24 Stunden von Le Mans 2025: Die Highlights abseits der Strecke
Das berühmteste Autorennen der Welt bot nicht nur tollen Motorsport
Die 24 Stunden von Le Mans gelten als das berühmteste Autorennen der Welt. Zweimal rund um die Uhr auf der außergewöhnlichen Strecke an der Sarthe, die zum Teil über öffentliche Straßen führt - in der Motorsportwelt ein ikonisches Event. Aber auch abseits der Strecke hat sich die Veranstaltung zu einem absoluten Highlight entwickelt. Wir waren dabei und haben alle Infos.
Aus sportlicher Hinsicht ist dieser Langstreckenklassiker eigentlich in jedem Jahr an Dramatik, Spannung und Action kaum zu überbieten. Die diesjährige Ausgabe lief erstaunlich ruhig, große Zwischenfälle blieben aus. Auch die Spannung hielt sich in Grenzen, da bereits früh klar war, dass Ferrari übermächtig war und den dritten Sieg in Folge holen würde.
Bildergalerie: 24H Le Mans 2025
Nur der Rennsieger überraschte: Nicht etwa eines der beiden Werksautos siegte, sondern der privat eingesetzte Ferrari von Ex-Formel-1-Star Robert Kubica fuhr am Ende als Erster über die Linie. Wer mehr über das Renngeschehen erfahren möchte, ist bei unseren Kollegen von motorsport-total.com genau richtig. HIER finden Sie alle Infos zum Rennen.
Aber auch abseits des Renngeschehens bot der Klassiker den zahlreichen Fans und Besuchern eine ganze Menge Action. Ab Dienstag, 10. Juni, pulsierte Le Mans: Fünf abwechslungsreiche Fan-Zonen lockten mit Kart-Simulatoren, Kletterwänden am Tertre Rouge, Lasergame, Gaming-Ecken, Hot‑Wheels‑Shows und Mini-Armee-Expo – flankiert von Snack-Bars, XXL-Screens und guter Laune.
Der absolute Magnet: Manufacturers’ Village
Toyota Gazoo Racing eröffnete mit einer Zeitreise vom 85C (1985) über den TS030 HYBRID bis zum aktuellen GR010 Hypercar. Fahrer und Ingenieure standen Rede und Antwort – und lockten die Fans direkt an den Stand. Porsche präsentierte das neue 963-Hypercar, ferngesteuerte Modelle und eine Drohnen-Show. Inkludierte Autogrammstunden mit Piloten wie Felipe Nasr sorgten für intensive Fanmomente.
BMW M zeigte den Hybrid-V8, gab tiefe Einblicke in Technik und Strategie. Souvenirs und Technik-Talks waren stark frequentiert. Alpine zeigte das brandneue Elektro-Modell A390 auf dem Stand und präsentierte zudem das Projektfahrzeug "Alpenglow". Ford ließ in Nostalgie schwelgen: Mustang-Liebhaber kamen bei Retro-Exponaten und Insider-Gesprächen auf ihre Kosten. Genesis, McLaren und Mercedes‑AMG komplettierten das Bild mit Premieren, Modell-Highlights und gekonnter Markeninszenierung.
An den Ständen der einzelnen Hersteller bildeten sich schnell lange Schlangen. Wer zum Beispiel das völlig überteuerte Merchandise von Ferrari erwerben wollte, musste mehrere Stunden anstehen. Ähnlich erging es den kaufwilligen Fans am Stand des Veranstalters ACO, wo man Merch des Rennens kaufen konnte.
Wasserstoff kommt mit Macht
Das Hydrogen Village präsentierte ab Mittwoch, 11. Juni, grüne Mobilität, und das nicht ohne Grund: Ab 2028 sind in Le Mans Rennfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb zugelassen. MissionH24 zeigte den H24EVO-Prototyp, Toyota den Yaris H₂. TotalEnergies bot erstmals öffentlich Tankstationen mit 700‑bar‑Druck – live im Einsatz. Ein besonderes Highlight waren die Demorunden von Alpines "Alpenglow", einem spannenden Projektfahrzeug, das mit Wasserstoffantrieb die Zukunft des Motorsports beschreibt und auch optisch eine echte Granate ist.
Das Wetter spielte mit: strahlender Sonnenschein, spätabendliche Wohlfühltemperaturen – perfektes Ambiente für Fans und Festival. Entsprechend war die Stimmung ausgezeichnet, gerade Samstag entlud sich Begeisterung und Lockerheit. Aus Sicht der Fans war die Impact Challenge ein Highlight: 170 nachhaltige Aufgaben forderten Mülltrennung, Pflanzaktionen, Social‑Media‑Botschaften – eine echte Verbindung von Entertainment und Verantwortung. Selfies mit Piloten, spontane Technik‑Talks und Autogramm‑Sessions sorgten für direkten Draht zu den Protagonisten.
Einmal durch die Startaufstellung schlendern
Wer das Glück hatte, eine der begehrten (und sauteuren) Gridwalk-Tickets zu bekommen, dufte sich an einer ganz besonderen Show erfreuen. Über eine Stunde war die Startaufstellung für diese Besucher offen und man konnte durch die Reihen der Rennfahrzeuge flanieren. Großartig!
Die letzten Minuten vor dem Start wurden dann vom Veranstalter in echter Hollywood-Qualität inszeniert. Das französische Militär ließ nicht nur einen Kampfjet im Tiefflug über die Start/Zielgerade jagen, sondern ließ auch Spezialtruppen aus einem Hubschrauber abseilen. Nicht mehr neu, aber trotzdem immer wieder imposant.
Abends wurde das Rennen zum Festival
Abends ging das Festival in die Verlängerung: Synapson, Pascal Obispo und DJ Kungs sorgten auf großer Outdoor‑Bühne für Stimmung. Drohnenshows, Pyrotechnik und ein 20‑Minuten-Highlight‑Spektakel (“24H On Board”) füllten den Nachthimmel, begleitet von Street-Food‑Ständen und frisch gebrühtem Kaffee. Kleine, feine Events wie das Classic-British-Welcome oder Oldtimer-Treff und Livemusik an der Mulsanne brachten charmante Ruhepole ins dichte Festival‑Programm.
Le Mans 2025 war mehr als ein Rennen. 332 000 Besucher, bestes Wetter, Bombenstimmung – und ein nebenwirkungsreicher Mix aus Markeninszenierung, Technik, Festival und Nachhaltigkeit. Le Mans zeigte sich von seiner besten Seite – persönlich erlebbar, intensiv und zugleich entspannt.
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