BMW prunkt auf dem Goodwood Festival of Speed 2025
Turbo-Zeitreise, Neue Klasse und ein Schloss voller Stil
Zwischen Formel-1-Geschichte, Konzeptautos von morgen und dem Duft frisch polierter Klassiker zeigte sich BMW beim diesjährigen Goodwood Festival of Speed von seiner gesamten Bandbreite. Besonders BMW Classic rückte ins Rampenlicht – mit einer spektakulären Hommage an vergangene Rennsport-Meilensteine und klarem Bekenntnis zur automobilen Ahnenpflege.
Mittelpunkt der Geschichtsstunde auf Rädern war der Brabham BMW BT52 Turbo – das Biest, das 1983 die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann. In Goodwood kehrte es zurück auf die Bühne, diesmal gesteuert von zwei, die ihn aus nächster Nähe kennen: Marc Surer und Riccardo Patrese. Dass der rund 800 PS starke Turbo-Bolide auch vier Jahrzehnte später noch für Gänsehaut sorgt, lag nicht nur am unverfälschten Sound, sondern auch an der Tatsache, dass hier echtes Racing-Erbe nicht hinter Glas, sondern in Bewegung gezeigt wurde.
Bildergalerie: BMW beim Goodwood Festival of Speed 2025
Die Classic-Sektion der BMW Group feierte dazu ein echtes Herzstück der Markengeschichte: 50 Jahre BMW 3er. Seit 1975 steht die Baureihe für sportliche Mittelklasse. (Der 325ix wird zudem 40 Jahre alt.) In Goodwood wurde das Jubiläum nicht mit Reden, sondern mit Drehzahlen zelebriert – auf der Strecke, am Lenkrad, vor Publikum.
Den Anfang machte das BMW 320 Group 5 Junior Team aus den späten 70ern. Das kantige Leichtgewicht mit monströsem Bodykit und hochdrehendem Vierzylinder erinnerte an eine Ära, in der Nachwuchstalente wie Eddie Cheever oder Manfred Winkelhock im Werkstrimm über europäische Rennstrecken donnerten – ein fahrendes Statement für BMWs frühe Talentförderung.
Es folgte der E36 318i in DTM-Spezifikation, der in den 90er-Jahren gegen Mercedes und Alfa Romeo um Zehntel kämpfte. Mit seinem sonoren Vierzylinder und präziser Fahrdynamik zeigte er, warum die DTM damals als Königsklasse des Tourenwagensports galt. Ein echtes Fahrmaschine-Mittelstück der Historie.
Dritter im Bunde: der M3 GTR auf E46-Basis – jener kompromisslose V8-Renner, der Anfang der 2000er die GT-Welt aufmischte und den Nürburgring dominierte wie kein anderer seriennaher BMW. Karbon soweit das Auge reicht, ein Sound wie Presslufthammer auf Espresso, und Technik, die heute noch respektvoll Kopfnicken auslöst.
Gefahren wurden diese Meilensteine von ebenso illustren Namen: Marc Surer, Dirk Adorf und Andy Priaulx brachten reichlich Erfahrung, Renngenetik und Fahrkönnen mit. Gemeinsam sorgten sie nicht nur für schnelle Zeiten, sondern auch für emotionale Momente – denn jedes der drei Fahrzeuge steht exemplarisch für eine Ära, in der BMW den Motorsport prägte und sich über Siege definierte.
So wurde aus einer Modellparade ein fahrendes Geschichtsbuch. Kein Stillleben, keine Absperrung – sondern Gas geben, schalten, querfahren. Ganz im Sinne von BMW Classic: Geschichte lebt, wenn sie fährt. Und in Goodwood durfte sie das – mit Stil, Ladedruck und Publikum am Streckenrand, das spürte, was diese Marke seit 50 Jahren in der 3er-Baureihe ausmacht.
Doch nicht nur in der Vergangenheit wurde bei BMW gefahren – auch die Zukunft war vor Ort. Besonders im Fokus: die Vision Neue Klasse. Das seriennahe Konzept für die elektrische Mittelklasse der kommenden Jahre zeigte nicht nur klares Design und neues Anzeige- und Bedienkonzept, sondern auch Performance. Denn statt still in einem Zelt zu stehen, wurde das Fahrzeug über den Hügel bewegt – ganz im Sinne der "Ultimate Driving Machine". Ebenfalls vor Ort war die Studie Speedtop, ein luxuriöser Shooting Brake, von dem nur 70 Stück gebaut werden sollen.
Wer sich zwischendurch eine Pause gönnte, fand auf dem riesigen BMW-Markenstand jede Menge zu erleben. In der "Home of the Ultimate Driving Machine"-Zone gab es Sim Racing mit dem M Hybrid V8, einen Motorrad-Rollprüfstand, Live-Gespräche mit Rennfahrern und Podcastern – und auf dem obersten Deck des futuristischen Aufbaus thronte der M3 CS Touring mit Aussicht auf das Festivalgeschehen. Fast zu schön, um nicht gleich Probe zu sitzen.
Auch Mini – ebenfalls Teil der BMW Group – zeigte sich mit eigenem Auftritt. Highlight hier: die Weltpremiere des vollelektrischen Mini John Cooper Works, der in Goodwood erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Markant, dynamisch und klar im Stil einer Submarke, die Motorsport-DNA auch ins Elektrozeitalter retten will. Der Stand selbst? Typisch Mini: bunt, kreativ, sympathisch – irgendwo zwischen Popkultur und Urban Playground.
Und dann war da noch Rolls-Royce. Die britischste aller Luxusmarken logierte standesgemäß exklusiv im Innenhof von Goodwood House – weit weg vom Festivaltrubel, fast wie eine Soirée unter Eingeweihten. Dort präsentierte man maßgeschneiderte Bespoke-Fahrzeuge, zeigte aktuelle und künftige Elektro-Modelle und ließ die Besucher in eine Welt eintauchen, in der Handarbeit, Understatement und Detailversessenheit eine gemeinsame Sprache sprechen.
Aber auch abseits der offiziellen Auftritte war BMW vor allem auf dem Showground stark vertreten und stahl mit top restaurierten Dreiern, einem tollen Achter und schönen Fünfern so manch einem Oldtimer die Show.
BMW erzählte in Goodwood 2025 Geschichten – von Motorsporthelden, ikonischen Baureihen und elektrischen Aufbrüchen. Und das Ganze eingebettet in ein Festival, das mit jedem Jahr mehr zur Bühne für automobile Kultur wird. BMW Classic zeigte dabei eindrucksvoll, dass Geschichte am besten rollend erzählt wird – mit Patrese im BT52, mit der G/S im Dreck, mit viel Stolz und null Stillstand.
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