Porsche LMP 2000 (1999): Der Rennwagen, der Le Mans nie sah
Nach 25 Jahren wiederbelebt, dreht der Prototyp mit nur 78 Kilometern auf dem Tacho die ersten Runden ...
19 Gesamtsiege und über 100 Klassensiege hat Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans bereits sammeln können. Einer sollte im Jahr 2000 dazukommen und damit an den Erfolg des 911 GT1 anschließen. Doch wie so oft kam es anders, als die beteiligten dachten.
Denn mit dem LMP 2000 war bereits ein würdiger Nachfolger für die neu geschaffene LMP900-Kategorie gefunden. Der pferchte 600 PS aus einem V10-Zylinder-Saugmotor mit 5,5 Litern Hubraum auf Basis eines früheren Formel-1-Motors von Porsche in ein Monocoque mit offenem Cockpit.
Bildergalerie: Porsche erweckt Rennwagen LMP 2000 (1999) zum Leben
Schon beim Test kommt der LMP 2000 mit seinen knappen 900 Kilo auf 302 km/h. Doch nach nur 78 Testkilometern Anfang November 1999 ist Schluss für den ambitionierten Rennboliden, der zeigen sollte, was für Porsche zu dieser zeit möglich war. Schuld am Ende: das liebe Geld.
Der LMP 2000 sah nur das Testgelände in Weissach. Schon vor den ersten Fahrten entscheidet die damalige Porsche-Führung um den damalige Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking, das Projekt Le Mans aus Kostengründen einzustellen, genehmigt jedoch die Fertigstellung des Rennwagens und einige Runden mit ihm. 60 Kilometer dreht damals der spätere Le-Mans-Sieger Allan McNish, bevor das Projekt über 20 Jahre lang eingemottet werden sollte.
Dann erinnern sich Porsche Heritage und Museum an den fabrikneuen Prototypen und kramen ihn für eine Wiederbelebung hervor. Langsam arbeiten sie sich in Richtung Motor. Ein erster Schritt ist der Start des Motors nach knapp 25 Jahren und das erstmalige Erklingen dessen markanten Zehnzylinder-Sounds.
Porsche erweckt Rennwagen LMP 2000 (1999) zum Leben
Porsche erweckt Rennwagen LMP 2000 (1999) zum Leben
Mehr Probleme beim Wiederaufbau sollte das Getriebe bereiten. Deshalb geht das Porsche Formel-E-Team hilfreich zur Hand: "Wir haben vier Steuergeräte gefunden und versucht, mit einem alten Rechner Zugriff darauf zu erlangen“, erklärt Steffen Wolf, Ingenieur aus dem Bereich Motormanagementsysteme das Problem bei der Kommunikation zwischen Schaltwippen und Getriebe: "Also brauchten wir ein Steuergerät, das auf das Signal vom Paddle am Lenkrad reagiert und die Schaltung dann betätigt. Da die Paddle-Schaltung nicht möglich war, musste es so aufgebaut werden, dass das Hoch- und Runterschalten bei Betätigung der Kupplung stattfindet."
Dieser Akt gelingt, der Bolide wird schaltfähig und wartet auf seinen ersten Roll-Out nach 25 Jahren. Während der Restauration kommen viele ehemalige Team-Mitglieder und Porsche-Wegbegleiter wieder zusammen. Nach 25 Jahren damals wie heute am Lenkrad – Allan McNish. Der 54-Jährige darf die ersten Runden auf der 2,88 Kilometer langen Prüfstrecke drehen: „Fantastisch! Es fühlt sich an, als wäre ich gerade 25 Jahre zurückgereist“, so der gebürtige Schotte.
Und auch Timo Bernhard, der als damals 18-Jähriger gerade seinen Vertrag als Porsche Junior unterschreibt, darf ein paar Runden drehen. "Ich habe das Auto gesehen und mir vorgestellt, wie es wäre, es eines Tages fahren zu dürfen", so der spätere Le-Mans-Gewinner: "Es macht mich sehr stolz, dass ich 25 Jahre später ein paar Testrunden mit dem Rennwagen absolvieren darf"
Erst 2015 siegt wieder ein Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans – der zukünftige Nürburgring-Rekordhalter, Porsche 919 Hybrid. Mit dabei: der ehemalige Haas- und zukünftige Sauber- und Audi-Pilot Nico Hülkenberg.
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