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Trump macht Druck: Was bedeutet die neue Ära für Europas Autoindustrie?

Der neue US-Präsident droht mit Importzöllen aus Europa und streicht unterdessen Ziele für Elektrofahrzeuge

Donald Trump
Bild von: Flickr

Die offizielle Amtseinführung war gerade vorbei, da nimmt der wiedergewählte US-Präsident Donald Trump die Elektroauto-Politik der scheidenden Biden-Regierung und die Fahrzeugimporte aus dem Ausland, einschließlich Europa, ins Visier.

"Eliminieren Sie das 'Elektrofahrzeug-Mandat' und fördern Sie eine echte Wahlmöglichkeit für die Verbraucher", heißt es in einer der Verordnungen, die das Weiße Haus am Tag der Amtseinführung herausgab.

Der Verweis bezieht sich auf Bidens - unverbindliche - Ziel, den Absatz von Elektroautos bis 2030 auf 50 Prozent des Marktes zu steigern. Ein Ziel, das ab sofort Makulatur bleiben wird. Ebenfalls auf der Streichliste des Tycoons sind Anreize (bis zu 7.500 Dollar) für den Kauf batteriebetriebener Autos und Boni für die Installation von Ladestationen.

 

"Alle Behörden", so heißt es weiter, "sollen die Auszahlung von Geldern, die durch den Inflation Reduction Act of 2022 (Public Law 117-169) oder den Infrastructure Investment and Jobs Act (Public Law 117-58) bewilligt wurden, sofort aussetzen, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Gelder für Ladestationen für Elektrofahrzeuge." Rumms ...

Fingerzeig gegen Europa

Nachdem die Aufgaben zu Hause erledigt sind, blickt The Donald - wie erwartet - über die Grenzen hinaus. "Wir werden in den Vereinigten Staaten Autos in einem Tempo bauen, von dem vor Jahren noch niemand zu träumen gewagt hätte. Wir werden sofort damit beginnen, das Handelssystem zu überarbeiten, um amerikanische Arbeiter und Familien zu schützen, anstatt unsere Bürger zu besteuern, um andere Länder zu bereichern."

"Es wird Zölle auf ausländische Staaten geben, und aus diesem Grund werden wir ein ausländisches Steuersystem einführen. Sehr große Summen werden in unsere Staatskasse fließen. Der amerikanische Traum wird wieder aufblühen".

Mercedes GLA 250 und Plug-in-Hybrid (2025) - Straßentest

Deutsche Premium-Autos waren bereits in der Vergangenheit im Visier von Trump

Bild von: Motor1.com

Trump macht keine genauen Angaben, aber zu den "anderen Ländern" gehören auch europäische Länder, auf die der Präsident bereits während seiner ersten Amtszeit mit dem Finger gezeigt hatte. Damals wurde nichts unternommen, aber jetzt, wo Europa und die USA selbst sich der möglichen chinesischen Auto-Invasion wehren, müssen wir nur noch auf die offizielle Mitteilung warten. Das geht so weit, dass die Börsen im Moment ein Minuszeichen für Hersteller wie Stellantis, BMW und Mercedes anzeigen.

Die Bestätigung der anderen Zölle, die zu 100 % für in China hergestellte Elektroautos gelten, scheint eine ausgemachte Sache zu sein.

Tesla dankt

Die Frage ist: Wie lassen sich all diese Initiativen mit der Verbindung zu Elon Musk, dem CEO von Tesla, dem weltweit größten Herstellers von batteriebetriebenen Autos, vereinbaren? Hier gibt es zwei Überlegungen. Die erste ist, dass Tesla eine sehr starke Marke bleibt und wahrscheinlich auch ohne regulatorischen Druck überleben wird. Tatsächlich könnte der Druck sogar dem Unternehmen zugute kommen, das der Konkurrenz voraus ist.

Das Tesla Cybercab live gesehen

Das Robotertaxi Tesla Cybercab

Bilder von: Motor1.com
Das Tesla Cybercab live gesehen

Der Innenraum, ohne Lenkrad und Pedale

Der zweite Punkt betrifft die Pläne von Elon Musk und Co. Das Elektroauto hat in der Tat seit einiger Zeit an zentraler Bedeutung in den Strategien des Herstellers verloren, der sich mehr für die Robotik (siehe "Optimus") und das autonome Fahren interessiert.

Letzteres wird nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg der Protagonist eines Ad-hoc-Gesetzes sein, das der Tycoon dem Supermanager versprochen hat. Der Text wird den Geltungsbereich des Gesetzes auf Fahrzeuge wie das Robotertaxi Cybercab ausweiten. Somit wird auch Tesla von Trumps Wiederwahl profitieren. Währenddessen zittert Europa. Vor allem die hohen Strafzölle würden die ohnehin schon gebeutelte europäische Autoindustrie, deren Exporte stark von den USA abhängen, stark treffen.