Alpine A390 Erlkönig: Macan-Gegner zeigt sich flach und sportlich
Topversion wohl mit 3 Motoren und 600 PS, aber kann er auch technologisch mithalten?
Die Zeiten, in denen sich Alpine als Hersteller kleiner, superleichter Sportwagen präsentierte, sind wohl erstmal vorbei. Der Mittelmotor-Sportler A110 ist zwar nach wie vor bestellbar, aber die Zukunft der Franzosen ist ziemlich elektrisch. Den Anfang machte kürzlich der Hot Hatch A290 auf Renault 5-Basis, demnächst folgt - oh Schreck - natürlich ein SUV. Oder besser Crossover, denn der A390 ist doch recht flach und schneidig.
Zumindest für sein anvisiertes Segment. Das zeigen einmal mehr diese neuen Erlkönigbilder des kommenden Porsche Macan-Konkurrenten. Auf dem Pariser Autosalon im vergangenen Oktober präsentierte Alpine die Studie A390_b. Die sah - typisch Showcar - schon extrem giftig aus. Diese neuen Bilder demonstrieren, dass auf dem Weg zur Serie davon einiges verloren gehen wird.
Dabei könnte die Front noch halbwegs mit der der Studie übereinstimmen. Das Heck wirkt allerdings plumper, nicht mehr so messerscharf und auch die gegenläufig öffnenden Türen dürften es wohl kaum in die Serienfertigung schaffen. Erhalten bleiben dürfte ein durchgehendes Leuchtenband am Heck. Zudem erwarten wir, wie auch am Prototypen zu sehen, Alpine-typisch ausgefallene Felgen in 19 und 20 Zoll (optional vielleicht auch eine Nummer größer).
Bildergalerie: Alpine A390 (2025) Erlkönigfotos
Wie unsere Insider berichten, möchte die sportliche Renault-Tochter ihr erstes Crossover durchaus als elegantes Fahrzeug präsentieren, was auch an der Farbpalette erkennbar sein soll.
Und im Interieur. Wenn man einen Macan angreifen möchte, muss man am Marken-Image und der Qualität schrauben. Im Cockpit soll es ausgewählte Farben mit blauen Kontrastnähten und einen zentralen Multimedia-Screen geben. Sportlich geschnittene, aber alltagstaugliche Sitze sind die Norm, ein radikaleres Design von Sabelt könnte optional angeboten werden. Wie ein Interieur funktioniert, zeigt bereits der kompakte A290. Optik, Charme und Materialauswahl sind hervorragend.
Nach Gerüchten soll der Wagen rund 4,40 Meter lang werden wie der elektrische Scenic. Das wiederum widerspricht einer direkten Positionierung gegen den Porsche Macan. Der Zuffenhausener ist mit 4,78 Meter beinahe 40 Zentimeter länger. Bei der Leistung will Alpine allerdings in ähnliche Gefilde vorstoßen. Offenbar sind in der Topversion gleich drei Elektromotoren mit um die 600 PS Systemleistung geplant. Zwei Motoren an der Hinterachse würden zudem ein Torque Vectoring ermöglichen, was die Agilität und Sportlichkeit des Modells verbessern soll.
Eine weitere Lücke zum Porsche (und seinem Bruder Audi Q6 e-tron) wird es wohl bei der Ladetechnik geben. Ein 800-Volt-System und entsprechend schnelles Laden kann der Alpine vermutlich nicht bieten. Und die 600 Kilometer Reichweite, von denen unsere Quellen sprechen, erscheinen mit der wahrscheinlichen 87-kWh-Batterie aus dem Ariya und dem Scenic auch etwas hochgegriffen. Der mit bürgerlichen 160 kW motorisierte Scenic schafft damit 625 km, der stärkste Ariya (Nismo mit 435 PS) jedoch nur 417 km. Immerhin vermuten die gleichen Quellen eine weitere A390-Version mit um die 400 PS.
Der A390 wird auf der AMPR-Plattform aufbauen, die auch der Renault Mégane Electric, der Scenic Electric und der Nissan Ariya nutzen. Gebaut wird er in Frankreich, die offizielle Premiere ist für Ende 2025 vorgesehen.
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