investor Relations verantwortlich war.

Es folgten leitende Funktionen als Finance Director von Renault-Nissan Portugal (2006), als Geschäftsführer von Renault Irland (2012) sowie als CFO der Asien-Pazifik-Region (ab 2013). 2017 wurde er Vice President Finance, Group Control Analysis. Anschließend war er ab 2022 CFO der Marke Dacia und 2023 CFO der Performance-Marke Alpine. Zum 1. März 2025 wurde er zum CFO der gesamten Renault Group ernannt und rückte in das zentrale Führungsteam auf.

Das Auswahlverfahren für die dauerhafte Besetzung der CEO-Position wird vom Governance- und Vergütungsausschuss des Verwaltungsrats begleitet. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. 

Ausblick auf die Halbjahres-Zahlen 2025

Die Renault Group hat parallel ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2025 veröffentlicht. Der Konzernumsatz belief sich auf 27,6 Milliarden Euro und lag damit 2,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Die operative Marge betrug 6,0 Prozent des Umsatzes. Der Free Cashflow erreichte 47 Millionen Euro, wurde jedoch durch einen deutlich negativen Effekt aus dem Working Capital in Höhe von rund 900 Millionen Euro (vor Steuereffekt) belastet.

Bildergalerie: Renault Boreal (2025)

Die Ergebnisse wurden insbesondere im Juni durch eine schwächere Geschäftsentwicklung beeinflusst. Dazu gehörten leicht rückläufige Auslieferungen, zunehmender Wettbewerbsdruck infolge des rückläufigen Einzelhandelsmarkts sowie eine unterdurchschnittliche Performance im Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen in einem stark schrumpfenden europäischen Markt. Darüber hinaus führten zeitliche Verschiebungen bei der Rechnungsstellung Ende Juni zu Belastungen bei den Forderungen.

Die deutliche Veränderung im Working Capital erklärt sich durch ein höheres Produktionsniveau Ende 2024 im Vergleich zum Juni 2025 sowie durch gestiegene Lagerbestände, verursacht durch niedrigere Absatzmengen im Juni. Dennoch sanken die Gesamtbestände – einschließlich unabhängiger Händler – bis Ende Juni auf 530.000 Fahrzeuge, verglichen mit 560.000 Einheiten Ende März.

Angesichts der verschlechterten Marktlage senkt Renault seine Jahresziele. Für das Geschäftsjahr 2025 wird nun eine operative Marge von etwa 6,5 Prozent (zuvor ≥7 Prozent) und ein Free Cashflow zwischen 1,0 und 1,5 Milliarden Euro (zuvor ≥2 Milliarden Euro) angestrebt. Renault verfolgt weiterhin eine wertorientierte Vertriebsstrategie, verstärkt kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen und setzt auf strukturelle Effizienzsteigerungen in den Bereichen SG&A, Produktion und Forschung & Entwicklung.

Trotz der Herausforderungen sieht sich der Konzern gut aufgestellt: mit einem flexiblen Geschäftsmodell für Verbrenner, Hybride und Elektrofahrzeuge, einem attraktiven Modellportfolio mit sieben neuen Modellen und zwei Facelifts in 2025, einem starken Privatkundengeschäft, überdurchschnittlichen Restwerten, einem soliden Auftragsbestand sowie einer hohen Werkauslastung von rund 90 Prozent. Die endgültigen Halbjahreszahlen werden am 31. Juli 2025 veröffentlicht.